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Summenregel

Die Summenregel ist eine grundlegende Ableitungsregel. Sie besagt: Sind zwei Funktionen u {\displaystyle u} {\displaystyle u} …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Kernaussage der Summenregel
  2. 2. Beispiel
  3. 3. Herleitung über Änderungsquotienten
  4. 4. Begründung mit Grenzwerten
  5. 5. Wichtige Folgerungen

Kernaussage der Summenregel

Die Summenregel ist eine grundlegende Regel der Differentialrechnung. Sind zwei Funktionen u und v auf einem Intervall an einer Stelle x₀ differenzierbar, dann ist auch ihre Summenfunktion f=u+v an dieser Stelle differenzierbar.

Die Ableitung wird gliedweise gebildet:

(u+v)'(x₀)=u'(x₀)+v'(x₀).

Anschaulich bedeutet dies: Die Steigung der Tangente an den Graphen von f=u+v ist die Summe der Tangentensteigungen der Graphen von u und v.

Beispiel

Gegeben ist f(x)=x⁴+x³. Diese Funktion setzt sich zusammen aus u(x)=x⁴ und v(x)=x³.

Beide Funktionen sind auf ℝ differenzierbar. Es gilt u'(x)=4x³ und v'(x)=3x². Mit der Summenregel folgt:

f'(x)=4x³+3x².

Jeder Summand der ursprünglichen Funktion wird also einzeln abgeleitet und die Ergebnisse werden anschließend addiert.

Herleitung über Änderungsquotienten

Ändert sich die unabhängige Variable um Δx, so ändern sich u und v um Δu beziehungsweise Δv. Für f=u+v gilt deshalb:

Δf=Δu+Δv.

Teilt man durch Δx, erhält man den Änderungsquotienten:

Δf/Δx = (Δu+Δv)/Δx = Δu/Δx + Δv/Δx.

Lässt man Δx gegen 0 gehen, werden die Änderungsquotienten zu Ableitungen. Daraus entsteht die Summenregel.

Begründung mit Grenzwerten

Für u,v: I→ℝ, die an x₀∈I differenzierbar sind, ist f=u+v. Der Differenzenquotient von f lässt sich umformen zu:

(f(x)-f(x₀))/(x-x₀) = (u(x)-u(x₀))/(x-x₀) + (v(x)-v(x₀))/(x-x₀).

Nach dem Grenzwertsatz für Summen ist der Grenzwert der Summe die Summe der Grenzwerte. Da die beiden Grenzwerte für u und v aufgrund der Differenzierbarkeit existieren, existiert auch der Grenzwert für f. Somit gilt:

f'(x₀)=u'(x₀)+v'(x₀).

Wichtige Folgerungen

Für eine Differenz f=g-h=g+(-h) folgt mit Summenregel und Faktorregel:

f'(x₀)=g'(x₀)-h'(x₀).

Die Regel gilt außerdem für Linearkombinationen. Sind g₁,…,gₙ an x₀∈ℝ differenzierbar und c₁,…,cₙ∈ℝ Konstanten, dann ist

f(x)=∑ᵢ₌₁ⁿ cᵢgᵢ(x)

differenzierbar und es gilt:

f'(x₀)=∑ᵢ₌₁ⁿ cᵢgᵢ'(x₀).

Die differenzierbaren Funktionen auf einem gegebenen Intervall bilden daher einen reellen Vektorraum. Die Differentiation ist eine lineare Abbildung von diesem Vektorraum in den Vektorraum aller Funktionen.

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