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Masterarbeit

Eine Masterarbeit, auch Master-Thesis oder Masterthesis (englisch master's thesis), ist international eine wissenschaftliche oder künstlerische Arbeit, …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Kern und Zweck
  2. 2. Umfang und Ablauf
  3. 3. Aufbau
  4. 4. Formale Regeln
  5. 5. Vergleich zu älteren Abschlüssen

Kern und Zweck

Eine Masterarbeit, auch Master-Thesis oder Masterthesis, ist eine wissenschaftliche oder künstlerische Arbeit, die für den Abschluss eines Master-Studienganges verfasst wird. Sie soll nachweisen, dass der Prüfling selbständig, aber unter Betreuung, eine wissenschaftliche beziehungsweise künstlerische Arbeit anfertigen kann.

Die Kultusministerkonferenz sieht für Masterstudiengänge obligatorisch eine Abschlussarbeit vor, „mit der die Fähigkeit nachgewiesen wird, innerhalb einer vorgegebenen Frist ein Problem aus dem jeweiligen Fach selbständig nach wissenschaftlichen Methoden zu bearbeiten.“ Die Masterarbeit ist in der Regel die letzte oder vorletzte Prüfungsleistung vor der mündlichen Abschlussprüfung.

Der akademische Mastergrad wird in der Regel mit einer Hochschulprüfung verliehen. Die staatliche Abschlussbezeichnung Master wird in der Regel durch eine staatliche Abschlussprüfung verliehen. Diese besteht in Deutschland meist aus einem studienbegleitenden Teil, der Examens- oder Abschlussarbeit und an manchen Hochschulen einer mündlichen Abschlussprüfung.

Umfang und Ablauf

Für die Masterarbeit ist ein Bearbeitungsumfang von 15 bis 30 ECTS-Punkten vorgesehen. Häufig werden 30 ECTS-Punkte vergeben, was etwa sechs Monaten Bearbeitungszeit entspricht. Das gilt besonders, wenn keine mündliche Abschlussprüfung vorgesehen ist. Gibt es eine mündliche Abschlussprüfung, ergeben Abschlussarbeit und mündliche Prüfung zusammen meist 30 ECTS-Punkte.

In Masterstudiengängen der Freien Kunst, in denen konsekutive Studiengänge den Abschluss Master of Fine Arts (M.F.A.) verleihen, kann der Bearbeitungsumfang in begründeten Ausnahmefällen bis zu 40 ECTS-Punkte betragen.

Je nach Hochschule muss die Masterarbeit zu bestimmten Fristen oder zu Beginn der Bearbeitung beim zuständigen Prüfungsamt angemeldet werden. Damit entsteht ein Betreuungsverhältnis zwischen dem Hochschullehrer, der die Arbeit ausgibt, und dem Studenten. Die fertige Arbeit muss nach einer in der Prüfungsordnung festgelegten Frist beim Prüfungsamt vorgelegt werden. An manchen Hochschulen kann diese Frist einmalig verlängert werden.

Ist die Masterarbeit die letzte Prüfungsleistung, gilt bei ausreichender Benotung der Tag der Abgabe zugleich als Ende des Studiums. Der Seitenumfang liegt ungefähr bei 60 bis 130 Seiten; Inhaltsverzeichnis, Literaturverzeichnis und Anhänge zählen dabei meist nicht mit.

Aufbau

Eine typische Masterarbeit, etwa in den Lebenswissenschaften, enthält meist mehrere feste Bestandteile. Dazu gehören Deckblatt, Abstract, Inhaltsverzeichnis, Textteil, Literaturverzeichnis, Anhang und eine persönliche Erklärung.

Der Textteil kann aus Einleitung, Situationsanalyse, Zielen, Methodik und Arbeitsprogramm, Synthese oder Analyse, Bewertung sowie Zusammenfassung und Ausblick bestehen. In geisteswissenschaftlichen Arbeiten sind auch Fußnoten mit Literaturverweisen üblich.

Die persönliche Erklärung ist eine schriftliche Erklärung, dass die Arbeit allein und ohne fremde Hilfe angefertigt wurde. Außerdem wird bestätigt, dass alle verwendeten Quellen angegeben wurden. Diese Erklärung wird separat unterschrieben. Sie steht oft nicht am Ende, sondern bereits nach dem Deckblatt.

Zusätzlich können ein Abbildungsverzeichnis, Abkürzungsverzeichnis, Tabellenverzeichnis und Formelzeichenverzeichnis eingefügt werden. Je nach Fachrichtung und Inhalt können Aufbau und Gestaltung aber unterschiedlich sein.

Formale Regeln

Bei der formalen Gestaltung gelten bestimmte Vorgaben, die je nach Institution und Fachbereich variieren können. Deshalb sollte man sich frühzeitig über die konkreten Regeln der eigenen Hochschule informieren.

Üblich sind Times New Roman oder Arial als Schriftart. Für den Fließtext wird meist 12 pt verwendet, für Fußnoten und Abbildungen 10 pt. Der Zeilenabstand beträgt im Fließtext in der Regel 1,5 Zeilen, in Fußnoten einfacher Zeilenabstand.

Die Seitenränder liegen meist links bei 3–4 cm, rechts bei 2–2,5 cm sowie oben und unten jeweils bei 2–2,5 cm. Absätze werden entweder durch zusätzlichen Zeilenabstand oder durch einen Einzug von etwa 1,25 cm am Absatzanfang kenntlich gemacht.

Die Seitennummerierung beginnt in der Regel auf der ersten Seite des Hauptteils. Sie kann zentriert am unteren Rand oder rechtsbündig stehen. Zitate werden durch Anführungszeichen gekennzeichnet; Quellenangaben erfolgen in Fußnoten oder Endnoten. Verzeichnisse wie Inhalts-, Abbildungs-, Abkürzungs- und Tabellenverzeichnis werden in der Regel im gleichen Schriftstil und in gleicher Schriftgröße wie der Fließtext formatiert.

Häufig wird eine gebundene Version verlangt, zum Beispiel als Hardcover oder Spiralbindung. Zusätzlich muss die Arbeit oft digital eingereicht werden.

Vergleich zu älteren Abschlüssen

Der Diplomstudiengang, der vor allem in naturwissenschaftlichen Fächern verbreitet war, wurde in vielen europäischen Ländern, darunter Deutschland und Österreich, im Zuge des Bologna-Prozesses durch gestufte Bachelor- und Masterstudiengänge ersetzt.

Der Umfang einer Masterarbeit ist mit dem einer universitären Diplomarbeit oder Magisterarbeit vergleichbar. Für Masterabschlüsse gibt es detaillierte Vorgaben zu den Fähigkeiten und Kenntnissen, die erworben werden sollen; diese Vorgaben sind auch bei der Masterarbeit zu berücksichtigen.

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