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Volltorus

In der Mathematik ist ein Volltorus ein 3-dimensionales Gebilde mit genau einem Henkel. Es wird von einem Torus berandet. Volltorus …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und geometrische Beschreibung
  2. 2. Parametrisierung
  3. 3. Volumen und Oberfläche
  4. 4. Trägheitsmoment
  5. 5. Topologische Eigenschaften

Grundidee und geometrische Beschreibung

Ein Volltorus ist ein dreidimensionales Gebilde mit genau einem Henkel. Sein Rand ist ein Torus. Geometrisch entsteht er, wenn eine Kreisfläche mit Radius r um eine in ihrer Ebene liegende, den Kreis nicht schneidende Achse rotiert. Der Abstand R der Rotationsachse vom Kreismittelpunkt ist dabei größer als der Radius der Kreisfläche: r < R.

Alternativ ist der Volltorus die Menge aller Punkte, deren Abstand von einer Kreislinie mit Radius R höchstens r beträgt. Dabei beschreibt R den Abstand zur Rotationsachse und r den Radius des kreisförmigen Querschnitts.

Parametrisierung

Eine Parametrisierung beschreibt jeden Punkt des Volltorus durch drei Parameter:

X(a,t,p) = ((R + a cos(p)) cos(t), (R + a cos(p)) sin(t), a sin(p)).

Dabei gelten 0 ≤ a ≤ r, 0 ≤ t ≤ 2π und 0 ≤ p ≤ 2π. Der Parameter t beschreibt die Rotation um die Symmetrieachse. Der Parameter p läuft um den kreisförmigen Querschnitt, während a den Abstand vom Mittelpunkt dieses Querschnitts angibt.

Volumen und Oberfläche

Das Volumen wird als Dreifachintegral über die Jacobi-Determinante der Parametrisierung berechnet. Die Jacobi-Determinante ist die Determinante der Funktionalmatrix; hier ergibt sich für den radialen Parameter r:

det(J_f) = r · (r cos(p) + R).

Sie entspricht in diesem Fall der Norm des Flächennormalenvektors. Das Integral liefert

V = ∫₀²π ∫₀²π ∫₀ʳ (Rr + r² cos(p)) dr dp dt = 2π²r²R.

Damit gilt für das Volumen des Volltorus: V = 2π²r²R.

Die Formel lässt sich auch als Produkt aus der Kreisfläche Aᵣ = πr² und dem Umfang Uᵣ = 2πR der Rotationsbahn auffassen. Dies entspricht der Zweiten Guldinschen Regel und ist vergleichbar mit dem Zylindervolumen V_zyl = πr²l. Für die Oberfläche werden nach der Ersten Guldinschen Regel die Umfänge Uᵣ = 2πr und Uᵣ = 2πR multipliziert. Das entspricht der Zylinderoberfläche O_zyl = 2πrl.

Trägheitsmoment

Für einen Volltorus mit Dichte ρ bezüglich der z-Achse, also der Symmetrieachse, wird das Trägheitsmoment durch

I = ρ ∫ₜ (x² + y²) d³x

bestimmt. Nach der Transformation auf Toruskoordinaten geht zusätzlich die Jacobi-Determinante in das Integral ein:

I = ρ ∫₀²π ∫₀²π ∫₀ʳ r' · (R + r' cos(p))³ dr' dp dt.

Durch partielle Integration und mit der Torusmasse M erhält man

I = 2π² · ρ · R · r² · (¾r² + R²)

und in Abhängigkeit von der Masse

I = M · (¾r² + R²).

Topologische Eigenschaften

Topologisch ist der Volltorus ein Henkelkörper vom Geschlecht g = 1. Er ist homöomorph zum Produkt D² × S¹ aus einer Kreisscheibe D² und einer Kreislinie S¹. Er kann als rotationssymmetrischer Volltorus in den R³ eingebettet werden.

Seine Fundamentalgruppe, die Schleifen bis auf stetige Verformung beschreibt, ist

π₁(S¹ × D²) ≅ π₁(S¹) ≅ ℤ.

Seine Homologiegruppen lauten

Hₖ(S¹ × D²) ≅ Hₖ(S¹) ≅ ℤ für k = 0, 1,

und Hₖ(S¹ × D²) = 0 für alle anderen k.

Die 3-Sphäre kann als Vereinigung zweier Volltori dargestellt werden, die sich nur in ihrer Oberfläche überlappen. Im Zusammenhang mit der Hopf-Faserung erhält man diese Zerlegung, indem man die 2-Sphäre als Vereinigung von Nord- und Südhalbkugel betrachtet; über beiden Hälften ist die Faserung trivial. Diese Zerlegung wird beispielsweise bei der Konstruktion der Reeb-Blätterung verwendet.

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