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Shenzhen
Gründung und Erweiterung der Sonderwirtschaftszone · Shenzhen liegt am Perlflussdelta und nördlich der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong. · Shenzhens …
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Bedeutung und Lage
Shenzhen ist eine Unterprovinzstadt in der südchinesischen Provinz Guangdong. Sie liegt am Perlfluss-Delta unmittelbar nördlich der Sonderverwaltungszone Hongkong; die Flüsse Sham-Chun und Sha-Tau-Kok bilden die Grenze. Das Stadtgebiet umfasst 1991 km². Shenzhen hatte laut Volkszählung 2020 17.560.000 Einwohner, für 2024 wurden offiziell 17,98 Millionen angegeben.
Die Stadt gehört zu den größten und wirtschaftlich stärksten Städten Chinas: 2020 lag sie bei der Einwohnerzahl hinter Shanghai und Peking auf Rang drei, ebenso bei der Wirtschaftsstärke. Als Planstadt und Sonderwirtschaftszone ist sie besonders wichtig für ausländische Investitionen, Elektronik, Telekommunikation und Innovation. Ohne Hongkong und Macau hat Shenzhen das höchste Pro-Kopf-Einkommen in China. Seit 2008 gehört sie als UNESCO City of Design zum Creative Cities Network.
Raum, Verwaltung und Bevölkerung
Shenzhen liegt etwa 100 km südöstlich von Guangzhou, 60 km südlich von Dongguan sowie 65 km nordöstlich von Macau. Das ursprünglich hügelige Gebiet mit Ackerland wurde beim Ausbau der Stadt weitgehend eingeebnet und angehoben. Zusätzlich entstehen an Buchten Polderflächen, also dem Meer abgewonnene bebaubare Flächen. Das Klima ist ein subtropisches Ostseitenklima (Köppen-Geiger: Cfa) mit 23,0 °C Jahresdurchschnittstemperatur und 1933 mm Jahresniederschlag. Im Frühjahr und Herbst treten häufig Taifune auf.
Die Stadt besteht aus zehn Stadtbezirken. Reguläre Bezirke besitzen Volkskongress, Konsultativkonferenz und eine vom Volkskongress gewählte Volksregierung; funktionale Bezirke werden dagegen direkt von der Stadtverwaltung eingesetzt. Wichtige Funktionen sind räumlich verteilt: Luohu ist das traditionelle Finanz- und Handelszentrum, Futian mit der Stadtregierung ein neueres Finanz- und Handelszentrum, Nanshan ein Schwerpunkt der High-Tech-Industrie und Yantian ein logistischer Knotenpunkt. Seit dem 1. Juli 2010 umfasst die Sonderwirtschaftszone das gesamte Stadtgebiet.
Die Agglomeration wuchs von etwa 3.000 Einwohnern 1950 auf 11,693 Millionen 2017. Nach einem Bericht der Vereinten Nationen war Shenzhen von 1980 bis 2010 die am schnellsten wachsende Stadt der Menschheitsgeschichte. Sie ist Teil des Perlflussdelta-Ballungsraums mit über 45 Millionen Einwohnern. Beim Zensus 2000 waren 96,78 % der 7.008.831 Einwohner Han-Chinesen; die größte weitere Gruppe waren Zhuang mit 1,61 %.
Sonderwirtschaftszone und Wachstum
Auf dem heutigen Stadtgebiet lag zunächst der Kreis Bao’an. Sein Zentrum war bis 1979 eine Grenzstadt mit nur 30.000 Einwohnern. Im März 1979 beschlossen Zentralregierung und Provinz Guangdong die Gründung der Stadt Shenzhen; im November 1979 erhielt sie Stadtrechte und wurde direkt der Provinzregierung unterstellt.
Im Mai 1980 entstand unter Deng Xiaoping in Shenzhen die erste Sonderwirtschaftszone Chinas. Der Ständige Ausschuss des Nationalen Volkskongresses autorisierte am 6. August 1980 ein 327,5 km² großes Gebiet. Ziel war unter anderem, von Hongkongs wirtschaftlicher Entwicklung zu profitieren. Eine Sonderwirtschaftszone ist ein Gebiet mit besonderen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, das Investitionen und Wachstum fördern soll.
