Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Die Eiskönigin – Völlig unverfroren
Die Eiskönigin – Völlig unverfroren (Originaltitel Frozen) ist ein Computeranimationsfilm von Walt Disney Pictures und der 53.
Inhalt5 Abschnitte
Film und zentrale Themen
„Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ (Originaltitel „Frozen“) ist ein US-amerikanischer Computeranimationsfilm von Walt Disney Pictures aus dem Jahr 2013. Er ist 101 Minuten lang, der 53. Film der Disney-„Meisterwerke“-Reihe und in Deutschland ab FSK 0 freigegeben. Regie führten Chris Buck und Jennifer Lee; Lee schrieb auch das Drehbuch. Der deutsche Kinostart war am 28. November 2013.
Der Film übernimmt nur sehr lose Motive aus Hans Christian Andersens Märchen „Die Schneekönigin“. Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Elsa und Anna aus dem Königreich Arendelle. Elsa kann Eis, Frost und Schnee erzeugen, hat aber große Angst, mit ihren nicht beherrschten Kräften andere zu verletzen. Die Handlung zeigt, wie diese Angst zur Abschottung und schließlich zur Katastrophe führt. Der entscheidende Gegenpol ist die Liebe zwischen den Schwestern: Nicht romantische Liebe, sondern Annas selbstloses Opfer rettet sie und zeigt Elsa, wie sie ihre Magie kontrollieren kann.
Elsas Geheimnis und der ewige Winter
Als die achtjährige Elsa beim Spielen versehentlich ihre fünfjährige Schwester Anna mit einem Eiszauber am Kopf trifft, heilen die als Felsbrocken getarnten Trolle das Kind. Ihr Häuptling Grand Pabbie entfernt Annas Erinnerung an Elsas Kräfte und warnt, ein Treffer ins Herz wäre gefährlicher gewesen. Elsa müsse ihre Magie beherrschen; dabei werde die Angst ihr Feind sein.
Die Königsfamilie schließt daraufhin die Schlosstore. Elsa lebt zurückgezogen, während zwischen den zuvor eng verbundenen Schwestern ein tiefer Abstand entsteht. Zehn Jahre später sterben die Eltern bei einem Sturm auf hoher See. Weitere drei Jahre danach soll die 21-jährige Elsa zur Königin gekrönt werden. Die nun 18-jährige Anna freut sich über die geöffneten Tore und lernt Prinz Hans von den südlichen Inseln kennen. Beide verlieben sich schnell, und Anna nimmt seinen Heiratsantrag an.
Elsa verweigert jedoch ihren Segen, weil Anna Hans erst seit kurzer Zeit kennt. Im folgenden Streit verliert Elsa die Kontrolle und enthüllt vor den Gästen ihre Kräfte. Der Herzog von Pitzbühl nennt sie eine Hexe und ein Monster. Elsa flieht auf den Nordberg und löst unabsichtlich einen ewigen Winter über Arendelle aus. Dort erschafft sie einen Eispalast und erweckt den Schneemann Olaf zum Leben.
Anna übergibt Hans die Führung Arendelles und sucht Elsa. Der Eislieferant Kristoff und sein Rentier Sven begleiten sie; Olaf führt sie zum Eispalast. Elsa lehnt Annas Bitte um Rückkehr aus Angst ab. Als sie vom ewigen Winter und der Gefahr für Arendelle erfährt, trifft sie Anna im Schreck mit einem Eisblitz ins Herz. Elsa vertreibt Anna und Kristoff durch ein Schneeungeheuer. Weil Annas Haare silbrig weiß werden, bringt Kristoff sie zu den Trollen. Grand Pabbie erklärt, nur ein Akt der wahren Liebe könne ein gefrorenes Herz auftauen; sonst werde Anna zur Eisstatue.
Verrat, Opfer und Lösung
Kristoff bringt Anna nach Arendelle, weil er glaubt, ein Kuss von Hans könne sie retten. Hans hat Elsa inzwischen gefangen genommen. Sie erklärt ihm, dass sie nicht weiß, wie sie den Winter beenden kann. Gegenüber Anna enthüllt Hans seine wahren Absichten: Wegen seiner zwölf älteren Brüder hat er in seinem Heimatkönigreich kaum Aussicht auf den Thron und wollte Anna nur heiraten, um Arendelle zu regieren. Er verweigert ihr den Kuss, löscht das Feuer und sperrt sie ein. Anschließend behauptet er vor dem Hof, Anna sei gestorben, beschuldigt Elsa ihres Todes und verurteilt sie wegen Hochverrats zum Tode.
Elsa entkommt und verursacht durch ihre Verzweiflung einen heftigen Schneesturm. Olaf befreit Anna und erklärt ihr, dass Kristoff sie liebt. Auf dem zugefrorenen Fjord nähert sich Anna Kristoff, sieht aber, dass Hans Elsa mit einem Schwert töten will. Sie verzichtet auf ihre eigene Rettung und stellt sich schützend vor ihre Schwester. Im selben Augenblick erstarrt sie zu Eis; Hans’ Schwert zerbricht an ihr.
Elsa umarmt weinend die erstarrte Anna. Annas selbstloser Schutz ihrer Schwester erweist sich als der notwendige Akt der wahren Liebe und taut sie wieder auf. Elsa erkennt, dass Liebe der Schlüssel zur Kontrolle ihrer Kräfte ist, und beendet den Winter. Olaf erhält eine kleine Schneewolke als persönliches Mikroklima, damit er auch in warmen Jahreszeiten bestehen kann.
