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The New World

The New World ist ein Spielfilm des US-amerikanischen Regisseurs Terrence Malick aus dem Jahr 2005. ... Der Abenteuerfilm basiert auf einem Original-Drehbuch …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Film und historischer Stoff
  2. 2. Gründung von Jamestown und Begegnung mit Pocahontas
  3. 3. Pocahontas zwischen zwei Lebenswelten
  4. 4. Produktion und filmische Gestaltung
  5. 5. Aufnahme und Auszeichnungen

Film und historischer Stoff

The New World ist ein US-amerikanischer Abenteuerfilm von Terrence Malick aus dem Jahr 2005. Malick führte Regie, schrieb das Originaldrehbuch und war an der Produktion beteiligt. Der englischsprachige Film dauert 131 Minuten und ist in Deutschland ab 12 Jahren, in Österreich ab 10 Jahren freigegeben. Die Hauptrollen spielen Q’orianka Kilcher als Pocahontas und Colin Farrell als John Smith; Christian Bale verkörpert John Rolfe. Die Musik stammt von James Horner, die Kameraarbeit von Emmanuel Lubezki.

Der Film behandelt die Gründung der englischen Siedlung Jamestown und die Begegnung der Kolonisten mit den amerikanischen Ureinwohnern. Im Mittelpunkt steht die bekannte Legende einer Liebesbeziehung zwischen dem Abenteurer John Smith (1580–1631) und Pocahontas (1595–1617), die zwischen den Stämmen der Algonkin-Konföderation und den englischen Kolonisten vermittelte. Diese Liaison ist historisch nicht belegt; der Film bietet Malicks eigene Interpretation des Stoffes. Damit verbindet er eine persönliche Liebesgeschichte mit dem gewaltsamen Zusammentreffen unterschiedlicher Kulturen und Lebensweisen.

Gründung von Jamestown und Begegnung mit Pocahontas

Im April 1607 erreichen drei englische Schiffe mit insgesamt 103 Männern die Ostküste Nordamerikas. Im Auftrag der königlich beurkundeten Virginia Company sollen die Männer dort einen kulturellen, religiösen und wirtschaftlichen Stützpunkt errichten. Auf dem Flaggschiff Susan Constant befindet sich der 27-jährige John Smith, der wegen Gehorsamsverweigerung in Ketten liegt. Captain Christopher Newport begnadigt ihn, weil die Expedition jeden leistungsfähigen Mann benötigt.

Die Siedler gründen Jamestown zu Ehren von König James I. von England. Anfangs sind ihre Beziehungen zu den amerikanischen Ureinwohnern unter Häuptling Powhatan freundlich. Sprachliche und kulturelle Missverständnisse führen jedoch zu wachsenden Spannungen und ersten Kämpfen. Smith sucht Unterstützung bei den Algonquian, wird aber von Kriegern gefangen genommen. Als er getötet werden soll, stellt sich Pocahontas, Powhatans jüngste Tochter, schützend vor ihn und bewegt ihren Vater dazu, ihn zu verschonen.

Smith lernt die friedliche Lebensweise der Ureinwohner kennen und verbringt zunehmend Zeit mit Pocahontas. Beide verlieben sich, doch Powhatan betrachtet ihre Beziehung mit Sorge. Nach Wintereinbruch begleitet eine Gruppe aus Pocahontas’ Dorf Smith nach Jamestown und bringt den hungernden Kolonisten Nahrung. Die Unbeherrschtheit einiger Engländer löst erneut einen Streit aus, der in einem blutigen Kampf mit vielen Toten endet.

Pocahontas zwischen zwei Lebenswelten

Weil Pocahontas den Engländern während des harten Winters mit Lebensmitteln geholfen hat, schickt Powhatan sie zu ihrem Onkel im Norden ins Exil. Dort wird sie gegen einen Kupferkessel an die Bewohner Jamestowns verkauft. Die Kolonisten benutzen sie als Geisel, um ihren Vater zur Beendigung der Angriffe auf die Siedlung zu zwingen. John Smith erhält einen neuen Expeditionsauftrag und verlässt sowohl die Kolonie als auch Pocahontas. Man lässt sie glauben, er sei während der Überfahrt gestorben, woraufhin sie in tiefe Traurigkeit fällt.

