Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Versiegelung (Religion)

Der Begriff Versiegelung (auch Heilige Versiegelung, Geistestaufe oder Heilige Salbung) ist ein biblischer Begriff, mit dem an verschiedenen Stellen des …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Bedeutung
  2. 2. Ursprung der sakramentalen Handlung
  3. 3. Verständnis in der Neuapostolischen Kirche
  4. 4. Andere apostolische Gemeinschaften

Begriff und Bedeutung

Versiegelung, auch Heilige Versiegelung, Geistestaufe oder Heilige Salbung genannt, bezeichnet im Neuen Testament die „Ausgießung“ beziehungsweise das „Wirken“ des Heiligen Geistes. In Eph 1,13 wird dies so beschrieben: „Durch ihn (Jesus Christus) […] habt ihr das Siegel des verheißenen Heiligen Geistes empfangen, als ihr den Glauben annahmt.“

In verschiedenen apostolischen Gemeinschaften gilt die Versiegelung als Sakrament, also als kirchliche Handlung zur Vermittlung göttlicher Gnade. Sie wird dort durch eine kirchliche Amtsperson mit Gebet und Handauflegung vollzogen und soll den Heiligen Geist vermitteln. Bedeutung, Voraussetzungen und Durchführung unterscheiden sich jedoch zwischen den Gemeinschaften.

Ursprung der sakramentalen Handlung

In den katholisch-apostolischen Gemeinden wurde ab 1847 eine apostolische Handauflegung praktiziert. Sie sollte die Empfänger für das Wirken des Heiligen Geistes öffnen und die Geistesgaben innerhalb der Gemeinden stärken. Nach der Auffassung mancher Angehöriger war diese Handlung ausschließlich den Aposteln vorbehalten.

Die neuen apostolischen Bewegungen, die ab 1863 aus den katholisch-apostolischen Gemeinden hervorgingen, übernahmen diese Praxis zum großen Teil.

Verständnis in der Neuapostolischen Kirche

Die Neuapostolische Kirche (NAK) kennt die Heilige Versiegelung als drittes Sakrament neben Taufe und Abendmahl. Sie wandelte das katholisch-apostolische Verständnis ab und deutet die Versiegelung als Geistestaufe beziehungsweise als Taufe mit Heiligem Geist.

Nach ihrer Lehre wirken Wassertaufe und Versiegelung zusammen: Die Versiegelung wird durch einen Apostel unter Gebet und Handauflegung vollzogen. Erst im Zusammenwirken beider Sakramente werde ein Gläubiger „wiedergeboren“, zu einem „Gotteskind“ und Mitglied der Kirche. Bei der Versiegelung werden die Gaben des Heiligen Geistes übermittelt. Die Handlung wird auch an Kindern vollzogen.

Der 8. Glaubensartikel der Neuapostolischen Kirche lautet: „Ich glaube, dass die mit Wasser Getauften durch einen Apostel die Gabe des Heiligen Geistes empfangen müssen, um die Gotteskindschaft und die Voraussetzungen zur Erstlingsschaft zu erlangen.“

Dieses Verständnis entwickelte sich im Laufe der Zeit. Noch bis 1951 wurde gelehrt, dass die Heilige Versiegelung auch die Gaben des Heiligen Geistes lebendig mache. Eine „Wiedergeburt aus Wasser und Geist“ beziehungsweise die heute so bezeichnete „Gotteskindschaft“ wurde damals noch nicht mit der Versiegelung verbunden.

Andere apostolische Gemeinschaften

Auch weitere apostolische Gemeinschaften kennen eine Versiegelung. In der Vereinigung Apostolischer Gemeinden wird sie als „Feier des Heiligen Geistes“ verstanden. Sie findet frühestens im Alter von 14 Jahren statt und ist nicht mehr an das Apostelamt gebunden. Ihr Verständnis orientiert sich an der römisch-katholischen Firmung und an der evangelischen Konfirmation.

Weiterlesen

Neues Testament Die Schriften des NT lassen sich in vier Textgattungen einteilen: Erstens die vier Evangelien, die Jesu Leben, Sterben und Auferstehen erzählend entfalten, … Heiliger Geist Der Heilige Geist, oft auch Geist Gottes oder in neuerer Übersetzung Heilige Geistkraft genannt, ist Gott, keine eigenständige Gottheit oder Substanz. An … Sakrament Als Sakrament bezeichnet man im Christentum einen Ritus, der als sichtbares Zeichen beziehungsweise als sichtbare Handlung eine unsichtbare Wirklichkeit … Taufe Die Taufe, genannt auch Taufritus, ist ein christlicher Ritus, der seit der Zeit des Neuen Testaments besteht. Die Auffassungen über Voraussetzung, … Eucharistie Sie wird bezogen auf das Abendmahl, das Jesus nach der Darstellung der Evangelien und des 1. Korintherbriefes mit seinen Jüngern kurz vor seinem Leiden und … Wiedergeburt (Christentum) Wiedergeburt (lateinisch regeneratio, altgriechisch ἀναγέννησις) bezeichnet im Christentum meist einen Teilaspekt der Zueignung des göttlichen Heils an den … Gaben des Heiligen Geistes Als Gaben des Heiligen Geistes werden im Christentum besondere, vom Heiligen Geist verliehene Begabungen bezeichnet. Gleichbedeutende Begriffe sind … Firmung Gläubige, die die Kindertaufe empfangen haben, werden nach „Erreichen des Vernunftgebrauchs“ in einer gesonderten Feier gefirmt, die mit der Erstkommunion … Konfirmation Konfirmation (lateinisch confirmatio „Befestigung“, „Bekräftigung“, „Bestätigung“) ist ein feierliches öffentliches Glaubensbekenntnis gefolgt von einer …