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Schlacht bei den Thermopylen (Perserkriege)

Die Schlacht bei den Thermopylen fand zu Beginn des Zweiten Perserkrieges im Spätsommer 480 v. Chr. statt. Erste Schlacht bei den Thermopylen.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Kern des Geschehens
  2. 2. Wahl des Engpasses
  3. 3. Truppen und Zahlen
  4. 4. Die ersten beiden Tage
  5. 5. Dritter Tag und Verluste
  6. 6. Folgen und Erinnerung

Kern des Geschehens

Die Schlacht bei den Thermopylen fand im Spätsommer 480 v. Chr. zu Beginn des Zweiten Perserkrieges statt. Am Engpass der Thermopylen in Mittelgriechenland traf ein griechisches Heer des Hellenenbundes auf das zahlenmäßig weit überlegene Heer des persischen Königs Xerxes I. Die Perser siegten, konnten den Durchbruch erzwingen und die verbliebenen griechischen Kräfte aufreiben. Der Großteil der Griechen zog sich jedoch rechtzeitig zurück.

Die Thermopylen lagen zwischen dem Kallidromo-Gebirge und dem Golf von Malia. In der Antike war der durchschnittlich 15 Meter breite Durchgang an den beiden engsten Stellen nur wenige Meter breit. Dadurch konnten die Perser ihre zahlenmäßige Überlegenheit dort nicht wirkungsvoll einsetzen. Infolge von Versandung hat sich der Durchgang bis heute auf mehrere Kilometer ausgedehnt.

Der griechische Widerstand sollte vor allem den schnellen Vormarsch Xerxes’ aufhalten. Eine offene Feldschlacht war wegen der geringen griechischen Truppenstärke nicht vorgesehen.

Wahl des Engpasses

Zuvor hatte der griechische Bund eine Stellung im nordgriechischen Tempetal kampflos geräumt. Anschließend gab es Streit darüber, wo die Perser aufgehalten werden sollten. Einige Bündnispartner wollten ihnen offenbar erst am Isthmus von Korinth entgegentreten. Herodot nennt diese Mitglieder nicht; deshalb sind die Gründe für ihre Haltung nicht sicher bekannt. Sparta soll nach Plutarchs Darstellung für eine Verteidigung an den Thermopylen eingetreten sein.

Für die Thermopylen sprachen mehrere Gründe: Der schmale Pass begrenzte den Vorteil der persischen Übermacht, die Stellung lag näher an der griechischen Heimat, und zu ihrer Verteidigung wurde ein vergleichsweise kleines Kontingent benötigt. Außerdem konnten durch die Wahl dieses Ortes wichtige Verbündete aus Mittelgriechenland, besonders Athen, im Bündnis gehalten werden.

Die Forschung beurteilt die Ortskenntnisse des griechischen Bundes unterschiedlich. Einerseits spricht die bewusste Wahl des strategisch geeigneten Engpasses für gute Kenntnisse. Andererseits berichten Herodot und Diodor, der Bund sei vom zwischenzeitlichen Aufenthaltsort des Xerxes überrascht worden und habe seine Truppen schnell an die Thermopylen schicken müssen. Möglicherweise fehlte daher die Zeit für eine genauere Aufklärung.

Herodot erklärt die geringe griechische Truppenstärke mit religiösen Festen. Dagegen spricht, dass Leonidas um Verstärkung bat, obwohl eine solche wegen der Karneien erst später hätte eintreffen können. Daher wird im Artikel als wahrscheinlichere Erklärung genannt, Leonidas habe die Lage zu optimistisch eingeschätzt. Nach Diodor lag es offenbar bei ihm, über die Zahl der mitgenommenen Truppen zu entscheiden.

Truppen und Zahlen

Auf griechischer Seite standen nach der Gesamtangabe des Artikels etwa 6.200 Schwerbewaffnete zuzüglich Hilfstruppen. Zum Hellenenbund gehörten unter anderem Sparta, Tegea, Mantineia, Korinth, Theben, Thespiai, Arkadien, Boiotien, Phokis und Lokris sowie weitere griechische Poleis.

Herodot, die einzige Quelle aus dem 5. Jahrhundert v. Chr., nennt für das Heer des Xerxes folgende Zahlen: 517.610 Mann für die Flotte, 1.700.000 Infanteristen, 80.000 Reiter, 20.000 Araber und Libyer sowie 324.000 griechische Alliierte. Mit einer ähnlich großen Zahl an Unterstützungstruppen kommt er auf über 5 Millionen Menschen. Diese Angaben gelten wegen der militärischen und logistischen Möglichkeiten, besonders der Versorgung, sowie wegen der Übertreibungen antiker Historiker als weit überhöht.

