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Unicodeblock Notenschriftzeichen
Der Unicodeblock Notenschriftzeichen (Musical Symbols, U+1D100 bis U+1D1FF) enthält Zeichen aus den Notenschriften verschiedener Epochen und musikalischer …
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Überblick und Einordnung
Der Unicodeblock Notenschriftzeichen heißt auf Englisch „Musical Symbols“ und umfasst den Bereich U+1D100 bis U+1D1FF (119040 bis 119295). Er enthält Zeichen aus den Notenschriften verschiedener Epochen und musikalischer Stilrichtungen der westlichen Musik. Damit können Notenzeichen als einzelne Unicode-Zeichen digital dargestellt und verarbeitet werden.
Ein kombinierendes Notenschriftzeichen erscheint nur zusammen mit anderen Schriftzeichen, etwa um einen Notenkopf durch einen Notenhals, ein Fähnchen, einen Artikulationshinweis oder einen Verlängerungspunkt zu ergänzen. Einige wichtige, einfache Versetzungszeichen liegen nicht in diesem Block, sondern ab U+2669 im Unicodeblock Verschiedene Symbole.
Takt, Wiederholung, Systeme und Schlüssel
Zu Beginn des Blocks stehen Zeichen zur Gliederung eines Musikstücks: einfacher, doppelter, Schluss-, umgekehrter Schluss-, gestrichelter und kurzer Taktstrich (U+1D100 bis U+1D105). Wiederholungen und Sprünge werden unter anderem durch linkes und rechtes Wiederholungszeichen, Wiederholungspunkte, Dal Segno, Da capo, Segno und Coda dargestellt (U+1D106 bis U+1D10C). Weitere Zeichen sind Faulenzer für ein, zwei oder drei Wiederholungen, Fermate, Atemzeichen und Zäsur.
Für die Darstellung von Partituren gibt es geschwungene und gerade Akkoladenklammern sowie ein- bis sechszeilige Notensysteme. Griffdiagramme sind für sechs- oder viersaitige Instrumente vorhanden. Die Schlüssel umfassen Violinschlüssel beziehungsweise G-Schlüssel, C-Schlüssel, Bass- beziehungsweise F-Schlüssel und zwei Schlagzeugschlüssel; G- und F-Schlüssel gibt es auch mit Oktavierung nach oben oder unten.
Zu den Zeit- und Tonhöhenangaben gehören eine über mehrere Takte erstreckende Pause, Doppelkreuz, Doppel-b und mikrotonale Versetzungszeichen. Diese bezeichnen etwa „b erhöht“, „b erniedrigt“, „Auflösungszeichen erhöht“, „Kreuz erniedrigt“, Viertelton-Kreuz und Viertelton-b. Außerdem enthält der Block Zeichen für Viervierteltakt und Alla-Breve-Takt sowie für Oktavierung und Doppeloktavierung nach oben oder unten.
Notenwerte und Verbindungselemente
Der Block enthält Pausen für Doppelganze, Ganze, Halbe, Viertel, Achtel, Sechzehntel, Zweiunddreißigstel, Vierundsechzigstel und Hundertachtundzwanzigstel. Die entsprechenden Notenwerte reichen von Brevis (Doppelganze) über ganze, halbe und Viertelnote bis zur Hundertachtundzwanzigstelnote.
Daneben gibt es verschiedene Notenköpfe für Spezialnotation: X, Plus, X mit Kreis, weiße und schwarze Quadrate, Dreiecke in mehreren Ausrichtungen, Mondformen, Klammern, Cluster-Notenköpfe sowie einen Platzhalter für Noten ohne Notenkopf. U+1D157 ist der Notenkopf einer halben Note, U+1D158 der schwarze Notenkopf.
Kombinierende Zeichen ergänzen Noten um Notenhals, Notenhals für Sprechgesang, Tremolo, Verlängerungspunkt und Fähnchen für Achtel- bis Hundertachtundzwanzigstelnoten. Weitere Zeichen markieren Beginn und Ende von Balken, Haltebogen, Bindebogen und Phrasierungsbogen. Beispiele: U+1D165 ist der kombinierende Notenhals, U+1D16D der kombinierende Verlängerungspunkt; U+1D175 und U+1D176 bezeichnen Beginn und Ende eines Haltebogens.
Vortrag, Dynamik und Spielweise
Für die Ausführung von Tönen enthält der Block kombinierende Zeichen für Akzent, Staccato, Tenuto, Staccatissimo, Marcato, Marcato-Staccato, Akzent-Staccato und Portato. Hinzu kommen Arpeggio aufwärts oder abwärts sowie Doit, Rip, Flip, Smear, Bend, Doppelzunge und Tripelzunge.
Dynamische Angaben werden durch Zeichen für Rinforzando, Subito, z, Piano, Mezzo, Forte, Crescendo und Decrescendo abgedeckt. Verzierungen umfassen kurzen und langen Vorschlag, Triller, vor- und nachschlagenden Doppelschlag, Doppelschlag mit Querstrich, Hochkant-Doppelschlag und elf Verzierungszeichen. Außerdem gibt es Zeichen für Hauptstimme, Nebenstimme, Ende des Stimmenabschnitts und halbverminderten Vierklang.
Zur Spieltechnik gehören kombinierender Abstrich, Aufstrich, Flageolett und Bartók-Pizzicato. Für Klavier und andere Anwendungen stehen Pedal treten, Pedal loslassen und halbes Pedal zur Verfügung; weitere Zeichen bezeichnen Glissando aufwärts oder abwärts, Spiel mit Fingernägeln sowie Dämpfen und Alle dämpfen bei Handglocken.
Historische und gregorianische Notation
Der Bereich enthält auch Zeichen der älteren Mensuralnotation: Maxima, Longa, Brevis, weiße und schwarze Semibrevis, Minima, Semiminima und Fusa. Entsprechend existieren Pausen für Longa perfecta, Longa imperfecta, Brevis, Semibrevis, Minima und Semiminima.
Für Mensurzeichen sind Tempus perfectum und Tempus imperfectum jeweils mit Prolatio perfecta oder imperfecta enthalten; einige Varianten tragen die Zusätze „Diminution 1“, „Diminution 2“ oder „Diminution 3“. Ergänzt werden sie durch das Zeichen Croix.
Die gregorianische Notation ist durch gregorianischen C- und F-Schlüssel, B quadratum sowie Neumen wie Virga, Pes, Clivis, Scandicus, Climacus, Torculus, Porrectus und deren Varianten vertreten. Die Grafiktafel des Artikels zeigt die Zeichen als Grafik.