Die Entwicklung verlief sehr schnell: Das BIP stieg von 40 Millionen US-Dollar 1980 auf 114,47 Milliarden US-Dollar 2008; die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate betrug 26,9 %. Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen erhöhte sich im selben Zeitraum von 122,43 auf 13.196,21 US-Dollar. 2024 betrug das BIP 511,84 Milliarden US-Dollar und das Pro-Kopf-BIP 28.611,12 US-Dollar. Die Zone wurde 2010 durch die Einbeziehung von Bao’an und Longgang auf 1953 km² verfünffacht.
Am 20. Dezember 2015 bedeckte eine Schlammlawine nach anhaltenden Regenfällen im Gewerbegebiet Neu-Guangming 380.000 m². Sie ging von einem etwa 100 m hohen künstlichen Berg aus Erde und Abfällen aus; 85 Menschen wurden vermisst. 2020 verbot die Stadt während der Covid-19-Pandemie den Verzehr von Hunden und Katzen.
Wirtschaft, Unternehmen und Bau
Shenzhen zählt zu den reichsten und dynamischsten Städten Chinas. 2009 betrug das BIP 820,1 Milliarden Renminbi, 2011 1,15 Billionen Renminbi. 2023 überholte Shenzhen Guangzhou und lag auf Platz drei der wirtschaftsstärksten chinesischen Städte. Die Börse Shenzhen ist nach Shanghai die zweitgrößte Börse Festlandchinas; 2018 stand Shenzhen auf Rang 18 der wichtigsten Finanzzentren weltweit.
Die Stadt ist Sitz von High-Tech-Unternehmen wie BYD, Huawei, Tencent, DJI und ZTE. Foxconn beschäftigt im Bezirk Longhua in der sogenannten „iPod City“ mehr als 300.000 Menschen und produziert unter anderem iPods für Apple sowie Bauteile für Sony, Nintendo und Hewlett-Packard. Die meisten iPhones werden laut Artikel von Foxconn in Shenzhen hergestellt.
Der Bauboom prägt das Stadtbild. Anfang 2020 gab es 238 Wolkenkratzer über 150 m struktureller Höhe und weitere 56 im Bau; damit lag Shenzhen weltweit auf Platz zwei nach Zahl solcher Gebäude. Das 2017 eröffnete Pingan International Finance Center ist mit 599 m das höchste Gebäude der Stadt. Hohe Immobilienpreise gehören zu den höchsten in China.
Verkehr, Bildung und Freizeit
Der Bahnhof Luohu an der Grenze zu Hongkong verbindet Shenzhen mit dem Hongkonger East-Rail-Netz sowie mit Zielen in China. Fernzüge nach Peking benötigen 18 Stunden. Seit 2004 besteht die Shenzhen Metro; sie wurde rasch erweitert. 2017 nahm die Straßenbahn Shenzhen mit zwei Linien ihren Betrieb auf. Ende Dezember 2017 war die gesamte Busflotte mit 16.359 Elektrobussen ausgestattet; 62,5 % der Taxis waren Elektrofahrzeuge. Der 2007 eröffnete Hong Kong-Shenzhen Western Corridor ist eine 4770 m lange sechsspurige Schrägseilbrücke. Seit dem 30. Juni 2024 verbindet der 24 km lange Shenzhen–Zhongshan Link den Flughafen mit Zhongshan auf der Westseite des Perlflusses.
Der Shenzhen Baoan International Airport liegt 35 km nordwestlich des Zentrums und zählte 2018 mehr als 40 Millionen Passagiere. Bedeutende Containerterminals sind Yantian, Shekou und Chiwan. 2021 erreichte Shenzhen 28,79 Millionen TEU Containerumschlag; TEU ist die Standardmaßeinheit für einen 20-Fuß-Container.
Die Universität Shenzhen wurde 1983 gegründet und ist die Hauptuniversität der Stadt. Weitere Hochschulen sind unter anderem die Shenzhen Technology University, SUSTech, die Shenzhen MSU-BIT University sowie Standorte der Chinesischen Universität Hongkong und des Harbin Institute of Technology. Zu den bekannten Freizeitangeboten gehören die Themenparks Happy Valley, Window of the World und Splendid China, der Dameisha-Strandpark sowie das Künstlerdorf Dafen, das auf Kopien europäischer Kunst und Designgeschichte spezialisiert ist.