Diodor berichtet im 1. Jahrhundert v. Chr. von ungefähr 800.000 Kriegern und einer ähnlich großen Flotte von 1200 Schiffen. Moderne Schätzungen reichen von unter 50.000 bis 250.000 persischen Soldaten. Hans Delbrück berechnete 40.000 bis 50.000 kämpfende Truppen, Hans-Joachim Diesner schätzte die persische Übermacht auf kaum mehr als 50.000 Krieger, während Victor Davis Hanson von mehr als einer Viertelmillion Soldaten ausging. Die genaue Stärke bleibt daher unbekannt und umstritten.

Nach Herodot standen am Pass 300 spartanische Hopliten, 1000 Tegeaten und Mantineer, 120 Männer aus Orchomenos, 1000 weitere Arkadier, 400 Korinther, 200 Männer aus Phleius, 80 aus Mykene, 700 aus Boiotien und Thespiai, 1000 Phoker, eine unbekannte, wahrscheinlich eher geringe Zahl aus der opuntischen Lokris und 400 Thebaner.

Auch diese Zahlen sind widersprüchlich. Herodot nennt 3100 Peloponnesier, während die Grabinschrift 4000 Peloponnesier angibt. Wahrscheinlich fehlen bei Herodot 900 Periöken. Diodor spricht von 1000 Lakedaimoniern und zusätzlich 3000 Peloponnesiern; unklar bleibt, ob in den 1000 bereits die 300 Spartiaten enthalten sind. Iustinus nennt 4000 Soldaten, offenbar nur aus der Peloponnes.

Die 400 Thebaner kämpften trotz der mehr oder weniger offen propersischen Politik ihrer Polis auf griechischer Seite. Unklar ist, ob es sich um Verbannte, Regimegegner oder ein erzwungenes Kontingent handelte. Herodot bezeichnet sie als Geiseln, Diodors Darstellung lässt Freiwillige vermuten. Bemerkenswert ist außerdem, dass keine athenischen Hopliten am Landaufgebot teilnahmen.

Die ersten beiden Tage

Xerxes wartete zunächst fünf Tage, weil er hoffte, das griechische Heer werde fliehen. Am ersten Tag schickte er die Meder und Kissianer vor, um schnell zu siegen und Gefangene zu machen. Diodor nennt als mögliche Gründe ihre militärische Kompetenz oder die Absicht, sie im Kampf zu zermürben und dadurch mögliche separatistische Bestrebungen in ihrer Heimat zu unterdrücken.

Die Griechen konnten den Angriff am engen Pass besonders wirksam abwehren. Sie kämpften in einem engen Schutzwall mit langen Speeren, schwererer Rüstung und der Phalanx, einer geschlossenen Kampfformation schwerbewaffneter Soldaten. Die persischen Truppen waren eher für große Landschlachten ausgerüstet und verfügten über kleinere Schilde und leichtere Rüstung. Auch die persische Eliteeinheit der „Unsterblichen“ konnte den griechischen Schildwall nicht durchbrechen.

Nach Herodot täuschten die Lakedämonier wiederholt einen Rückzug vor, wandten sich im letzten Moment um und verursachten dadurch hohe persische Verluste. Xerxes soll deshalb dreimal erschrocken von seinem Thron aufgesprungen sein. Der erste Tag endete mit einem Erfolg der Griechen; nach Diodor hatten sie nur wenige Verluste, während die persischen Verluste hoch waren.

Am zweiten Tag setzte Xerxes seine Angriffe fort, weil er annahm, die Griechen seien durch die Kämpfe des Vortages geschwächt. Diodor berichtet, er habe die mutigsten Männer ausgewählt, ihnen Ruhm versprochen und ihnen zugleich die Flucht verboten. Trotz langer Kämpfe scheiterten auch diese Angriffe. Nach drei erfolglosen Versuchen wusste Xerxes zunächst nicht, wie er weiter vorgehen sollte.

