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Der Tod eines Handlungsreisenden
Death of a Salesman. Produktionsland, Vereinigte Staaten. Originalsprache, Englisch. Erscheinungsjahr, 1951 · Länge, 108 Minuten. Altersfreigabe · FSK 16. Stab.
Inhalt6 Abschnitte
Überblick
Der Tod eines Handlungsreisenden ist ein US-amerikanisches Drama aus dem Jahr 1951. Der Originaltitel lautet Death of a Salesman. Der Film ist 108 Minuten lang, wurde in englischer Sprache gedreht und ist eine Literaturverfilmung des gleichnamigen Theaterstücks von Arthur Miller. Regie führte László Benedek, das Drehbuch schrieb Stanley Roberts, produziert wurde der Film von Stanley Kramer. Die Musik stammt von Alex North, die Kamera führte Franz Planer. In den Hauptrollen spielen Fredric March als Willy Loman, Mildred Dunnock als Linda Loman, Kevin McCarthy als Biff Loman und Cameron Mitchell als Harold „Happy“ Loman.
Im Mittelpunkt steht Willy Loman, ein 60-jähriger Handlungsreisender, der nach Jahrzehnten harter Arbeit körperlich und seelisch erschöpft ist. Der Film zeigt seinen Konflikt zwischen Wunschdenken und Realität: Willy hält an Vorstellungen von beruflichem Erfolg, Anerkennung und familiärem Aufstieg fest, während sein tatsächliches Leben von Misserfolg, Schulden, Demütigungen und Enttäuschungen geprägt ist.
Willys Lage und seine Familie
Willy Loman kommt nachts nach einer langen und anstrengenden Arbeitsreise nach Hause. Seine Frau Linda empfängt ihn liebevoll. Er erzählt ihr erschöpft, dass er schon in vier Stunden wieder aufbrechen müsse. Als älterer Mann empfindet er die Reisen als kaum noch zumutbar. Nach Jahrzehnten im Dienst seines Unternehmens wünscht er sich eine Arbeit in New York City, damit er nicht mehr so weit reisen muss.
Gleichzeitig ist Willy unzufrieden mit seinen Söhnen. Besonders von seinem ältesten Sohn Biff erwartet er, dass er sein Leben ordnet und sein angeblich großes Potenzial ausschöpft. Biff möchte aber nicht den Idealen seines Vaters entsprechen. Er stellt sich eher ein einfaches Leben mit Arbeit auf einer Farm vor. Biff und sein jüngerer Bruder Happy machen sich Sorgen um Willys geistige Gesundheit, weil er häufig Selbstgespräche führt, schreit und besonders Biff beschimpft.
Willy erlebt Erinnerungen, Hoffnungen und Halluzinationen so lebhaft, dass seine Familie sie bemerkt. In seinen Rückblicken erscheint ihm die Vergangenheit als Zeit großer Möglichkeiten. Er erinnert sich daran, dass er früher zehn bis zwölf Stunden am Tag arbeitete und dennoch kaum genug Geld hatte. Besonders wichtig war ihm die Erziehung seiner Söhne, die es einmal besser haben sollten als er. Ein Vorbild ist für ihn sein Bruder Ben: Dieser sei mit 17 Jahren in den Dschungel gegangen und mit 21 Jahren als reicher Mann zurückgekehrt. Willy eifert Ben nach und stellt sich immer wieder vor, ihn um Rat zu fragen.
Scheitern der Hoffnungen
Linda verteidigt Willy gegen die Vorwürfe der Söhne. Für sie ist er kein charakterloser Mensch, sondern jemand, der an seinen eigenen Ansprüchen gescheitert ist und viel Ablehnung erfahren hat. Sie erklärt, wie demütigend es für ihn sei, regelmäßig den Nachbarn Charley um Geld bitten zu müssen, damit er seiner Familie weiterhin vorspielen kann, sie versorgen zu können. Außerdem habe Willy bereits versucht, sich das Leben zu nehmen. Um einen weiteren Versuch zu verhindern, erklärt Biff sich bereit, den Erwartungen seines Vaters entgegenzukommen. Er will seinen früheren Jugendfreund Bill Oliver treffen und ihn um Geld für eine Geschäftsidee bitten. Willy ist sofort begeistert und rät Biff sogar, nicht weniger als 15.000 US-Dollar zu verlangen.
Am nächsten Morgen versucht auch Willy einen Neuanfang. Er trifft seinen Chef Howard Wagner und bittet um eine bessere Stelle in New York. Willy erinnert daran, dass er ein früheres Angebot seines Bruders Ben, in Alaska erfolgreicher Geschäftsmann zu werden, abgelehnt habe, um für Howards Vater zu arbeiten. Howard interessiert sich jedoch kaum dafür. Wegen Willys schlechter Verkaufszahlen lehnt er die Bitte ab. Als Willy wütend wird, entlässt Howard ihn mit der Begründung, er könne die Firma so nicht vertreten.
