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Verkehrsgeographie
Die Verkehrsgeographie behandelt die Zusammenhänge von Verkehr und Raum beziehungsweise Landschaft aus den verschiedensten Blickwinkeln. Die Analyse von …
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Gegenstand und Bedeutung
Die Verkehrsgeographie ist ein Teilgebiet der Geographie und gehört zum interdisziplinären Forschungsfeld der Verkehrswissenschaften. Sie untersucht die Zusammenhänge zwischen Verkehr und Raum beziehungsweise Landschaft aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Dazu gehören die Verkehrsnachfrage, die Verkehrssoziologie und die Gestaltung der Verkehrsinfrastruktur. Die verschiedenen Teilbereiche werden auf organisatorischer, juristischer und politischer Ebene betrachtet. Außerdem nutzt die Verkehrsgeographie Erkenntnisse aus anderen Bereichen der Geographie und aus Nachbarwissenschaften. Sie ist stark anwendungsbezogen und befasst sich zunehmend damit, Verkehr nicht nur zu analysieren, sondern auch aktiv zu gestalten und zu beeinflussen.
Entwicklung der Forschungsansätze
Bis Mitte des 20. Jahrhunderts galt die Verkehrsgeographie als Teilbereich der Wirtschaftsgeographie. Weitere wichtige Ansätze kamen aus der Siedlungsgeographie, insbesondere aus der Stadtgeographie. Bereits in klassischen Standorttheorien wie den Thünenschen Ringen und der Theorie der zentralen Orte spielte die Überwindung von Distanzen eine zentrale Rolle. Lange stand vor allem der Transport von Gütern im Mittelpunkt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der Personenverkehr stark zu, weil sich die Grunddaseinsfunktionen räumlich immer stärker trennten. Dadurch rückte die wissenschaftliche Untersuchung des Personenverkehrs in den Vordergrund. Beeinflusst von der Münchner Schule der Sozialgeographie wurde der Verkehr zunehmend funktional betrachtet, beispielsweise anhand von Pendlerverflechtungen. Die Teilnahme am Verkehr wurde als Grundfunktion des Menschen verstanden. Untersucht wurden sowohl verschiedene Verkehrszwecke als auch die Wahl der jeweiligen Verkehrsmittel.
Die 1972 veröffentlichte Studie „Die Grenzen des Wachstums“ des Club of Rome beeinflusste die Forschungsschwerpunkte. Wegen der vorhersehbaren Verknappung von Ressourcen gewann das Prinzip der Nachhaltigkeit an Bedeutung. Bis in die 1990er Jahre entwickelten sich daraus neue Schwerpunkte: die Verlagerung des motorisierten Individualverkehrs auf den öffentlichen Personenverkehr, die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene sowie die fußgängerfreundliche Gestaltung von Innenstädten und Wohnsiedlungen.
Die Verkehrsgeographie arbeitet heute zunehmend problemorientiert. Neben der Analyse des Verkehrs in seinem räumlichen Beziehungsgefüge stehen die aktive Gestaltung des Verkehrsgeschehens und der Austausch mit anderen Disziplinen. Die früher stark angebotsorientierte Betrachtung berücksichtigt stärker die Nachfrageseite: Einerseits werden die Bedürfnisse der Konsumenten von Verkehr untersucht, andererseits die notwendige Vermeidung von Verkehr berücksichtigt.
Zentrale Aufgabenfelder
Als interdisziplinäre Wissenschaft steht die Verkehrsgeographie in engem Austausch mit Fachrichtungen innerhalb und außerhalb der Geographie. Sie gehört zu den Verkehrswissenschaften und steht besonders in Wechselwirkung mit der Betriebswirtschaft, der Raumforschung, der Regionalplanung und der Angewandten Geographie. Die Angewandte Geographie ist wichtig, weil sie geographisches Wissen zur Lösung gesellschaftlicher und raumbezogener Probleme nutzt.
Nach Schliephake lassen sich folgende Arbeitsrichtungen unterscheiden:
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Die quantitative Verkehrsgeographie untersucht das Verkehrsgeschehen vor allem mit statistischen und anderen quantitativen Methoden. Sie wurde besonders durch die angloamerikanische Geographie geprägt.
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Die Geographie der verkehrsräumlichen Aktivitäten des Menschen gehört zu den sozialwissenschaftlich geprägten und verhaltensorientierten Teilbereichen. Sie betrachtet Verkehr im Zusammenhang mit dem Menschen und seinen Grunddaseinsfunktionen.
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Die ökonomisch orientierte Verkehrsgeographie untersucht die Wechselwirkungen zwischen Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage. Dabei berücksichtigt sie regionale Unterschiede sowohl auf quantitativer als auch auf qualitativer Ebene.
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Der ökologische und umweltbezogene Forschungsansatz befasst sich unter anderem mit den ökologischen Problemen des zunehmenden Individualverkehrs. Er ist vom Prinzip der Nachhaltigkeit geprägt.
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Die Angewandte Verkehrsgeographie ist die neueste Arbeitsrichtung und konzentriert sich auf problembezogene Forschung. Beispiele sind die Sicherung eines qualitativ und quantitativ attraktiven regionalen Angebots im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sowie der Ausbau moderner Verkehrskonzepte wie City-Logistik und Güterverkehrszentren.