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Stimme (Musik)
Stimme (Musik) ... Daher unterscheidet man einstimmiges und mehrstimmiges Musizieren (siehe Polyphonie) oder Hauptstimme und begleitende Stimmen.
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Grundbegriff
Eine Stimme im musikalischen Tonsatz ist eine zusammenhängende Folge von Tönen. Sie kann von einer Singstimme, einem Melodieinstrument oder als Teil eines mehrstimmigen Satzes gespielt werden, zum Beispiel auf einem Harmonieinstrument. Gemeint ist also nicht nur die menschliche Stimme, sondern jede musikalische Linie, die als eigene Tonfolge verstanden werden kann.
Mehrere Stimmen können gleichzeitig erklingen, wenn sie sich nach den Regeln der Stimmführung bewegen. Stimmführung bedeutet, wie einzelne Stimmen melodisch verlaufen und wie sie zusammen einen harmonischen Gesamtklang bilden. Deshalb unterscheidet man einstimmiges Musizieren, mehrstimmiges Musizieren beziehungsweise Polyphonie, außerdem Hauptstimme und begleitende Stimmen.
Notation und Einzelstimme
Wenn mehr als zwei Stimmen zusammenklingen, wird die Musik in der Regel schriftlich festgelegt, also notiert. Eine notierte Stimme ist dabei eine Folge von Noten, die von der konkreten Klangfarbe und der jeweiligen Aufführungssituation abstrahiert. Sie ist keine bestimmte klingende Stimme, sondern eine Spielanweisung, die unterschiedlich genau ausgeführt und verschieden interpretiert werden kann.
Ein Stimmbuch, ein Part oder eine Einzelstimme ist ein schriftliches Dokument, in dem eine einzelne Stimme einer mehrstimmigen Komposition aufgezeichnet ist. In einer Partitur stehen alle Stimmen untereinander; daraus liest zum Beispiel der Dirigent eines Orchesters. Die Musiker brauchen dagegen meist nur ihre eigene Stimme. Eine solche Stimme kann auch selbst mehrstimmig sein, etwa die Solostimme eines Klavierkonzerts, obwohl sie von nur einem Musiker gespielt wird.
Historische Entwicklung
Das deutsche Wort Stimme ist im musikalischen Zusammenhang die Übersetzung des lateinischen vox. Ursprünglich bezeichnete es den einzelnen Ton. In der frühen Mehrstimmigkeit wurde eine notierte Tonfolge als Stimme verstanden.
Geistliche und weltliche Melodien konnten durch rhythmische Veränderungen oder durch hinzugefügte Schlussformeln zu Stimmen gemacht werden. So konnten sie zum Beispiel als Cantus firmus mehrstimmig verarbeitet werden. Die Grundstimme hieß Cantus, die Gegenstimme Organum. Die bis heute gelehrte Basis der Mehrstimmigkeit, der vierstimmige Satz der Stimmlagen im Chor, entwickelte sich im 15. und 16. Jahrhundert.
Bezeichnungen in der Renaissance
In der Vokalmusik der Renaissance wurden lateinische Bezeichnungen für Stimmen verwendet. Dazu gehören Cantus, Discantus, Superius, Triplex, Medius, Altus, Contratenor, Tenor, Bassus, Quintus und Sextus. Diese Namen zeigen, dass Stimmen in mehrstimmiger Musik als einzelne musikalische Linien mit bestimmter Funktion oder Lage verstanden wurden.
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