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Volvic (Mineralwasser)

Volvic (französische Aussprache: [vɔl.vik]) ist ein natürliches Mineralwasser aus Frankreich, das seit 1938 abgefüllt wird, seit 1993 zum …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedeutung
  2. 2. Quelle, Entwicklung und Abfüllung
  3. 3. Sorten, Eigenschaften und Zusammensetzung
  4. 4. Produktion, Vermarktung und Umweltprojekte
  5. 5. Kritik und Rechtsstreitigkeiten

Überblick und Bedeutung

Volvic ist ein natürliches Mineralwasser aus Frankreich. Es wird seit 1938 abgefüllt und gehört zum Lebensmittelhersteller Danone, der es als weltweit vertriebene Marke führt. Die Quelle liegt bei der Gemeinde Volvic im Département Puy-de-Dôme und ist von vulkanischem Gestein umgeben. Jährlich werden etwa 2,7 Millionen Kubikmeter Wasser abgefüllt und in rund 60 Länder exportiert. Die wichtigsten Absatzmärkte sind Deutschland, Frankreich und Großbritannien; ein weiterer Markt ist Japan. In Deutschland gilt Volvic seit vielen Jahren als Marktführer für stilles Markenmineralwasser.

Neben dem klassischen natürlichen Mineralwasser umfasst die Marke aromatisierte Erfrischungsgetränke auf Mineralwasserbasis. Volvic bezeichnet seine Getränke als „klimaneutral zertifiziert“. Diese Werbung wird wegen der Einweg-Plastikflaschen und der teilweise sehr langen Transportwege kritisiert.

Quelle, Entwicklung und Abfüllung

Der Unternehmer und Steinbruchbetreiber Jean Legay-Chevalier entdeckte 1900 in der Nähe von Volvic eine Quelle und ließ einen 47 Meter tiefen Brunnen bohren. Eine wirtschaftliche Nutzung gelang vor dem Ersten Weltkrieg jedoch nicht. Ab 1923 setzte der Steinbruch-Unternehmer und damalige Bürgermeister Pierre Moity die Erkundungen fort. Im Jahr 1927 wurde eine Quelle entdeckt, die auch in niederschlagsarmen Zeiten viel Wasser lieferte. Die ab 1929 ausgeführten Bohr-, Einfassungs-, Entwicklungs- und Rohrleitungsarbeiten versorgten zunächst Volvic, Riom und Châtel-Guyon. In den 1950er Jahren waren rund dreißig Gemeinden in einem Umkreis von 40 km angeschlossen.

1938 entstand ein kleiner Abfüllbetrieb. 1955 lieferte er rund 200.000 Flaschen im Jahr aus und war nur wenig automatisiert. Die Sellier Leblanc-Gruppe gründete 1958 die Société des Eaux de Volvic und errichtete nahe der Sammelstelle die erste eigentliche Abfüllanlage. Bohrungen führten 1961 zur Entdeckung der Clairvic-Quelle. Vier Jahre später erkannte das französische Gesundheitsministerium das Wasser als natürliches Mineralwasser an. 1974 wurde das Abfüllwerk Chancet in Volvic gebaut.

Seit 1978 wird Volvic in Deutschland verkauft, anfangs vor allem über Apotheken, Naturkostläden und Reformhäuser. Bis 1981 wurden in Volvic 200 Millionen Liter abgefüllt. Perrier übernahm die Marke 1985; danach stieg das jährliche Abfüllvolumen auf 400 Millionen Liter und der Export wurde ausgebaut. 1993 ging Volvic an BSN (Boussois-Souchon-Neuvesel) über und ist laut Artikel seit 1994 Teil von Danone.

Auch die Verpackungen wurden laufend verändert. Auf 1-Liter-Glasflaschen von 1965 folgten 1969 Kunststoffflaschen. Später kamen unter anderem Größen von 0,33 bis 8 Liter, Mehrflaschenpakete, Sport- und Saugverschlüsse sowie ein Zapfhahn für die 8-Liter-Flasche hinzu. 2010 wurde eine vollständig recycelbare Flasche eingeführt, 2019 eine 8-Liter-Flasche aus rPET, also recyceltem PET.

Sorten, Eigenschaften und Zusammensetzung

Volvic war nach Darstellung des Artikels die erste Marke, die aromatisiertes natürliches Mineralwasser anbot. 1990 erschienen Varianten mit natürlichen Fruchtextrakten in den Geschmacksrichtungen Orange und Zitrone, 1991 folgte Minze. Später kamen unter anderem Erdbeere, Pfirsich-Orange, Ananas, Apfel und Himbeere hinzu. Danone bezeichnet die Getränke außerhalb des klassischen Mineralwassers auch als „Aqua Drinks“. Als zeitlich begrenzte Verpackungsvarianten erschienen 2016 gemeinsam mit Disney Sammelbehälter zur Star-Wars-Episode „Das Erwachen der Macht“ und 2017 eine Sonderedition zu einem Film der Reihe „Die Eiskönigin“.

