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Sinikka Lennartz
Sinikka Tina Lennartz (geboren 1987 in Wiesbaden) ist eine deutsche marine Biogeochemikerin. Sie ist Juniorprofessorin für biogeochemische Ozeanmodellierung …
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Person und Forschungsgebiet
Sinikka Tina Lennartz, geboren 1987 in Wiesbaden, ist eine deutsche marine Biogeochemikerin. Sie untersucht chemische und biologische Prozesse im Meer und deren Wechselwirkungen mit der Atmosphäre. Seit 2022 ist sie Juniorprofessorin für biogeochemische Ozeanmodellierung am Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg.
Ihre Forschung ist für das Verständnis des Klimas wichtig: Sie entwickelt biogeochemische Ozeanmodelle, also mathematische Darstellungen biologischer und chemischer Vorgänge im Meer. Ein Schwerpunkt ist die Einbeziehung mikrobieller Prozesse in diese Modelle. Lennartz entwickelt außerdem Messsysteme und führt Messungen auf See durch. Damit untersucht sie, welche Stoffe der Ozean abgibt und wie diese Emissionen das Klima beeinflussen.
Ein Forschungsergebnis betrifft den Pool gelöster organischer Kohlenstoffverbindungen im Meer. Lennartz konnte zeigen, dass dieser stärker auf Umweltveränderungen reagiert, als zuvor angenommen wurde. Zuvor galt er als weitgehend konstant. Solche Erkenntnisse verbessern die Modellierung des zukünftigen Klimas.
Ausbildung und wissenschaftlicher Weg
Lennartz studierte Geoökologie und Ökosystemmanagement an der Universität Tübingen und erwarb 2010 den Bachelor of Science. Danach studierte sie Geoökologie an der Technischen Universität Braunschweig und schloss 2013 mit dem Master of Science ab. Während ihrer Ausbildung arbeitete sie zeitweise an der ETH Zürich, an der Abteilung Seeforschung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung und an der Woods Hole Oceanographic Institution.
Ihre Promotion in mariner Biogeochemie absolvierte sie am Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Forschungsexpeditionen führten sie unter anderem in den Indischen und den Pazifischen Ozean. Ihre Dissertation „From Local to Global Scale – Marine Emissions of the Climate Relevant Sulfur Gases Carbonyl Sulfide, Carbon Disulfide and Dimethyl Sulfide“ behandelte die Meeresemissionen der klimarelevanten Schwefelgase Carbonylsulfid, Kohlenstoffdisulfid und Dimethylsulfid auf lokalen bis globalen räumlichen Ebenen.
Nach der Promotion arbeitete sie drei Jahre als Postdoktorandin, zunächst am Geomar und anschließend am ICBM der Universität Oldenburg. Von 2021 bis 2022 war sie Walter-Benjamin-Stipendiatin am Massachusetts Institute of Technology (MIT).
Auszeichnungen
Lennartz erhielt mehrere Auszeichnungen für Arbeiten in frühen Karrierephasen:
• 2015 den Wissenschaftlichen Preis der Annette Barthelt-Stiftung für ihre Masterarbeit „Time Series Analysis and Development of a 1D Box Model to Simulate Trace Gas Concentrations at the Time Series Station Boknis Eck, Baltic Sea“. • 2017 den Bernd Rendel-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). • 2017 den Nachwuchspreis der Prof. Dr. Werner Petersen-Stiftung für eine ausgezeichnete Promotion am Geomar. • 2018 den Doktorandenpreis der Helmholtz-Gemeinschaft in der Kategorie Erde und Umwelt. • 2025 den Wissenschaftspreis Niedersachsen in der Kategorie Forschung in frühen Karrierephasen. • 2025 den Heinz-Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Thematische Schwerpunkte der Veröffentlichungen
Die ausgewählten Veröffentlichungen spiegeln zentrale Themen ihrer Forschung wider. Eine 2015 in „Nature Climate Change“ erschienene Arbeit behandelt die biologischen Folgen mehrerer gleichzeitig wirkender, durch den Klimawandel beeinflusster Belastungen der Ozeane. Eine Übersichtsarbeit von 2018 in „Biogeosciences“ untersucht Carbonylsulfid als Indikator für Kohlenstoff- und Wasserkreisläufe auf verschiedenen räumlichen Ebenen.
Weitere Arbeiten befassen sich mit der ungewöhnlich langen Beständigkeit gelöster organischer Materie im Meer, darunter eine Veröffentlichung von 2021 in „Nature Reviews Earth & Environment“ und ein Buchbeitrag von 2024 in „Biogeochemistry of Marine Dissolved Organic Matter“. Eine Übersichtsarbeit von 2022 behandelt außerdem den Kreislauf von schwarzem Kohlenstoff und dessen Rolle im Erdsystem.