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Alla breve
Im heutigen Sinne ist damit ein gerader Takt gemeint, bei dem statt der üblichen Viertelnoten die halben Noten zur Zählzeit werden. An die Stelle des 4⁄ 4-Takts …
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Bedeutung und Verwendung
Alla breve (italienisch „nach (= gemäß) der brevis“), auch Allabreve oder Tempo maggiore, ist eine Taktangabe in der Musik. Die vollständige Bezeichnung lautet Tactus alla breve. Im heutigen Sinn bezeichnet sie einen geraden Takt, in dem halbe Noten statt der sonst üblichen Viertelnoten die Zählzeiten bilden.
Dabei ersetzt ein ^{2}⁄{2}-Takt, das „kleine Allabreve“, den ^{4}⁄{4}-Takt, der historisch alla semibreve genannt wird. Deshalb eignet sich die Angabe besonders für sehr schnelle Stücke, etwa prestissimo oder vivacissimo mit über 200 Schlägen pro Minute. Alla breve verlangt im Allgemeinen eine deutlich schnellere Ausführung der Notenwerte, jedoch nicht zwingend genau das doppelte Tempo.
Der früher, bis in die Renaissancemusik, sehr gebräuchliche ^{4}⁄_{2}-Takt heißt „großes Allabreve“ und ist in späterer Musik selten. Im englischen Sprachraum und in der populären Musik wird alla breve auch cut time genannt.
Historischer Hintergrund und Tempo
Der Begriff stammt aus der Mensuralnotation des 15. und 16. Jahrhunderts. Ein Dreier-Metrum wurde wegen des Bezugs zur Trinität tempus perfectum genannt und mit einem Kreis als Mensurzeichen dargestellt. Das Zweier-Metrum galt als tempus imperfectum und erhielt einen Halbkreis als Zeichen.
Beim tempus imperfectum diminutum werden die Notenwerte im Verhältnis 1:2 umgewandelt; sein Zeichen war ein Halbkreis mit einem Punkt. Die Zeichen für tempus imperfectum und tempus imperfectum diminutum blieben in den Formen des 4/4-Takts und von alla breve als Taktangaben der heutigen Notenschrift erhalten.
Ob alla breve eine Beschleunigung oder sogar Verdoppelung des Tempos bedeutet, lässt sich nicht für alle Epochen gleich beantworten. Nach Gotthold Frotscher konnte es in unterschiedlichen Kompositionen desselben Komponisten sowohl eine Verdoppelung als auch eine Halbierung des Brevis-Wertes bedeuten, beispielsweise bei Wilhelm Friedemann Bach. Johann Georg Sulzer verlangte in seiner Theorie der schönen Künste (1771 ff.) eine Verdoppelung des Tempos. Johann Philipp Kirnberger forderte in der Regel ebenfalls eine Verdoppelung: Der Allabrevetakt solle zwar schwer und nachdrücklich, aber doppelt so schnell ausgeführt werden, wie die Notenwerte anzeigen. Ausnahmen gelten, wenn Zusätze wie grave oder adagio eine langsamere Bewegung verlangen.