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Teilstreitkraft
Eine Teilstreitkraft (abgekürzt TSK; englisch military branch oder armed service) ist als Bestandteil der Streitkräfte bestimmt zu Kampfhandlungen in einer …
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Begriff und Aufgabe
Eine Teilstreitkraft (TSK) ist ein Bestandteil der Streitkräfte, der für Kampfhandlungen in einer bestimmten Dimension oder Sphäre vorgesehen ist. Die klassischen Dimensionen sind Land, Luft und Wasser.
Waffensysteme, Ausrüstung, Gliederung, Ausbildung und Versorgung einer Teilstreitkraft sind auf ihre jeweilige Dimension zugeschnitten. In der Regel wird eine Teilstreitkraft durch ein Oberkommando geführt. Sie kann Operationen selbstständig oder gemeinsam mit Kräften anderer Teilstreitkräfte durchführen.
Entwicklung und klassische Einteilung
Teilstreitkräfte entstanden mit der massenhaften Einführung moderner Waffen und technischer Kampfmittel, die durch den wissenschaftlich-technischen Fortschritt ständig weiterentwickelt wurden.
Das traditionelle Heer entwickelte sich zu den Landstreitkräften und ist in den meisten Ländern die älteste und größte Teilstreitkraft. Aus der Flotte gingen die Seestreitkräfte beziehungsweise die Kriegsmarine hervor. Luftstreitkräfte entstanden erst Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Aufkommen der Luftfahrt.
Die meisten Staaten folgen der klassischen Unterteilung, die sich nach dem Ersten Weltkrieg durchsetzte:
- Landstreitkräfte oder Heer für Operationen am Boden
- Luftstreitkräfte oder Luftwaffe für Operationen in der Luft
- Seestreitkräfte oder Marine für Operationen auf dem Wasser
Staaten ohne Zugang zum Meer besitzen teilweise keine Marine. Andere Länder haben zusätzliche Teilstreitkräfte eingerichtet.
Aufbau und Einsatz
Teilstreitkräfte gliedern sich in Truppengattungen beziehungsweise Waffengattungen, Fliegergattungen, Spezialtruppen, Dienstbereiche und die zugehörigen Verbände.
Sie verwenden sowohl allgemeine als auch für die jeweilige Teilstreitkraft besondere Methoden, um technische Kampfmittel einzusetzen. Dies geschieht auf drei Ebenen: taktisch im unmittelbaren Gefecht, operativ bei größeren militärischen Operationen und strategisch im Rahmen übergeordneter Ziele. Jede Teilstreitkraft verfügt deshalb über eine gattungsspezifische Operative Kunst und Taktik.
Das Zusammenwirken mehrerer Teilstreitkräfte wird als Gefecht verbundener Kräfte bezeichnet.
Weitere Formen in verschiedenen Staaten
Neben Heer, Luftwaffe und Marine organisieren manche Staaten weitere Kräfte als eigene Teilstreitkräfte. Dazu können militärpolizeiliche oder paramilitärische Kräfte wie Gendarmerie, Grenzschutz und Küstenwache, medizinische Einheiten, Atomstreitkräfte, Spezialeinheiten, Marineinfanterie, Cyberkräfte oder Weltraumstreitkräfte gehören.
Beispiele sind die medizinische Komponente der belgischen Verteidigung, die französische Gendarmerie nationale und die französische Nuklearstreitkraft, die italienischen Carabinieri, die niederländische Koninklijke Marechaussee sowie die polnischen Wojska Specjalne. Russland führt unter anderem Luftlandetruppen und Strategische Raketentruppen auf, Südkorea die Haebyeongdae als Marineinfanterie. In den USA gehören Marine Corps, Coast Guard und Space Force zu den zusätzlich aufgeführten Teilstreitkräften.
Teilstreitkräfte der Bundeswehr
Seit 2024 umfasst die Bundeswehr vier Teilstreitkräfte:
- Heer
- Luftwaffe
- Marine
- Cyber- und Informationsraum
Der Cyber- und Informationsraum wurde 2017 geschaffen. Bis zum 1. Mai 2024 war er ein militärischer Organisationsbereich und ist seitdem eine Teilstreitkraft.
Zu den Streitkräften gehört außerdem der Unterstützungsbereich. Er ging aus den im Jahr 2000 geschaffenen militärischen Organisationsbereichen Streitkräftebasis und Zentraler Sanitätsdienst hervor. Der Cyber- und Informationsraum und der Unterstützungsbereich besitzen keine eigenen Uniformen. Ihre Soldaten tragen die Uniform der Teilstreitkraft, aus der ihr Truppenteil oder der versetzte Soldat ursprünglich stammt. Weil sie trotzdem keine Heeres-, Luftwaffen- oder Marinesoldaten sind, werden sie als Uniformträger Heer, Luftwaffe oder Marine bezeichnet.
Die Zugehörigkeit zu einer Teilstreitkraft beeinflusst teilweise weiterhin die Laufbahn und Ausbildung. Beispielsweise erhalten Heeresuniformträger der Streitkräftebasis ihre nicht fachbezogene Offizierausbildung an der Offizierschule des Heeres. Die Unteroffizierschule der Luftwaffe nimmt nur Luftwaffensoldaten und Luftwaffenuniformträger anderer Organisationsbereiche zu Lehrgängen auf.
Neben den Streitkräften besitzt die Bundeswehr fünf zivile Organisationsbereiche: Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung; Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen; Personal; Militärseelsorge sowie Rechtspflege. Die ersten drei bilden zusammen die Bundeswehrverwaltung.