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Stormwatch

Stormwatch ist das zwölfte Studioalbum der Progressive-Rock-Band Jethro Tull. Stormwatch. Studioalbum von Jethro Tull. Veröffent- lichung.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedeutung
  2. 2. Mitwirkende und Entstehung
  3. 3. Musik und Themen
  4. 4. Titelfolge und Bonustitel
  5. 5. Cover, Rezeption und Erfolg

Überblick und Bedeutung

Stormwatch ist das zwölfte Studioalbum der britischen Progressive-Rock-Band Jethro Tull. Es wurde 1979 aufgenommen und am 14. September 1979 bei Chrysalis Records veröffentlicht. Ian Anderson und Robin Black produzierten das Album. Als Aufnahmeorte dienten das Maison Rouge Studio in Fulham, London, und das Maison Rouge Mobile Studio.

Das Album verbindet Folkrock mit Progressive Rock und gilt nach Songs from the Wood und Heavy Horses als Abschluss der drei Alben umfassenden Folkrock-Phase der Band. Inhaltlich stehen Natur- und Umweltgefahren im Mittelpunkt, darunter die Folgen der Erdölförderung in der Nordsee und die Vorstellung einer kommenden Eiszeit. Zwei Stücke sind instrumental.

Die ursprüngliche LP umfasst zehn Titel mit einer Gesamtlänge von 44:58 Minuten. Eine 2004 veröffentlichte remasterte CD enthält zusätzlich vier Bonustitel und dauert 58:54 Minuten.

Mitwirkende und Entstehung

Eingespielt wurde Stormwatch von Ian Anderson, Martin Barre, John Evan, Barriemore Barlow, John Glascock und David Palmer. Anderson übernahm Querflöte, Gesang, akustische Gitarre, E-Gitarre und E-Bass; Barre spielte E-Gitarre, Evan Klavier und Orgel, Barlow Schlagzeug und Perkussion, Glascock E-Bass und Palmer Klavier und Synthesizer. Palmer war außerdem für Streicherarrangements verantwortlich. Francis Wilson ist als Sprecher auf Dun Ringill zu hören. Dave Pegg spielte ebenfalls E-Bass.

Die Texte und fast alle Kompositionen stammen von Ian Anderson. Lediglich das Instrumentalstück Elegy wurde von David Palmer komponiert. Für John Evan, Barriemore Barlow, David Palmer und John Glascock war Stormwatch das letzte Studioalbum mit Jethro Tull. Glascock konnte wegen einer Herzkrankheit nur bei drei Stücken mitwirken und starb am 17. November 1979 in London. Bei den übrigen Titeln spielte Anderson den Bass.

Die Aufnahmen entstanden im Frühjahr und Sommer 1979.

Musik und Themen

Die erste LP-Seite beginnt mit North Sea Oil, einem schnellen Rockstück mit dominierender Querflöte. Der Text beschreibt die Erdölförderung in der Nordsee als Quelle von Reichtum, aber auch als Ursache möglicher Umweltverschmutzung und Inflation. Orion ist komplexer aufgebaut: Rockige Passagen wechseln mit akustischen Abschnitten, während im Hintergrund Streicher spielen. Home ist eine folkige, von Streichern begleitete Ballade über das angenehme Gefühl, zu Hause zu sein.

Dark Ages ist am stärksten dem Progressive Rock zuzuordnen. Nach einem leisen Beginn entwickelt sich das 9:07 Minuten lange Stück langsam; E-Gitarre, Klavier und Querflöte treten auch solistisch hervor. Der Text behandelt die zukünftige Kälte eines metaphorischen Winters und die Apathie der Menschen angesichts der Gefahr. Warm Sporran ist ein schnelles, komplexes Instrumentalstück. Es beginnt jazzrockartig, erinnert später an einen schottischen Tanz und enthält textfreien Chorgesang in der Art einer Vokalise. Der Titel bezeichnet den Sporran, ein schottisches Kleidungsaccessoire, das zum Kilt getragen werden kann.

