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Versiegelung (Religion)
Der Begriff Versiegelung (auch Heilige Versiegelung, Geistestaufe oder Heilige Salbung) ist ein biblischer Begriff, mit dem an verschiedenen Stellen des …
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Begriff und Bedeutung
Versiegelung, auch Heilige Versiegelung, Geistestaufe oder Heilige Salbung genannt, bezeichnet im Neuen Testament die „Ausgießung“ beziehungsweise das „Wirken“ des Heiligen Geistes. In Eph 1,13 wird dies so beschrieben: „Durch ihn (Jesus Christus) […] habt ihr das Siegel des verheißenen Heiligen Geistes empfangen, als ihr den Glauben annahmt.“
In verschiedenen apostolischen Gemeinschaften gilt die Versiegelung als Sakrament, also als kirchliche Handlung zur Vermittlung göttlicher Gnade. Sie wird dort durch eine kirchliche Amtsperson mit Gebet und Handauflegung vollzogen und soll den Heiligen Geist vermitteln. Bedeutung, Voraussetzungen und Durchführung unterscheiden sich jedoch zwischen den Gemeinschaften.
Ursprung der sakramentalen Handlung
In den katholisch-apostolischen Gemeinden wurde ab 1847 eine apostolische Handauflegung praktiziert. Sie sollte die Empfänger für das Wirken des Heiligen Geistes öffnen und die Geistesgaben innerhalb der Gemeinden stärken. Nach der Auffassung mancher Angehöriger war diese Handlung ausschließlich den Aposteln vorbehalten.
Die neuen apostolischen Bewegungen, die ab 1863 aus den katholisch-apostolischen Gemeinden hervorgingen, übernahmen diese Praxis zum großen Teil.
Verständnis in der Neuapostolischen Kirche
Die Neuapostolische Kirche (NAK) kennt die Heilige Versiegelung als drittes Sakrament neben Taufe und Abendmahl. Sie wandelte das katholisch-apostolische Verständnis ab und deutet die Versiegelung als Geistestaufe beziehungsweise als Taufe mit Heiligem Geist.
Nach ihrer Lehre wirken Wassertaufe und Versiegelung zusammen: Die Versiegelung wird durch einen Apostel unter Gebet und Handauflegung vollzogen. Erst im Zusammenwirken beider Sakramente werde ein Gläubiger „wiedergeboren“, zu einem „Gotteskind“ und Mitglied der Kirche. Bei der Versiegelung werden die Gaben des Heiligen Geistes übermittelt. Die Handlung wird auch an Kindern vollzogen.
Der 8. Glaubensartikel der Neuapostolischen Kirche lautet: „Ich glaube, dass die mit Wasser Getauften durch einen Apostel die Gabe des Heiligen Geistes empfangen müssen, um die Gotteskindschaft und die Voraussetzungen zur Erstlingsschaft zu erlangen.“
Dieses Verständnis entwickelte sich im Laufe der Zeit. Noch bis 1951 wurde gelehrt, dass die Heilige Versiegelung auch die Gaben des Heiligen Geistes lebendig mache. Eine „Wiedergeburt aus Wasser und Geist“ beziehungsweise die heute so bezeichnete „Gotteskindschaft“ wurde damals noch nicht mit der Versiegelung verbunden.
Andere apostolische Gemeinschaften
Auch weitere apostolische Gemeinschaften kennen eine Versiegelung. In der Vereinigung Apostolischer Gemeinden wird sie als „Feier des Heiligen Geistes“ verstanden. Sie findet frühestens im Alter von 14 Jahren statt und ist nicht mehr an das Apostelamt gebunden. Ihr Verständnis orientiert sich an der römisch-katholischen Firmung und an der evangelischen Konfirmation.