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Teilbarkeit

Teilbarkeitsregeln für die Zahlen von 1 bis 20 · 1, immer teilbar · 2, Die letzte Ziffer ist eine 0, 2, 4, 6 oder 8, d. · 3, Die Quersumme ist durch 3 teilbar.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundbegriff und zentrale Eigenschaften
  2. 2. Regeln für Zweier-, Fünfer- und Zehnerpotenzen
  3. 3. Quersummen als allgemeines Verfahren
  4. 4. Spezielle Regeln für 7, 17, 19 und 37
  5. 5. Regeln für beliebige Teiler und Zahlensysteme
  6. 6. Teilbarkeit in der Algebra und algorithmische Komplexität

Grundbegriff und zentrale Eigenschaften

Teilbarkeit ist eine zweistellige Relation auf den ganzen Zahlen. Eine ganze Zahl a teilt eine ganze Zahl b genau dann, wenn es eine ganze Zahl n gibt mit a · n = b. Dann schreibt man a ∣ b; b heißt ein Vielfaches von a. Gilt dies nicht, schreibt man a ∤ b. Anschaulich geht die Division b : a ohne Rest auf: 8 ist durch 4 teilbar, weil 8 : 4 = 2, 9 dagegen nicht durch 4, weil der Rest 1 bleibt.

Die 0 ist ein Sonderfall: Jede Zahl a teilt 0, da a · 0 = 0. Außerdem ist 0 ein Teiler von sich selbst, obwohl die Division durch 0 im Allgemeinen nicht definiert ist. Die Einheiten des Rings ℤ der ganzen Zahlen sind 1 und −1; sie sind triviale Teiler jeder ganzen Zahl. Für b ≠ 0 heißen die übrigen Teiler, also neben ±1 und ±b, nichttriviale oder echte Teiler.

Eine ganze Zahl, die keine Einheit ist und nur triviale Teiler besitzt, heißt Primelement; ist sie größer als 1, nennt man sie Primzahl. Ein Primteiler oder Primfaktor von b ist ein Primteiler von b. Die Menge aller Teiler einer natürlichen Zahl n heißt Teilermenge, die Menge aller Vielfachen Vielfachenmenge. Die Teileranzahlfunktion ordnet n die Anzahl seiner Teiler zu.

Wichtige Eigenschaften sind:

  • Aus a ∣ b folgt −a ∣ b und a ∣ −b.
  • Aus a ∣ b und b ∣ c folgt a ∣ c (Transitivität).
  • Für k ∈ ℤ \ {0} gilt a ∣ b genau dann, wenn ka ∣ kb.
  • Aus a ∣ b und c ∣ d folgt ac ∣ bd.
  • Aus a ∣ b und a ∣ c folgt a ∣ kb + lc für alle k, l ∈ ℤ.
  • Aus a ∣ b und b ∣ a folgt a = b oder a = −b.

Die natürlichen Zahlen ℕ₀ bilden mit der Teilbarkeitsrelation eine quasigeordnete Menge und sogar einen vollständigen distributiven Verband. Die Verknüpfungen sind kleinstes gemeinsames Vielfaches (kgV) und größter gemeinsamer Teiler (ggT); 1 ist das kleinste, 0 das größte Element.

Regeln für Zweier-, Fünfer- und Zehnerpotenzen

Im Dezimalsystem genügt bei vielen Teilern die Untersuchung der letzten Ziffern:

  • Teilbarkeit durch 2 liegt genau dann vor, wenn die letzte Ziffer 0, 2, 4, 6 oder 8 ist. Durch 4 ist eine Zahl genau dann teilbar, wenn die letzten beiden Ziffern eine durch 4 teilbare Zahl bilden. Gleichwertig ist die Summe aus der letzten Ziffer und dem Doppelten der vorletzten Ziffer durch 4 teilbar.
  • Durch 8 ist eine Zahl genau dann teilbar, wenn die letzten drei Ziffern durch 8 teilbar sind. Gleichwertig ist die Summe aus letzter Ziffer, dem Doppelten der vorletzten und dem Vierfachen der vorvorletzten Ziffer durch 8 teilbar.
  • Allgemein ist eine Zahl genau dann durch 2ⁿ teilbar, wenn die aus den letzten n Ziffern gebildete Zahl durch 2ⁿ teilbar ist.
  • Durch 5 ist eine Zahl genau dann teilbar, wenn sie auf 0 oder 5 endet. Für 25 sind die Endungen 00, 25, 50 oder 75 möglich; für 125 die Endungen 000, 125, 250, 375, 500, 625, 750 oder 875. Allgemein prüft man für 5ⁿ die letzten n Ziffern.
  • Durch 10ⁿ ist eine Zahl genau dann teilbar, wenn ihre letzten n Ziffern 0 sind. Für 10, 100 und 1000 muss sie also auf 0, 00 beziehungsweise 000 enden.

Für Produkte aus Zweier- und Fünferpotenzen untersucht man die letzten max(m,n) Ziffern: Eine Zahl ist genau dann durch 2ᵐ5ⁿ teilbar, wenn diese Endzifferngruppe durch 2ᵐ5ⁿ teilbar ist. Beispiele: Für 20 muss die letzte Ziffer 0 und die vorletzte gerade sein; für 40 müssen die drittletzte und vorletzte Ziffer eine durch 4 teilbare Zahl bilden und die letzte Ziffer 0 sein; für 50 muss die Zahl auf 00 oder 50 enden.

Quersummen als allgemeines Verfahren

Eine n-Quersumme entsteht, indem man die Dezimaldarstellung von rechts in Blöcke aus n Ziffern teilt und diese Blöcke addiert. Bei der alternierenden n-Quersumme werden die Blockwerte abwechselnd addiert und subtrahiert. Bei der nichtalternierenden n-Quersumme werden sie nur addiert.

Der Grundgedanke lautet: Ist 10ⁿ − 1 ein Vielfaches des Teilers x, dann ist eine Zahl genau dann durch x teilbar, wenn ihre nichtalternierende n-Quersumme durch x teilbar ist. Ist 10ⁿ + 1 ein Vielfaches von x, gilt dieselbe Aussage für die alternierende n-Quersumme. Die Regeln folgen daraus, dass bei der Zerlegung der Zahl in n-stellige Blöcke die Differenzen beziehungsweise Summen der entsprechenden Zehnerpotenzen durch 10ⁿ − 1 beziehungsweise 10ⁿ + 1 teilbar sind.

Daraus ergeben sich unter anderem folgende Regeln:

  • Durch 3 oder 9: Die gewöhnliche Quersumme muss durch 3 beziehungsweise 9 teilbar sein.
  • Durch 11: Die nichtalternierende 2er-Quersumme oder alternativ die alternierende Quersumme muss durch 11 teilbar sein.
  • Durch 21: nichtalternierende 6er-Quersumme; durch 27: nichtalternierende 3er-Quersumme; durch 33: nichtalternierende 2er-Quersumme.
  • Durch 37: nichtalternierende 3er-Quersumme; durch 41: nichtalternierende 5er-Quersumme.
  • Durch 99: nichtalternierende 2er-Quersumme; durch 111, 333 und 999: nichtalternierende 3er-Quersumme.
  • Allgemein gilt die Regel für 9···9 = 10ⁿ − 1. Sie gilt ebenfalls für die Repunitzahl 1···1 = ∑ₖ₌₀ⁿ⁻¹ 10ᵏ.

Bei alternierenden Quersummen gelten beispielsweise: 7 und 13 verwenden die alternierende 3er-Quersumme, 17 die alternierende 8er-Quersumme, 19 die alternierende 9er-Quersumme, 23 die alternierende 11er-Quersumme, 73 die alternierende 4er-Quersumme, 77, 91, 143 und 1001 die alternierende 3er-Quersumme sowie 101 die alternierende 2er-Quersumme. Allgemein gilt die Regel für 100···001 = 10ⁿ + 1.