Durch die Ankunft weiterer Schiffe stabilisiert sich Jamestown und wächst. Pocahontas übernimmt zunehmend die englische Lebensweise, lernt Lesen und Schreiben und wird auf den Namen „Rebecca“ getauft. Einige Monate später nimmt sie den Heiratsantrag des Plantagenbesitzers John Rolfe an. Das Paar baut Tabak an und bekommt seinen einzigen Sohn Thomas.

Nach einigen Jahren erfährt Pocahontas zufällig, dass Smith noch lebt. Diese Nachricht lässt sie an ihrer Ehe zweifeln. Als Rolfe und seine Familie von reichen Verwandten nach England eingeladen werden, reisen sie dorthin und wohnen in einem Schloss. Als „Lady Rebecca“ erregt Pocahontas in London und in Adelskreisen Aufmerksamkeit. Am Königshof zeigt sie König James Tiere aus Amerika; sie selbst ist von den großen Steinhäusern, den farbigen Kirchenfenstern und der Musik beeindruckt. Bei einer letzten Begegnung mit John Smith entscheidet sie sich für die Treue zu Rolfe. Das Ehepaar plant die Rückkehr nach Virginia, doch Pocahontas erkrankt kurz vor der Abfahrt schwer und stirbt. Rolfe reist allein mit Thomas zurück.

Produktion und filmische Gestaltung

Nach einer intensiven internationalen Suche wurde Q’orianka Kilcher für die Rolle der Pocahontas ausgewählt. Zur weiteren Besetzung gehören unter anderem Christopher Plummer und Christian Bale. Zu Malicks Team zählten Kameramann Emmanuel Lubezki, Kostümdesignerin Jacqueline West und Produktionsdesigner Jack Fisk.

Die Dreharbeiten begannen am 26. Juli 2004 an Originalschauplätzen in und um Jamestown im US-Bundesstaat Virginia. Die Produktionskosten werden auf 30 Millionen US-Dollar geschätzt. The New World war der erste Film seit 1997, der unter anderem auf 65-mm-Film gedreht wurde. Gegenüber dem üblichen 35-mm-Material bietet dieses Format eine mehr als dreimal so große Bildfläche. Dadurch ermöglicht es einen höheren Detailreichtum und stärkere Vergrößerungen für große Leinwände. Das Bildseitenverhältnis beträgt 2,2:1 und ähnelt dem breiten Cinemascope-Format, benötigt aber keine Anamorphot-Objektive.

Der zunächst für November 2005 geplante US-Start wurde verschoben. Der Film lief am 25. Dezember 2005 in ausgewählten US-Kinos und am 2. März 2006 in Deutschland an. Nach Hanns-Georg Rodek wurden aus der zweieinhalbstündigen Premierenfassung als kommerzieller Kompromiss 15 ruhigere Minuten entfernt. Die längste Fassung, The New World – The Extended Cut, dauert 172 Minuten.

Die Anfangs- und Schlussszenen sind mit dem Vorspiel zu Richard Wagners Oper „Das Rheingold“ unterlegt; die Melodie kehrt auch während der Handlung mehrfach wieder. Der ausgestorbene Karolinasittich wurde für eine Sequenz durch Computeranimation dargestellt.

Aufnahme und Auszeichnungen

Die Kritiken fielen überwiegend positiv, aber nicht einheitlich aus. Rotten Tomatoes verzeichnete 116 positive und 70 negative Rezensionen; bei Metacritic standen 27 positive und 11 gemischte Veröffentlichungen keinen negativen gegenüber. 80.029 Nutzer der Internet Movie Database vergaben im gewichteten Durchschnitt 6,7 von 10 Punkten. Gelobt wurden besonders die Bildkraft, die poetische Gestaltung sowie das Zusammenspiel von Kamera, Schnitt und Musik. Kritische Stimmen beanstandeten dagegen das langsame Erzähltempo, die Darstellung der Liebesgeschichte und die Musik.

Q’orianka Kilcher erhielt 2005 vom National Board of Review die Auszeichnung als beste Nachwuchsdarstellerin. Bei der Oscar-Verleihung am 5. März 2006 war Emmanuel Lubezki für die beste Kamera nominiert. Hinzu kamen Nominierungen der Broadcast Film Critics Association für Kilcher und die Filmmusik sowie drei Nominierungen der Online Film Critics Society für Nachwuchsdarstellerin, Filmmusik und Kamera. In einer BBC-Umfrage zu den 100 bedeutendsten Filmen des 21. Jahrhunderts erreichte The New World 2016 den 39. Platz.

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