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Simpel-Fonetik-Alphabet
Kiisks Ziel ist es, die englische Rechtschreibung einfacher und logischer zu gestalten, wobei er sich die aussprachegetreue Rechtschreibung der estnischen …
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Ziel und Grundidee
Das Simpel-Fonetik-Alphabet, auch Simpel-Fonetik genannt, ist ein phonetisches Alphabet für die englische Sprache. Es soll englische Wörter ausschließlich nach ihrer Aussprache als Lautschrift schreiben. Damit soll die englische Rechtschreibung einfacher und logischer werden, denn sie weicht häufig stark von der Aussprache ab.
Entwickelt wurde das System von Allan Kiisk, einem gebürtigen Esten; veröffentlicht wird es seit 2008. Vorbild sind die aussprachegetreuen Rechtschreibungen des Estnischen und Finnischen. Das zentrale Prinzip lautet: Jeder Buchstabe hat immer denselben Laut, unabhängig davon, welche Buchstaben daneben stehen.
Entwicklung und Veröffentlichungen
Allan Kiisk lernte Englisch nach Estnisch und Deutsch als dritte Sprache und empfand die englische Rechtschreibung beim Lernen als kompliziert und willkürlich. Nach seinem Eintritt in den Ruhestand 2007 begann er, Simpel-Fonetik zu entwickeln.
Kiisk ist Mitglied der 1908 in London gegründeten English Spelling Society. 2008 veröffentlichte er ein Lehrbuch. 2012 erschien ein Wörterbuch als Nachschlagewerk mit über 18.000 Wörtern; 2018 folgte dessen zweite Auflage.
Zeichen und Schreibregeln
Anders als das Internationale Phonetische Alphabet (IPA) nutzt Simpel-Fonetik keine besonderen Lautschriftzeichen wie ə für den Schwa-Laut oder ʃ. Es verwendet Zeichen des lateinischen Alphabets sowie die deutschen Umlaute Ä, Ö und Ü. Das Alphabet hat insgesamt 25 Buchstaben. Ü wird in englischen Wörtern nur bei Eigennamen verwendet. Groß- und Kleinschreibung bleiben erhalten.
Beispiele für Lautzeichen sind A in kap (cup) für ʌ, Ä in hät (hat) für æ, E in end für e, I in fit für ɪ, O in on für ɒ, Ö in ritöörn (return) für ə, U in fut (foot) und fuud (food) für ʊ sowie Z in zuu (zoo) für z. Ü steht etwa in übör (über) für y.
Lange Selbstlaute werden verdoppelt, zum Beispiel nuu jiir für new year und skuul für school. Auch stark gesprochene Mitlaute werden verdoppelt, etwa häppen für happen und praiss für price. Die Buchstabengruppe th steht sowohl für das stimmhafte [ð] in this als auch für das stimmlose [θ] in thing. Weitere Kombinationen sind sh für [ʃ] in mashiin (machine), dsh für [dʒ] in dshadsh (judge) und tsh für [tʃ] in tshin (chin).
Diphthonge, also gleitende Verbindungen zweier Vokale, werden beispielsweise als mai (my), haus (house), meik (make), skiier (skier), boi (boy), moust (most) und duing (doing) geschrieben. C, Q, X und Y werden bei englischen Wörtern nicht verwendet. Ihre Lautwerte werden ausgeschrieben, etwa kould (cold), siks (six), kwik (quick), taip (type) und ju (you). In Eigennamen wie Chicago, Quebec und York dürfen diese Buchstaben vorkommen.
Anwendung an Textbeispielen
Ein erstes Beispiel erklärt die Leseregel selbst: „Wen ju riid Simpel-Fonetik wörds, ju mast pei ätenshon tu iitsh leter.“ Gemeint ist: Beim Lesen muss auf jeden Buchstaben geachtet werden, weil jeder stets denselben Laut hat.
Ein längerer Auszug aus H. G. Wells’ Kurzgeschichte The Star zeigt die Anwendung in zusammenhängendem englischem Text. So wird „first day of the new year“ als „först dei of the nuu jiir“ geschrieben, „announcement was made“ als „ännaunsment was meid“ und „three observatories“ als „thrii obsöörvatoris“. Der Text macht sichtbar, wie die Regeln für Vokallänge, Umlaute, th und weitere Lautverbindungen in laufender Schrift eingesetzt werden.