Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Stimme (Musik)

Stimme (Musik) ... Daher unterscheidet man einstimmiges und mehrstimmiges Musizieren (siehe Polyphonie) oder Hauptstimme und begleitende Stimmen.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grundbegriff
  2. 2. Notation und Einzelstimme
  3. 3. Historische Entwicklung
  4. 4. Bezeichnungen in der Renaissance

Grundbegriff

Eine Stimme im musikalischen Tonsatz ist eine zusammenhängende Folge von Tönen. Sie kann von einer Singstimme, einem Melodieinstrument oder als Teil eines mehrstimmigen Satzes gespielt werden, zum Beispiel auf einem Harmonieinstrument. Gemeint ist also nicht nur die menschliche Stimme, sondern jede musikalische Linie, die als eigene Tonfolge verstanden werden kann.

Mehrere Stimmen können gleichzeitig erklingen, wenn sie sich nach den Regeln der Stimmführung bewegen. Stimmführung bedeutet, wie einzelne Stimmen melodisch verlaufen und wie sie zusammen einen harmonischen Gesamtklang bilden. Deshalb unterscheidet man einstimmiges Musizieren, mehrstimmiges Musizieren beziehungsweise Polyphonie, außerdem Hauptstimme und begleitende Stimmen.

Notation und Einzelstimme

Wenn mehr als zwei Stimmen zusammenklingen, wird die Musik in der Regel schriftlich festgelegt, also notiert. Eine notierte Stimme ist dabei eine Folge von Noten, die von der konkreten Klangfarbe und der jeweiligen Aufführungssituation abstrahiert. Sie ist keine bestimmte klingende Stimme, sondern eine Spielanweisung, die unterschiedlich genau ausgeführt und verschieden interpretiert werden kann.

Ein Stimmbuch, ein Part oder eine Einzelstimme ist ein schriftliches Dokument, in dem eine einzelne Stimme einer mehrstimmigen Komposition aufgezeichnet ist. In einer Partitur stehen alle Stimmen untereinander; daraus liest zum Beispiel der Dirigent eines Orchesters. Die Musiker brauchen dagegen meist nur ihre eigene Stimme. Eine solche Stimme kann auch selbst mehrstimmig sein, etwa die Solostimme eines Klavierkonzerts, obwohl sie von nur einem Musiker gespielt wird.

Historische Entwicklung

Das deutsche Wort Stimme ist im musikalischen Zusammenhang die Übersetzung des lateinischen vox. Ursprünglich bezeichnete es den einzelnen Ton. In der frühen Mehrstimmigkeit wurde eine notierte Tonfolge als Stimme verstanden.

Geistliche und weltliche Melodien konnten durch rhythmische Veränderungen oder durch hinzugefügte Schlussformeln zu Stimmen gemacht werden. So konnten sie zum Beispiel als Cantus firmus mehrstimmig verarbeitet werden. Die Grundstimme hieß Cantus, die Gegenstimme Organum. Die bis heute gelehrte Basis der Mehrstimmigkeit, der vierstimmige Satz der Stimmlagen im Chor, entwickelte sich im 15. und 16. Jahrhundert.

Bezeichnungen in der Renaissance

In der Vokalmusik der Renaissance wurden lateinische Bezeichnungen für Stimmen verwendet. Dazu gehören Cantus, Discantus, Superius, Triplex, Medius, Altus, Contratenor, Tenor, Bassus, Quintus und Sextus. Diese Namen zeigen, dass Stimmen in mehrstimmiger Musik als einzelne musikalische Linien mit bestimmter Funktion oder Lage verstanden wurden.

Lernvideos zu Stimme (Musik)

Weiterlesen

Tonsatz Spezielle Satztypen sind unter anderem der Vierstimmiger Satz, Kanon und Fuge. Den verschiedenen Besetzungen von Musikstücken entsprechend werden ferner … Harmonik Harmonik (von altgriechisch ἁρμονία harmonía „Ebenmaß“, „Harmonie“) ist ein umfassender Begriff aus der Musiktheorie. Sie beschäftigt sich mit der Ordnung … Polyphonie Frühe Musikautomaten nannten sich Polyphon. In der westlichen Musikgeschichte wird diese Unterscheidung betont, indem die Homophonie einen letzten Rest … Notation (Musik) Als Notation bezeichnet man in der Musik das grafische Festhalten von musikalischen Parametern wie Tonhöhe, -dauer und -lautstärke in einer dazu … Dirigent Der Dirigent (von lateinisch dirigere ‚ausrichten', ‚leiten') leitet ein musizierendes Ensemble wie Chor oder Orchester durch Dirigieren. Partitur Heute hat die Partitur zentrale Bedeutung für das Komponieren, Überliefern und Aufführen mehrstimmiger Musik. In der Zeit vor 1600 waren noch andere … Ton (Musik) Ton bezeichnet in der Musik ein Schallereignis (sowie dessen Höreindruck und gedankliche Abstraktion), das von Musikinstrumenten, der menschlichen Stimme … Vierstimmiger Satz Der vierstimmige Satz ist eine besonders häufige musikalische Satztechnik, die auf die Beteiligung von vier Stimmen abzielt, die nach den vier menschlichen … Stimmlage Die häufigsten Stimmlagen sind Sopran, Alt, Tenor und Bass, welche ursprünglich auf die Vokalmusik bezogen und später sinngemäß auch auf Instrumentalmusik … Melodie eine in der Regel singbare, in sich geschlossene Folge von Tönen, · die Weise bzw. Vertonung eines Liedes und · ein Thema eines größeren Musikstückes. Menschliche Stimme Bei der Verwendung der Stimme wird zwischen Sprech- und Singstimme unterschieden. Beim Singen wird die menschliche Stimme wie ein Musikinstrument zur …