Something’s on the Move ist ein schneller, von Flöte und E-Gitarre geprägter Rocksong über eine kommende Eiszeit, die als weibliche Person dargestellt wird. Ein Meteorologe erklärt untertreibend, dass „etwas im Anzug“ sei. Old Ghosts verbindet akustisch-folkige Klänge, darunter Streichinstrumente, mit Rockelementen. Es geht um eine drohende Gefahr, vor der Katzen und Kinder Angst haben und der sich der Sänger trotz Schwierigkeiten entgegenstellt.

Dun Ringill ist eine folkige Ballade über eine eisenzeitliche Stätte auf der schottischen Insel Skye. Nach einer gesprochenen Einleitung durch Francis Wilson begleitet eine akustische Gitarre die Einladung des Sängers, dort an alten heidnischen Ritualen teilzunehmen. Die Zeile „and the stormwatch brews“ stellt den Bezug zum Albumtitel her.

Flying Dutchman beginnt ruhig, wird allmählich lauter und ähnelt einem langsamen Shanty, der durch Flötensolo und E-Gitarre akzentuiert wird. Der Text zeigt eine alte Frau am Hafen, nachdem der letzte Hering gefangen wurde. Wer die Gefahr nicht erkennt, soll mit dem Fliegenden Holländer ins Ungewisse weiterfahren. Elegy ist ein langsames Instrumentalstück mit barockem Charakter. Keyboard, Flöte und später E-Gitarre spielen abwechselnd das Thema. Palmer widmete es seinem verstorbenen Vater.

Titelfolge und Bonustitel

Seite A der LP enthält North Sea Oil (3:08), Orion (3:55), Home (2:44), Dark Ages (9:07) und Warm Sporran (3:31). Auf Seite B folgen Something’s on the Move (4:24), Old Ghosts (4:20), Dun Ringill (2:37), Flying Dutchman (7:42) und Elegy (3:30).

Die remasterte CD von 2004 ergänzt A Stitch in Time (3:41), Crossword (3:38), Kelpie (3:38) und King Henry’s Madrigal (2:59). King Henry’s Madrigal ist eine Fassung des im 16. Jahrhundert vom englischen König Henry VIII. komponierten Madrigals Pastime with Good Company.

Cover, Rezeption und Erfolg

Vorder- und Rückseite des Covers bilden ein zusammenhängendes Bild. Vorn ist ein bärtiger Mann dargestellt, offenbar Ian Anderson, der Regenkleidung, Handschuhe und ein Fernglas trägt. In seinen Augen und im Fernglas spiegeln sich Blitze und eine Ölbohrplattform. Nasse, teilweise vereiste Haare, fliegende Vögel und weitere Details deuten einen Schneesturm an. Band- und Albumname erscheinen in einer an Siebensegmentanzeigen erinnernden Computerschrift. Am unteren Rand stehen vier poetische Zeilen über die „Sturmwacht“, die zugleich die gesprochene Einleitung von Dun Ringill bilden.

Die Rückseite zeigt einen teilweise einstürzenden Gletscher sowie einen übergroßen Eisbären, der brüllend durch schneebedeckte Industrieanlagen läuft und diese zerstört. Im Hintergrund stehen zwei Ölplattformen auf verschneitem Eis. Damit greift das Artwork die Umwelt- und Klimathemen der Lieder auf.

Die Bewertungen fielen unterschiedlich aus. Allmusic vergab zwei von fünf Punkten. Ultimate Classic Rock stellte Stormwatch hinsichtlich der technischen Versiertheit auf eine Stufe mit Thick as a Brick und Songs from the Wood und zählte es in dieser Hinsicht zu den beeindruckendsten Werken der Band.

Bei den britischen Charts widersprechen sich die Angaben des Artikels: Im Fließtext wird Platz 40 genannt, in der Tabelle dagegen Platz 27 bei vier Chartwochen. Weitere Höchstplatzierungen waren Platz 8 in Deutschland bei zehn Wochen, Platz 46 in Österreich bei einer Woche, Platz 42 in der Schweiz bei einer Woche und Platz 22 in den US-amerikanischen Billboard 200 bei 17 Wochen.

Stormwatch erhielt in Kanada Gold für 50.000 Verkäufe und in den Vereinigten Staaten Gold für 500.000 Verkäufe. Insgesamt werden zwei Gold-Auszeichnungen und 550.000 Verkäufe angegeben.

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