Dann zeigte Ephialtes von Trachis den Persern den geheimen Anopaiapfad über den Berg. Xerxes befahl Ephialtes und den „Unsterblichen“, den Weg zu benutzen und die Griechen von hinten einzukesseln. Am Berg trafen sie auf Phoker, die den Pass bewachten. Diese zogen sich zurück, weil sie einen Angriff auf ihre Stellung erwarteten. Die Perser gingen ihnen nicht nach, sondern folgten weiter dem Pfad, um die andere Seite des Passes zu erreichen.

Als die Griechen von der Umgehung erfuhren, berieten sie über ihre Lage. Weil die Stellung bald von beiden Seiten bedroht war, beschloss man, dass sich der größte Teil des Bundesheeres zurückziehen sollte. Leonidas blieb mit den Lakedämoniern, den Thespiern und den Thebanern zurück; die Thebaner hielten nach dieser Darstellung gegen ihren Willen aus.

Dritter Tag und Verluste

Über den letzten Kampftag berichten Herodot und Diodor unterschiedlich. Nach Diodor griffen Leonidas und die Spartaner in der Nacht das persische Lager an. Die Perser waren unvorbereitet, sodass die Griechen viele Gegner töteten und bis zum Pavillon des Xerxes vordrangen. Der Krieg hätte dadurch möglicherweise beendet werden können, wenn Xerxes nicht geflohen wäre. Im Morgengrauen wurden die Spartaner umzingelt und von Pfeilen getötet.

Nach Herodot versammelten sich die Spartaner dagegen an der früheren Stellung am Pass. Sie gingen offensiv vor und drängten die Perser zusammen. Viele Perser sollen ins Meer gestürzt oder von ihren eigenen Verbündeten niedergetrampelt worden sein. Nachdem die Speere gebrochen waren, kämpften die Griechen mit Schwertern weiter. Leonidas und zwei Brüder des Xerxes fielen. Die Griechen kämpften um die Leiche des Königs, die von den Persern verstümmelt wurde, und zogen sich anschließend zur ursprünglichen Stellung zurück. Dort wurden sie schließlich durch Geschosse getötet.

Nach Herodot verloren die Perser an die 20.000 Soldaten, darunter zwei Brüder und zwei Halbbrüder des Xerxes. Die genaue Zahl ist jedoch zweifelhaft. Herodot berichtet selbst, auf dem Schlachtfeld seien nur 1000 Tote aus Xerxes’ Heer gefunden worden; die übrigen habe man schnell verscharrt, damit die tatsächlichen Verluste nicht sichtbar würden.

Alle verbliebenen Spartiaten und Thespier starben. Die Thebaner ergaben sich rechtzeitig. Herodot nennt insgesamt 4000 gefallene Griechen. Die Verluste unter den Schwerbewaffneten lagen vermutlich etwas über 1000: 300 Spartiaten, 700 Thespier, einige Thebaner sowie Gefallene aus den Kämpfen der ersten beiden Tage, deren Zahl offenbar gering war. In der Gesamtübersicht werden die griechischen Verluste mit etwa 1000 Schwerbewaffneten und insgesamt etwa 4000 angegeben; die persischen Verluste bleiben unbekannt und umstritten.

Folgen und Erinnerung

Nach dem griechischen Rückzug konnte Xerxes ungehindert nach Athen marschieren. Die Stadt war jedoch auf Antrag des Themistokles bereits evakuiert worden. Mit den späteren Siegen bei Salamis und Plataiai verteidigten die griechischen Staaten ihre Unabhängigkeit gegen das Perserreich.

Die Schlacht begründete den späteren Ruhm Spartas als Staat, dessen Soldaten im Kampf niemals weichen würden. Die wichtigste antike Darstellung stammt aus Herodots Historien, Buch VII. Herodot prägte das Bild der Schlacht als bewusstes Opfer der Spartaner im Dienst ihrer staatsbürgerlichen Pflicht. Leonidas und seine 300 Männer erscheinen dabei als Ideal spartanischer Standhaftigkeit und Gehorsams.

Am Thermopylen-Denkmal steht eine Gedenktafel, die oft fälschlich als „Grab des Leonidas“ bezeichnet wird. Leonidas wurde in Sparta begraben; bei dem Denkmal handelt es sich vielmehr um eine Siegesstele. Die überlieferte Inschrift lautet sinngemäß: „Fremder, melde den Lakedaimoniern, dass wir hier liegen, den Worten jener gehorchend.“ Sie fasst die Vorstellung zusammen, die Gefallenen hätten den Gesetzen und Befehlen ihrer Heimat gehorcht.

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