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Sustainable Development Solutions Network
Es wurde im August 2012 unter der Schirmherrschaft von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon gegründet. Netzwerk „Lösungen für eine nachhaltige Entwicklung …
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Aufgabe und Einordnung
Das Netzwerk „Lösungen für eine nachhaltige Entwicklung“ der Vereinten Nationen (SDSN oder UNSDSN; englisch: [United Nations] Sustainable Development Solutions Network) ist ein internationales UN-Netzwerk für nachhaltige Entwicklung. Es erarbeitet und vermittelt lokale, nationale und globale Lösungen zu Nachhaltigkeitsfragen. Gegründet wurde es im August 2012 unter der Schirmherrschaft von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon; als Gründungszeitpunkt wird auch September 2012 genannt. Der Sitz ist in New York City, Vorsitzender und Direktor ist Jeffrey Sachs. Der Umsatz betrug 2023 12.083.341 US-Dollar.
Arbeitsfelder und Zusammenarbeit
Das SDSN bringt wissenschaftliche und technische Fachleute zusammen und kooperiert mit UN-Einrichtungen, Finanzwirtschaft, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft. Seine zwölf Arbeitsgruppen behandeln unter anderem:
- Makroökonomie, Bevölkerungsdynamik und planetarische Grenzen;
- Armutsminderung und Friedensaufbau in Konfliktregionen;
- soziale Inklusion, also Geschlechterfragen, Ungleichheiten und Menschenrechte;
- frühkindliche Entwicklung, Bildung und den Übergang in die Berufstätigkeit;
- Gesundheit für alle;
- vollständige Dekarbonisierung, nachhaltige Landwirtschaft und Ernährungssysteme;
- Wälder, Ozeane, Biodiversität und Ökosysteme;
- nachhaltige Städte;
- verantwortungsvolle Steuerung von Rohstoffwirtschaft und Landnutzung;
- globale Regeln und Normen für nachhaltige Entwicklung sowie die Rolle der Wirtschaft.
Klimapolitik und Dekarbonisierung
Die Arbeitsgruppe Deep Decarbonization Pathway Project (DDPP) befasst sich mit Pfaden zur vollständigen Dekarbonisierung, also zur weitgehenden Verringerung von CO₂-Emissionen. Am 8. Juli 2014 übergab sie unter Leitung von Jeffrey Sachs UN-Generalsekretär Ban Ki-moon einen Zwischenbericht. Dieser beschreibt für die 15 größten Industrienationen technologische Maßnahmen, mit denen die globale Erwärmung bis 2050 auf 2 °C begrenzt werden soll (Zwei-Grad-Ziel).
Anfang Juli 2014 initiierten SDSN-Mitglieder außerdem eine Petition für weltweite politische Zusammenarbeit zum Zwei-Grad-Ziel. Unterstützt wurde sie unter anderem von Hans Joachim Schellnhuber, Michael E. Mann und Nicholas Stern sowie Führungspersonen aus Wirtschaft und Politik. Sie sollte beim Ban-Ki-moon-Gipfel in New York vorgestellt werden.
Aufbau des Netzwerks
Zum SDSN gehören der Leadership Council, das Executive Committee und die SDSN Assembly. Der Leadership Council ist ein Führungsrat mit Fachleuten aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft. Das Executive Committee besteht aus Mitgliedern dieses Rates und bearbeitet organisatorische und finanzielle Fragen.
Die SDSN Assembly ist ein Beratungskomitee für den Informationsaustausch. Jede SDSN-Mitgliedsinstitution entsendet eine Vertretung. Zusätzlich war 2014 ein SDSN Academic Committee mit 15 bis 20 Führungspersonen akademischer Mitgliedsorganisationen vorgesehen. Es soll den Leadership Council etwa bei akademischen Initiativen, der Kommunikation mit wissenschaftlichen Einrichtungen, Lehrmaterialien und dem Aufbau einer Online-Universität für nachhaltige Entwicklung beraten. Das Sekretariat ist an der Columbia University angesiedelt und hat Mitarbeitende in Paris, New York und New Delhi.
Deutsches Netzwerk und Finanzierung
SDSN Germany wurde am 4. März 2014 unter der Schirmherrschaft des globalen SDSN gegründet. Seine Geschäftsstelle befindet sich am German Institute of Development and Sustainability (IDOS), früher Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE), und wird von Sabrina Schulz als Geschäftsführender Direktorin geleitet. Vorsitzende sind Anna-Katharina Hornidge und Gesine Schwan; zuvor hatten Klaus Töpfer und Dirk Messner den Ko-Vorsitz.
Dem deutschen Netzwerk gehören zahlreiche Forschungs-, Hochschul- und Nachhaltigkeitsorganisationen an, darunter das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, das Wuppertal Institut, Germanwatch und die Bertelsmann-Stiftung. Hinzu kommen Partnerorganisationen wie die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, das Umweltbundesamt und die Deutsche UNESCO-Kommission. Das globale SDSN wird unter anderem von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit im Namen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der schwedischen Zentralbehörde für internationale Entwicklungszusammenarbeit sowie Unternehmen wie British Telecom, Eni, Digicel, Glaxo Smith Kline, Novartis, Verizon und Ericsson finanziell unterstützt.
Ausgewählte Veröffentlichungen
Zu den genannten Veröffentlichungen zählen „An Action Agenda for Sustainable Development“ vom 6. Juni 2013, der „World Happiness Report 2013“ vom 9. September 2013, der Arbeitsentwurf „Indicators for Sustainable Development Goals“ vom 22. Mai 2014 sowie der Bericht „Pathways to Deep Decarbonization. 2015 Synthesis Report“ der Arbeitsgruppe Deep Decarbonization Pathways vom 29. September 2015.