Hans wird zur Bestrafung auf die südlichen Inseln zurückgeschickt. Elsa beendet den Handel mit Pitzbühl und verspricht, die Schlosstore nie wieder zu schließen. Kristoff wird offizieller Eislieferant Arendelles und bildet mit Anna ein Paar. Am Ende laufen die Bewohner gemeinsam auf einer von Elsa geschaffenen Eisfläche im Schlosshof Schlittschuh.
Entstehung, Musik und Synchronisation
Disney hatte eine Verfilmung von Andersens „Die Schneekönigin“ bereits seit 1937 erwogen, das Vorhaben 2002 verworfen und 2008 wieder aufgenommen. Im Dezember 2011 wurden der Titel „Frozen“ und der geplante US-Start am 27. November 2013 bekannt gegeben. Elsa sollte ursprünglich wie Andersens Schneekönigin herzlos und kalt sein. Die Komponisten Robert Lopez und Kristen Anderson-Lopez schrieben jedoch „Let It Go“ und stellten sie als missverstandene, verletzliche Figur dar. Jennifer Lee ließ daraufhin Elsa und große Teile der Handlung umschreiben, sodass fast keine Bezüge zum Märchen übrigblieben.
Viele Animatoren hatten zuvor an „Rapunzel – Neu verföhnt“ (2010) gearbeitet. Rapunzel und Flynn Rider erscheinen deshalb kurz bei der Krönung. Das Gemälde „Die Schaukel“ von Jean-Honoré Fragonard aus dem Jahr 1768 diente dem Animationsteam als künstlerische Inspiration und ist in einer Szene mit Anna zu erkennen.
Der Soundtrack umfasst neun Lieder, darunter „Willst du einen Schneemann bauen?“, „Zum ersten Mal“, „Liebe öffnet Tür’n“, „Im Sommer“ und den Titelsong „Lass jetzt los“ („Let It Go“). Er war weltweit das erfolgreichste Album des Jahres 2014 und verkaufte zehn Millionen Exemplare. In Deutschland blieb er mehr als drei Jahre in den Albumcharts und erhielt 2020 für über 800.000 verkaufte Einheiten Vierfach-Platin.
In der englischen Fassung sprechen unter anderem Idina Menzel Elsa, Kristen Bell Anna, Jonathan Groff Kristoff und Josh Gad Olaf. Deutsche Stimmen sind Dina Kürten für Elsa, Yvonne Greitzke für Anna, Leonhard Mahlich für Kristoff und Hape Kerkeling für Olaf; die Gesangsstimmen von Elsa und Anna stammen von Willemijn Verkaik und Pia Allgaier. Die deutsche Synchronisation entstand bei FFS Film- & Fernseh-Synchron in Berlin unter der Dialogregie von Nana Spier.
Erfolg, Auszeichnungen und weitere Werke
Der Film spielte 1,276 Milliarden US-Dollar ein; inflationsbereinigt entspricht dies inzwischen etwa 1,72 Milliarden US-Dollar. Er war der finanziell erfolgreichste Film des Jahres 2013 und damals der umsatzstärkste Animationsfilm der Welt. Am 9. August 2026 belegte er Platz 27 der weltweit umsatzstärksten Filme. In Japan erzielte er mehr als 249 Millionen US-Dollar und stand 16 Wochen auf Platz 1 der Kinocharts. In Deutschland kamen insgesamt 4,7 Millionen Zuschauer; 3.436.049 Besuche im Jahr 2013 bedeuteten Platz sechs der meistbesuchten Filme des Jahres.
Die Kritiken waren überwiegend positiv: Rotten Tomatoes verzeichnete 89 %, Metacritic 75 von 100 Punkten und US-Kinobesucher vergaben beim CinemaScore A+. Die Deutsche Film- und Medienbewertung verlieh das Prädikat „besonders wertvoll“. 2014 erhielt der Film Oscars als bester Animationsfilm und für den besten Song „Let It Go“. Hinzu kamen unter anderem der Golden Globe und der British Academy Film Award als bester Animationsfilm sowie 2015 zwei Grammys für den Soundtrack und „Let It Go“.
Disney veröffentlichte mehrere Erweiterungen: den Kurzfilm „Die Eiskönigin – Party-Fieber“ am 12. März 2015, die vierteilige Lego-Reihe „Zauber der Polarlichter“ von 2016, „Olaf taut auf“ ab dem 30. November 2017, „Es war einmal ein Schneemann“ ab dem 23. Oktober 2020 auf Disney+ und die Serie „Olaf präsentiert…“ ab dem 12. November 2021. Die Fortsetzung startete am 20. November 2019 in Deutschland. Ein dritter Film wurde im August 2023 bestätigt und wird unter der Regie von Jennifer Lee produziert; im November 2023 wurde außerdem ein vierter Film unter der Regie von Marc Smith angekündigt.
Eine Musicalfassung mit 23 Liedern lief von 2018 bis 2020 am Broadway, von 2021 bis 2024 im Hamburger Theater an der Elbe und seit November 2024 im Apollo Theater Stuttgart. In Deutschland erschien der Film 2014 erstmals auf DVD und Blu-ray; weitere Ausgaben folgten 2015 und 2017.