Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
The World’s Most Dangerous Show
The World's Most Dangerous Show ist eine deutsche Dokumentarserie über den Klimawandel. Der deutsche Moderator Joko Winterscheidt reist darin durch die Welt …
Inhalt6 Abschnitte
Konzept und Entstehung
„The World’s Most Dangerous Show“ ist eine sechsteilige deutsche Dokumentarserie über den Klimawandel. Moderator Joko Winterscheidt reist durch verschiedene Länder, um Folgen der Klimakrise, mögliche Gegenmaßnahmen und die Verantwortung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu untersuchen. Dabei verbindet die Serie Reportagen, Gespräche mit Fachleuten und Aktivisten, Spielszenen sowie selbstkritische Überlegungen des Moderators.
Produziert wurde die deutschsprachige Serie von Florida Entertainment und 27 km. Alle sechs Folgen der einzigen Staffel erschienen im Juni 2023 auf Amazon Prime Video; die Premiere war am 7. Juni 2023. Im Sommer 2024 wurde sie erstmals auf ProSieben im Fernsehen ausgestrahlt.
Winterscheidt hatte bereits früher eine Klimadokumentation geplant, befürchtete jedoch Greenwashing durch beteiligte Unternehmen. Greenwashing bezeichnet den Versuch, sich umweltfreundlicher darzustellen, als man tatsächlich handelt. Nach seiner Aussage gewährte Amazon ihm bei Budget und selbstkritischer Gestaltung freie Hand.
Technische und wirtschaftliche Lösungsansätze
In der ersten Folge sucht Winterscheidt nach technischen und natürlichen Lösungen für die Klimakrise. Er fährt mit einem solarbetriebenen Auto und besucht auf Island eine Anlage, die Kohlendioxid aus der Luft filtert und in den Boden pumpt. Mit der Autorin Maja Göpel spricht er über Moore als natürliche CO₂-Speicher. In Kopenhagen untersucht er Radwege und moderne Verkehrspolitik sowie die Müllverbrennungsanlage Amager Bakke, die zugleich als Skipiste genutzt wird. Nach einem Interview mit Bill Gates thematisiert die Serie selbstkritisch den vermeidbaren Flug des Moderators.
Die zweite Folge fragt nach dem Einfluss der Wirtschaft. Im Kern County besichtigt Winterscheidt große Erdölförderflächen und spricht mit Aktivisten über Luftverschmutzung und Gesundheitsgefahren. Wegen des großen wirtschaftlichen Einflusses der Investmentfirma BlackRock trifft er deren Deutschland-Chef in Schwalmtal sowie den Whistleblower Tariq Fancy. Als Gegenbeispiele zur fossilen Wirtschaft zeigt die Folge eine Offshore-Windanlage des Unternehmens Ørsted und die ökologische Suchmaschine Ecosia. Spielszenen erläutern wirtschaftliche Zusammenhänge.
Greenwashing und persönliche Verantwortung
Die dritte Folge behandelt Greenwashing und Desinformation. Das von Oliver Kalkofe verkörperte Gewissen des Moderators hinterfragt dabei besonders die Beteiligung von Amazon an der Serie.
Christian Stöcker erläutert die Bedeutung individuellen Verhaltens, weist aber zugleich darauf hin, dass der Begriff des persönlichen CO₂-Fußabdrucks vom fossilen Konzern BP verbreitet wurde. Damit stellt die Folge die Frage, wie persönliche Verantwortung und die Verantwortung großer Unternehmen zusammenhängen. Der Schauspieler Uwe Ochsenknecht präsentiert weitere Desinformationskampagnen der Industrie zum Klimawandel. Die Klimaaktivistin Clara Mayer berichtet außerdem über ihre Klage gegen den Autohersteller Volkswagen.
Landwirtschaft und Ernährung
Die vierte Folge untersucht die Klimawirkungen von Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie. Winterscheidt diskutiert darüber mit der Klimaaktivistin Luisa Neubauer, der Rapperin Loredana, dem Tönnies-Manager Thomas Dosch und dem Ernährungswissenschaftler Marco Springmann.
Bilder einer riesigen industriellen Rinderzucht werden einem Besuch auf einer kalifornischen Farm gegenübergestellt, die nachhaltiges „Holistic Grazing“ betreibt. Als weitere mögliche Lösung zeigt die Serie In-vitro-Fleisch, also im Labor erzeugtes Fleisch, aus einem Labor im Silicon Valley. Die Gesprächsrunde erörtert außerdem, wie Menschen von der Notwendigkeit klimapolitischer Maßnahmen überzeugt werden können.
Klimagerechtigkeit und Afrika
Die fünfte Folge widmet sich der Klimagerechtigkeit. Gemeint ist die Frage, wie Ursachen und Folgen des Klimawandels sowie die Möglichkeiten zum Schutz davor gerecht verteilt werden können. Im Mittelpunkt steht die Benachteiligung Afrikas gegenüber der westlichen Welt.
In Uganda begegnet Winterscheidt den „neuen Big Five“: Damit sind hier keine Tiere gemeint, sondern Probleme wie Müll und Land Grabbing, also die großflächige Aneignung oder Kontrolle von Land. Eine Klimaaktivistin und ein lokaler Filmproduzent schildern ihre Perspektiven. In Gambia trifft Winterscheidt Frauen, die Nussschalen zu Kohle verarbeiten und Bäume am Strand pflanzen, um Küstenerosion aufzuhalten. Außerdem stellt die Folge Afrikas Grüne Mauer im Sahel vor.
Systemwandel und Gesamtfazit
Die letzte Folge fragt, ob die zuvor gezeigten Maßnahmen innerhalb des Kapitalismus ausreichen oder ob ein grundlegender Systemwechsel nötig ist. Winterscheidt besucht die Proteste in Lützerath und spricht mit Luisa Neubauer und weiteren Aktivisten, die das Energieunternehmen RWE stoppen wollen. Außerdem interviewt er Wirtschaftsminister Robert Habeck.
Als möglicher Kompromiss wird „grünes Wachstum“ vorgestellt: Wirtschaftswachstum soll mit einer klimagerechten Zukunft verbunden werden. Die Journalistin Ulrike Herrmann bezweifelt jedoch, dass solche Konzepte ausreichen. Die Wirtschaftswissenschaftlerin Claudia Kemfert sieht vor allem dezentrale Lösungen als aussichtsreich, also Maßnahmen, die nicht nur zentral gesteuert, sondern an vielen Orten umgesetzt werden.
Im Epilog fasst Winterscheidt seine Gedanken zusammen. Angesichts der Größe und Komplexität des Klimaproblems fühlt er sich überfordert, bleibt aber nicht hoffnungslos. Damit endet die Serie ohne eine einzelne, einfache Lösung: Sie zeigt technische Innovationen, natürliche CO₂-Speicher, Veränderungen in Verkehr, Wirtschaft und Ernährung, Klimagerechtigkeit sowie politische und gesellschaftliche Reformen als miteinander verbundene Handlungsfelder.