Volvic Naturelle hat einen pH-Wert von 7. Pro Liter enthält es 74 mg Hydrogencarbonat (HCO₃⁻), 12 mg Calcium (Ca²⁺), 15 mg Chlorid (Cl⁻), 8 mg Magnesium (Mg²⁺), 6 mg Kalium (K⁺), 32 mg Silicium (Si), 12 mg Natrium (Na⁺) und 9 mg Sulfat (SO₄²⁻).

Das SGS Institut Fresenius prüft das Mineralwasser regelmäßig. Nach Angaben des Prüflabors erfüllt Volvic die Anforderungen der Mineral- und Tafelwasserverordnung für die Angabe „Zur Zubereitung von Babynahrung geeignet“. Das Institut verlieh dem Wasser außerdem das Siegel „Premiummineralwasser mit Bio-Qualität“.

Produktion, Vermarktung und Umweltprojekte

In Volvic bestehen zwei Abfüllbetriebe: Chancet 1 für natürliches Mineralwasser und Chancet 2 für aromatisiertes Mineralwasser. Fünfzehn Produktionslinien können täglich bis zu 7 Millionen Flaschen mit Größen zwischen 0,33 und 8 Litern füllen. Dort arbeiten insgesamt 870 Beschäftigte. Nach Unternehmensangaben war Volvic damit 2016 das zweitgrößte Lebensmittelunternehmen der Auvergne. Rund 80.000 Menschen besichtigen jährlich die Werke.

Für die Werbung setzte Volvic unter anderem Zinédine Zidane, Markus Lanz und Jan Köppen als Markenbotschafter ein. In der Saison 2001/2002 sponserte die Marke Bayer 04 Leverkusen. Seit 2018 ist der spanische Extremsportler Kílian Jornet Burgada globaler Markenbotschafter. Im E-Sport unterstützte Volvic 2017 Team Vitality und begann 2020 eine Partnerschaft mit dem League-of-Legends-Team des Berliner Clans Berlin International Gaming (BIG).

Seit 2006 gehört Volvic in seiner Herkunftsregion zur öffentlich-privaten Partnerschaft Comité Environnement pour la Protection de l’Impluvium Volvic. Ein Impluvium ist hier das Gebiet, in dem das Wasser gesammelt wird und in den Untergrund gelangt. Der Ausschuss zu dessen Schutz verfügt über ein Jahresbudget von rund 300.000 Euro. Seit 2005 arbeitet Volvic unter dem Motto „1 Liter für 10 Liter“ mit UNICEF zusammen, um Trinkwasserbrunnen in Äthiopien zu bauen und zu betreiben; das Projekt wurde später auf Niger und Madagaskar ausgeweitet. Seit 2020 stellt Volvic nach eigener Darstellung für jeden verkauften Liter natürlichen Mineralwassers einen Liter Trinkwasser in bestimmten Entwicklungsländern bereit. Seit 2008 besteht außerdem eine Zusammenarbeit mit der Deutschen UNESCO-Kommission. Weitere Maßnahmen sind Flaschen, die zu 100 Prozent aus Altplastik hergestellt werden, und eine Zertifizierung nach den Richtlinien von B Corp.

Kritik und Rechtsstreitigkeiten

In einem Rechtsstreit mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband hatte Danone zunächst vor Gericht Erfolg, lenkte aber nach der mündlichen Verhandlung im Revisionsverfahren ein. Seit 2015 wurde Volvic Apfel nicht mehr mit einem Apfel auf der Verpackung beworben; auch der Begriff „Apfelaroma“ wurde im Zutatenverzeichnis nicht mehr verwendet.

Die Neumarkter Lammsbräu Gebr. Ehrnsperger KG verklagte Volvic im Dezember 2018 wegen aus ihrer Sicht irreführender Werbung mit der Bezeichnung Bio-Mineralwasser. Das Landgericht Frankfurt wies die Klage in wesentlichen Punkten ab. Ende April 2021 gab das Oberlandesgericht Frankfurt am Main Lammsbräu im Berufungsverfahren dagegen in weiten Teilen Recht. Nach dem im Artikel wiedergegebenen Stand war das Urteil noch nicht rechtskräftig, weil das SGS Institut Fresenius erwog, es anzufechten.

Foodwatch verlieh Volvic 2021 den Negativpreis „Goldener Windbeutel“. Anlass war die Werbung mit dem Etikett „klimaneutral zertifiziert“. Nach den im Artikel genannten Vergleichswerten verursachte ein Liter Volvic in einer aus Frankreich transportierten Einweg-Plastikflasche 2020 durchschnittlich 121,5 Gramm CO₂-Äquivalente (CO2e). Mineralwasser in einer 0,7-Liter-Glasmehrwegflasche verursachte dagegen 84 Gramm CO2e je Liter, Mineralwasser in einer 1,0-Liter-PET-Mehrwegflasche 69 Gramm CO2e je Liter.

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