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Oktavierung
Die Oktavierung in der Musik ist die Versetzung eines Tones um eine Oktave. Es handelt sich um die einfachste Form der Transposition.
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Begriff und physikalische Bedeutung
Oktavierung bezeichnet in der Musik die Versetzung eines Tones um eine Oktave. Sie ist die einfachste Form der Transposition, also der Verschiebung von Tönen in eine andere Tonhöhe.
Bei der Hochoktavierung wird ein Ton eine Oktave nach oben versetzt und seine Frequenz verdoppelt. Bei der Tiefoktavierung wird er eine Oktave nach unten versetzt und seine Frequenz halbiert. Dies gilt für alle gebräuchlichen Stimmungen.
Notation einfacher und doppelter Oktavierung
Eine Oktavierung wird durch eine kleine kursive 8 oder durch 8va angezeigt; „ottava“ ist das italienische Wort für Oktave. Steht das Zeichen oberhalb einer Note oder eines Notensystems, sind die betreffenden Töne eine Oktave höher zu spielen. Steht es unterhalb, sind sie eine Oktave tiefer zu spielen. Bei längeren Passagen zeigt eine anschließende gestrichelte Linie, für welche Noten die Oktavierung gilt.
Früher wurde die Hochoktavierung auch ausdrücklich mit 8va alta, „ottava alta“ oder „ottava sopra“ bezeichnet. Für die Tiefoktavierung waren 8va bassa, „ottava bassa“ oder „ottava sotto“ gebräuchlich. Heute findet man dafür gelegentlich 8a b. oder das eigentlich inkorrekte, in moderneren Partituren aber gebräuchliche Zeichen 8vb.
Die Zahl 8 erklärt sich aus der Zählweise in einer diatonischen, also siebentönigen, Tonleiter: Eine Oktave umfasst sieben Tonschritte. Zählt man den Ausgangston als ersten Ton mit, ist der Zielton der achte, zum Beispiel c, d, e, f, g, a, h, c′.
Deutlich seltener kennzeichnen eine kursive 15 oder 15ma („quindicesima“) eine Versetzung um zwei Oktaven, die selten auch Doppeloktavierung genannt wird. Die Zahl 15 ergibt sich aus Ausgangston und 14 Tonschritten, also insgesamt fünfzehn gezählten Tönen.
Geltungsende und Notationspraxis
Das Ende einer Oktavierung kann mit „loco“ gekennzeichnet werden. Die lateinische beziehungsweise italienische Anweisung bedeutet „an seinem Platz“ und fordert die Rückkehr zur gewöhnlich notierten Tonlage. In der Violinliteratur hebt „loco“ außerdem andere Spielanweisungen auf, etwa „sul G“ („auf der G-Saite zu spielen“) oder „4me corde“ („auf der 4. Saite zu spielen“).
Ob sehr hohe oder tiefe Töne vollständig mit Hilfslinien ausgeschrieben oder vereinfacht mit 8va beziehungsweise 8vb notiert werden, hängt stark vom Instrument ab. Bei Violinen werden sehr hohe Töne häufig ausgeschrieben, weil Violinisten an viele Hilfslinien gewöhnt sind. Das gilt auch für Passagen, die besonders seit Spätromantik und Moderne, beispielsweise bei E. W. Korngold, bis in die drei- oder sogar viergestrichene Oktave reichen. Vergleichbar ist die Praxis bei sehr tiefen Tönen der Kontra(bass)tuba oder der nicht klingend notierten Bassklarinette.
Für das Klavier werden Oktavierungszeichen dagegen häufig verwendet. Bei Piccoloflöte, Celesta, Glockenspiel, Kontrabass und Kontrafagott kommen sie nahezu gar nicht vor, weil diese Instrumente ohnehin automatisch eine Oktave höher oder tiefer klingen als notiert.
Gilt die Oktavierung für den gesamten Bereich eines Notenschlüssels, kann sie direkt am Schlüssel angezeigt werden. Sie kann auch ganz entfallen, wenn die oktavierte Schreibweise für das betreffende Instrument oder die Singstimme üblich ist.
Abkürzende Spielanweisungen
„coll’ottava“, abgekürzt „coll 8va“ oder „c.o.“, bedeutet, dass mit Oktavverdoppelung gespielt werden soll.
„all’ottava“ weist an, eine Oktave höher oder tiefer als notiert zu spielen.