Die Quersumme muss nicht vollständig berechnet werden. Nach jeder Addition kann man den Rest modulo x weiterverwenden. Bei 7654 erhält man für die Teilbarkeit durch 3 die Restfolge 1, 1, 0, 1; der letzte Rest ist nicht 0, also ist 7654 nicht durch 3 teilbar.

Spezielle Regeln für 7, 17, 19 und 37

Für 7 gibt es mehrere äquivalente Verfahren. Trennt man die letzte Ziffer d₀ von D = 10R + d₀ ab, so gilt: D ist genau dann durch 7 teilbar, wenn D′ = R − 2d₀ durch 7 teilbar ist. Dies wiederholt man, bis eine kleine Zahl entsteht. Bei Bedarf kann man bei der Subtraktion 7, 14 oder 21 addieren und damit nur modulo 7 rechnen. Für 132797 ergibt die Folge 13279, 1323, 133, 14, 0; die Zahl ist daher durch 7 teilbar. Für 924214972 endet das Verfahren bei 6; die Zahl ist nicht durch 7 teilbar.

Eine weitere Regel teilt n = 100a + b in die letzten beiden Ziffern b und den Rest a. Dann ist n genau dann durch 7 teilbar, wenn 2a + b durch 7 teilbar ist. Für 3815 gilt 2 · 38 + 15 = 91, also ist 3815 durch 7 teilbar. Alternativ ist n = 10a + b genau dann durch 7 teilbar, wenn a − 2b durch 7 teilbar ist; aus 3815 wird 381 − 2 · 5 = 371 und anschließend 37 − 2 · 1 = 35 = 5 · 7. Bei einer Zerlegung vor den letzten drei Ziffern genügt es außerdem, die Differenz „letzte drei Ziffern minus übriger Teil“ zu prüfen, weil 1001 durch 7 teilbar ist.

Eine gewichtete Regel für 7 multipliziert die Ziffern von rechts mit 1, 3, 2, −1, −3, −2 und wiederholt dieses Muster. Ist die Summe durch 7 teilbar, gilt dies auch für die Ausgangszahl. Für 3815 ergibt sich 5 · 1 + 1 · 3 + 8 · 2 − 3 · 1 = 21.

Für 17 nutzt man 17 · 6 = 102: Bei n = 100a + b ist n modulo 17 gleich −2a + b. Man verdoppelt daher den linken Teil und zieht den rechten ab oder umgekehrt. Bei 5831 ergibt sich 2 · 58 − 31 = 85, also 5831 = 17 · 343.

Für 19 gilt bei n = 10a + b: n ist genau dann durch 19 teilbar, wenn a + 2b durch 19 teilbar ist. Aus 7904 wird 790 + 2 · 4 = 798 und danach 79 + 2 · 8 = 95 = 5 · 19.

Für 37 trennt man von rechts jeweils zwei Ziffern als Zahl ab und zieht das Elffache der nächsten Ziffer ab. Bei 19758 erhält man 58 − 7 · 11 + 19 = 0; daher ist die Zahl durch 37 teilbar.

Regeln für beliebige Teiler und Zahlensysteme

Für eine beliebige Primzahl p bestimmt man die Reste r₀, r₁, …, rₚ₋₂ der Zehnerpotenzen 10⁰, 10¹, …, 10ᵖ⁻² modulo p. Die Ziffern werden von rechts nach links mit diesen Gewichten multipliziert; nach p − 1 Ziffern wiederholt sich die Folge. Ist die gewichtete Summe durch p teilbar, ist auch die ursprüngliche Zahl Z durch p teilbar.

