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Veni Sancte Spiritus
Die Pfingstsequenz Veni Sancte Spiritus ist ein lateinischer Messgesang, mit dem die Gemeinde den Heiligen Geist um Beistand bittet.
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Bedeutung und liturgische Funktion
Veni Sancte Spiritus („Komm, Heiliger Geist“) ist die lateinische Pfingstsequenz, also ein Messgesang. Die Gemeinde bittet darin den Heiligen Geist um Beistand. Der Gesang erinnert an seine Herabkunft an Pfingsten (Apg 2 EU) und an die Gaben des Heiligen Geistes.
Er ist zugleich als Sequenz und Hymnus gebräuchlich. Im Graduale Romanum von 1908 steht er auf Seite 249; seine Melodie gehört zum ersten Ton (einem Modus des gregorianischen Chorals).
Einsatz im Gottesdienst
Der Text wird Stephen Langton (um 1150 bis 1228) zugeschrieben. Veni Sancte Spiritus zählt zu den vier Sequenzen, die nach der Liturgiereform von Pius V. im Anschluss an das tridentinische Konzil (1545 bis 1563) erhalten blieben.
Sein verpflichtender Platz ist die heilige Messe am Pfingstsonntag: nach der zweiten Lesung und vor dem Ruf vor dem Evangelium. Wo der Pfingstmontag ein gebotener Feiertag ist, kann die Sequenz an diesem Tag nochmals in der Messe gesungen werden. Wird sie nach dem Ruf vor dem Evangelium gesungen, endet sie mit „Amen, Halleluja“.
Seit der Reform des Stundengebets nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil 1970 ist sie außerdem Hymnus der ersten und zweiten Vesper am Pfingstsonntag. Das Gotteslob bietet den lateinischen Text unter Nummer 343 sowie eine Kontrafaktur, also einen neuen Text zu einer vorhandenen Melodie, von Maria Luise Thurmair und Markus Jenny unter Nummer 344.
Inhalt und Aufbau des Textes
Die Sequenz besteht aus zehn dreizeiligen Strophen. Sie beginnt mit der Bitte: „Veni, Sancte Spiritus, / Et emitte caelitus / Lucis tuae radium“ – der Heilige Geist soll vom Himmel den Strahl seines Lichtes senden.
Er wird als „Vater der Armen“, „Geber der Gaben“, „Licht der Herzen“, bester Tröster und süßer Gast der Seele angerufen. Der Text beschreibt ihn als Ruhe in der Mühe, Mäßigung in Erregung und Trost im Weinen. Ohne sein Wirken sei nichts im Menschen und nichts unschuldig.
Die folgenden Bitten lauten: Wasche das Schmutzige, bewässere das Trockene, heile das Verwundete; beuge das Starre, wärme das Kalte und lenke, was vom Weg abgekommen ist. Abschließend wird um das „sacrum septenarium“, die siebenfache heilige Gabe, sowie um Tugendlohn, das Heil und beständige Freude gebeten. Eine deutsche Nachdichtung schuf Heinrich Bone 1847.
Deutsche Liedfassungen und weitere Musik
Im Evangelischen Gesangbuch steht als Nummer 128 Heilger Geist, du Tröster mein. Die Übertragung stammt aus Martin Mollers Meditationes sanctorum Patrum von 1584; die Melodie ist erstmals in einem 1620 in Bremen gedruckten Gesangbuch belegt. Von Mollers ursprünglich zehnstrophigem Text fehlen die Strophen 3, 4 und 7. Das Lied ist bereits am Sonntag Exaudi, dem Sonntag vor Pfingsten, Wochenlied.
Maria Luise Thurmair schrieb zur Bremer Melodie für das Gotteslob von 1975 das fünfstrophige, an die Sequenz angelehnte Komm, o Tröster, Heilger Geist; im heutigen Gotteslob ist es Nummer 349. Vertonungen der Sequenz stammen unter anderem von Johann Knöfel (1575), Adrian Willaert (1518 und 1556), William Byrd (1607), Heinrich Schütz (SWV 328, 1639), Michael Haydn (Uraufführung am 30. Mai 1784), Leoš Janáček (1900) und Morten Lauridsen (1997).
Mozarts Veni Sancte Spiritus KV 47 von 1768 vertont nicht diese Pfingstsequenz, sondern einen anderen liturgischen Gesang mit gleichem Anfang: „Veni Sancte Spiritus, reple tuorum corda fidelium et tui amoris in eis ignem accende.“ Dieser Text wurde unter anderem als Magnificat-Antiphon in der Pfingstvesper und als Vers zum Alleluia nach der Epistel an Pfingsten verwendet.