Danach sucht Willy Charley auf und erhält wie jede Woche 50 US-Dollar von ihm. Aus Stolz lehnt er zugleich Charleys Angebot ab, für ihn zu arbeiten. Willy fragt Charley, warum dessen Sohn Bernard so erfolgreich geworden sei, während Biff gescheitert sei. Bernard steht kurz davor, als Anwalt seinen ersten Fall vor dem Obersten Gerichtshof zu vertreten. Charley erklärt, er habe seinen Sohn nie gedrängt, sondern darauf vertraut, dass dieser die richtige Entscheidung treffe. Willy fühlt sich davon angegriffen und behauptet, auch Biff werde bald Erfolg haben.
Konflikt mit Biff und Ende
Biff trifft Happy in einem Café und erzählt ihm, dass er von Bill Oliver kein Geld bekommen hat. Oliver konnte sich nicht einmal mehr an ihn erinnern. Für Biff wird dadurch deutlich, dass sein Leben von Versagen und Scheitern geprägt ist. Er will keine weitere Lüge leben und seinem Vater endlich die Wahrheit sagen. Als Willy dazukommt und von der gescheiterten Bitte erfährt, flüchtet er wieder in eine Erinnerung und hört Biff nicht mehr richtig zu. Biff folgt ihm aus Angst, Willy könne sich etwas antun. Happy dagegen kümmert sich wenig um das Schicksal seines Vaters und flirtet mit Miss Forsythe.
Am Abend will Biff endgültig die Familie verlassen. Er erklärt, dass eine frühere Erfahrung sein Leben verändert habe: Er habe erfahren, dass sein Vater eine Affäre mit einer anderen Frau hatte. Danach sei er nicht zur Sommerschule gegangen, habe kein College besucht und sei von Gelegenheitsjob zu Gelegenheitsjob gewechselt. Biff macht Willys Erziehung dafür mitverantwortlich, dass er von falschem Ehrgeiz getrieben wurde, drei Monate im Gefängnis verbrachte und nicht glücklich wurde.
In einem emotionalen Streit sagt Biff, er wolle sein Leben nicht wegwerfen, sondern glücklich werden und frei von seinem Vater leben. Willy erkennt in Biffs Wut und Tränen, dass Biff ihn die ganze Zeit geliebt hat. Diese Erkenntnis überrascht ihn tief. Trotzdem hört er nicht auf Linda, die ihn bittet, mit ins Bett zu kommen. Stattdessen fährt er mit seinem Auto in die Stadt und in den Tod. Zur Beerdigung kommt anschließend niemand. Linda ist tieftraurig, weil die letzte Rate für das Haus gerade abbezahlt ist, nun aber außer ihr niemand mehr darin wohnt.
Synchronisation und Bewertung
Der Film wurde zweimal deutsch synchronisiert. Über die erste Synchronisation ist nichts bekannt. Die zweite Synchronfassung entstand 1967 bei der RIVA Synchron in München. Dialogbuch und Dialogregie stammten von Herbert Weicker. In dieser Fassung sprach Heinz Engelmann die Rolle des Willy Loman, Ursula Traun sprach Linda Loman, Thomas Braut sprach Biff Loman und Klaus Kindler sprach Harold „Happy“ Loman.
Die Kritik hob vor allem die düstere Wirkung, die Nähe zur Vorlage und die Darstellung innerer Konflikte hervor. Bosley Crowther von der New York Times beschrieb den Film als „düster deprimierenden Film“, der dafür „gefeiert werden sollte, dass er einen in den Whirlpool [des] Lebens peitscht.“ Er lobte das Drama, die Originaltreue und die schauspielerischen Leistungen. Das Lexikon des internationalen Films betonte, der Film veranschauliche durch Bildreflexion und Montage die psychischen Schwankungen zwischen Wunschdenken und Realität. Der Evangelische Film-Beobachter sah in der Geschichte eines Mannes, der aus der Nüchternheit seines Lebens in die Illusion flieht und daran zugrunde geht, eine beispielhafte Aussage über die Situation des modernen Menschen.
Auszeichnungen
Bei der Oscarverleihung 1952 erhielt Der Tod eines Handlungsreisenden mehrere Nominierungen: Fredric March wurde als bester Hauptdarsteller nominiert, Kevin McCarthy als bester Nebendarsteller und Mildred Dunnock als beste Nebendarstellerin. Außerdem gab es Nominierungen für die beste Kamera für Fanz Planer und die beste Filmmusik für Alex North.
Bei den Golden Globe Awards 1952 gewann Fredric March den Preis als bester Hauptdarsteller in einem Drama. László Benedek wurde für die beste Regie ausgezeichnet, Kevin McCarthy als bester Nachwuchsdarsteller und Franz Planer für die beste Kamera.
Beim British Academy Film Award 1953 wurde Fredric March als bester ausländischer Darsteller nominiert. Außerdem erhielt der Film eine Nominierung als bester adaptierter Film. Weitere Anerkennung erhielt er als Film des Monats Juli 1953 der Evangelischen Filmgilde.