Die Begründung liefert der kleine fermatsche Satz 10ᵖ⁻¹ ≡ 1 (mod p). Deshalb haben Zehnerpotenzen, deren Exponenten bei Division durch p − 1 denselben Rest besitzen, denselben Rest modulo p. Die Differenzen zwischen den tatsächlichen Zehnerpotenzen und den verwendeten Resten sind somit durch p teilbar.

Für eine beliebige Zahl n verwendet man die Primfaktorzerlegung und prüft die Teilbarkeit durch die einzelnen Primzahlpotenzen. Beispielsweise ist eine Zahl genau dann durch 75 = 3 · 5² teilbar, wenn sie durch 25 und durch 3 teilbar ist: Die letzten beiden Ziffern müssen 00, 25, 50 oder 75 sein und die Quersumme muss durch 3 teilbar sein. Bei einem Produkt genügt die Teilbarkeit durch einen beliebigen Teilfaktor.

Die Regeln lassen sich auf ein Zahlensystem zur Basis B übertragen. Geeignet sind Teiler T, die sich in teilerfremde Faktoren zerlegen lassen, welche Teiler von Bⁿ, Bⁿ − 1 oder Bⁿ + 1 sind; n sollte möglichst klein sein, für Kopfrechnen sind höchstens 4 sinnvoll. Ist Bⁿ − 1 ein Vielfaches von x, verwendet man die nichtalternierende n-Quersumme; ist Bⁿ + 1 ein Vielfaches, die alternierende n-Quersumme.

Beispiele: Für 2ⁿ − 1 gruppiert man die Dualdarstellung rechts in n-Bit-Blöcke und summiert deren Werte zur Basis 2ⁿ. 91₁₀ = 001011011₂ = 133₈ ist durch 7₁₀ = 2³ − 1 teilbar, weil 1₈ + 3₈ + 3₈ = 7₁₀. Durch 27 ist eine Zahl genau dann teilbar, wenn die Summe ihrer dezimalen Dreierblöcke durch 27 teilbar ist. Außerdem ist eine Zahl genau dann durch n teilbar, wenn ihre Darstellung zur Basis n mit einer 0 endet.

Teilbarkeit in der Algebra und algorithmische Komplexität

In einem kommutativen Ring R heißt a ein Teiler von b, wenn es ein Ringelement n ∈ R mit a · n = b gibt. Äquivalent gilt a ∣ b genau dann, wenn das von a erzeugte Hauptideal (a) das Hauptideal (b) umfasst: (a) ⊇ (b). In ℤ ist (2) die Menge aller Vielfachen von 2 und (4) die Menge aller Vielfachen von 4; weil (2) ⊇ (4), teilt 2 die 4. Besonders ergiebig ist die Teilbarkeitstheorie in Integritätsringen, also nullteilerfreien kommutativen unitären Ringen.

In nicht-kommutativen Ringen muss man die Seite angeben. a heißt linker Teiler von b, wenn b = a · x für ein x ∈ R; b ist dann ein rechtes Vielfaches von a. Dies entspricht der Inklusion der Rechtsideale bR ⊆ aR. Entsprechend gibt es rechte und zweiseitige Teiler beziehungsweise Vielfache.

In Körpern und Schiefkörpern ist die Teilbarkeitstheorie trivial: Jedes Element ist durch jedes andere von 0 verschiedene Element teilbar, weil alle von 0 verschiedenen Elemente Einheiten sind. Als Beispiel nennt der Artikel die reellen Zahlen.

Auch rechnerisch ist ein Teilbarkeitstest effizient: Ein Test auf m ∣ n in ℕ benötigt geeignet programmiert O(ld n) Speicherplatz und O(ld n/m) Rechenzyklen, wobei ld der Logarithmus zur Basis 2 und O(·) das Landau-Symbol bezeichnet. Die Berechnung des Quotienten n/m besitzt dieselben angegebenen Größenordnungen; der Artikel ordnet den Test deshalb, etwa für die Faktorisierung von n, den schnellen Algorithmen zu.

Lernvideos zu Teilbarkeit

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