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Samba (Tanz)
Der Samba, auch die Samba, (portugiesisch o samba) ist ein Gesellschaftstanz im Zweivierteltakt, der sich aus dem im Laufe des 19.
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Grundverständnis und Einordnung
Der Samba ist ein Gesellschaftstanz im Zweivierteltakt. Er gehört als Paartanz, Gesellschaftstanz und Turniertanz zur europäischen Variante der fünf lateinamerikanischen Tänze. Seine Herkunft liegt in Brasilien; die europäische Turnierform entwickelte sich im 20. Jahrhundert aus dem gleichnamigen brasilianischen Volkstanz, hat mit dessen ursprünglicher Tanzform jedoch kaum noch etwas gemeinsam.
Der Samba darf nicht mit der argentinischen Zamba verwechselt werden. Die Zamba ist ein langsamer rhythmischer Tanz im Sechsachteltakt. In Brasilien bezeichnet „Samba“ vor allem die Samba de Gafieira, einen Paartanz, der sich deutlich vom internationalen Lateintanz Samba unterscheidet. Deshalb wird die internationale Form häufig als ballroom samba bezeichnet.
Entwicklung vom Volkstanz zum Turniertanz
„Samba“ war ursprünglich ein Sammelname für viele Tanzformen, die afrikanische Sklaven aus dem Kongo, dem westlichen Sudan und Angola im 19. Jahrhundert nach Brasilien brachten. Der Rhythmus der getrommelten batuques gilt als Ursprung der Sambamusik. Als Ursprung des heutigen brasilianischen Samba gilt der samba de roda, dessen portugiesischer Name „Rund“ oder „Kreis“ bedeutet.
Der samba de roda verband Tanz, Musik und Poesie. Menschen afrikanischer Herkunft drückten darin ihre Geschichte, Kultur und Erfahrungen aus, die von viel Leid geprägt waren. Getanzt wurde im Kreis: Jeweils zwei Tänzer tanzten in der Mitte, wurden durch Zurufe der übrigen Beteiligten angefeuert und schließlich von anderen Tänzern abgelöst. Zur Musik dienten Trommeln und typische brasilianische Instrumente. Zusätzlich wurden Händeklatschen sowie das Schlagen von Besteck, Gläsern und Tellern zur rhythmischen Unterstützung eingesetzt.
Seit den Jahren um 1920 ist Samba der Haupttanz des Karnevals in Rio. 1910 kam die Maxixe, ein dem Tango Argentino verwandter enger Paartanz, von Brasilien nach Europa, konnte sich dort aber nicht durchsetzen. 1924 und 1925 erschien die Maxixe unter dem Namen „Samba“ erneut in Turnierprogrammen, ohne großen Erfolg.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Samba zum festen Repertoire vieler Tanzkapellen. In der Anfangszeit des Wirtschaftswunders 1948/49 wurde eine stark vereinfachte Form sehr populär, unter anderem durch den Titel „Am Zuckerhut, am Zuckerhut, da gehts den Senoritas gut“. Danach nahmen Tanzschulen den Samba erfolgreich in ihr Programm auf. 1959 wurde er in das Turnierprogramm der lateinamerikanischen Tänze aufgenommen.
Technik, Rhythmus und Musik
Typisch für den Samba sind deutliche, schnelle Hüftbewegungen und das Bouncen. Beim Bouncen bewegt sich der Unterkörper vor und zurück. Der Samba ist kein stationärer Tanz: Die Bewegungen führen fließend über das Parkett.
Für Turniere nennt der World Dance Council (WDC) ein Tempo von 48 Takten pro Minute. Die World DanceSport Federation (WDSF) schreibt 50–52 Takte pro Minute vor. Der Deutsche Tanzsportverband (DTV), der Österreichische Tanzsportverband (ÖTSV) und der Schweizer Tanzsport Verband (STSV) sind Mitglieder des WDSF; bei Turnieren dieser Verbände gelten daher ebenfalls 50–52 Takte pro Minute. Als allgemeine Angabe werden 50–52 TPM beziehungsweise 100–104 bpm genannt.
Im Samba werden Körperrhythmus und Fußrhythmus unterschieden. Der Körperrhythmus entsteht durch eine Vorwärts-Rückwärtsbewegung des Beckens, jeweils auf „slow“. Der Fußrhythmus hängt von der getanzten Figur ab. Bei den eher stationären Grundfiguren wird der Rhythmus „one-a-two“ verwendet. Ein Zweivierteltakt besteht dabei aus drei Schritten: Der erste Schritt dauert drei Viertel eines Schlags, der zweite ein Viertel und der dritte einen ganzen Schlag. Das entspricht ungefähr der Aussprache des Wortes „Amsterdam“.
Der Grundrhythmus kann verändert werden. Gelaufene Figuren werden etwa als „Slow-quick-quick“ oder „Quick-quick-slow“ gezählt. In manchen Figuren wird ein „slow“ aufgelöst; dann entsteht der Rhythmus „Slow-quick-quick-quick-quick-quick-quick“. Wer den brasilianischen Ursprüngen näherkommen möchte, kann mehr als eine Vor-Rückbewegung der Hüfte pro Schlag tanzen. Möglich sind drei Hüftbewegungen je Takt. Diese Bewegungen heißen Batucadas; Batucada bezeichnet zugleich eine Stilrichtung der Samba. Wird in einer Figur ein „Quick“ getanzt, entfällt das Bouncen.
Disco-Samba als einfache Variante
Der Disco-Samba ist eine einfache Zweischritt-Form des Samba. Beim Rück-Platz beziehungsweise Ball Change werden die Schritte 2 und 3 durch ein Tap ersetzt. Ein Tap ist das Heranschließen des Fußes ohne Gewichtsübertragung. Der Disco-Samba kommt ohne Hüft- und Bouncebewegung aus.
Wegen seines einfachen Schrittbildes ist er leicht zu erlernen. 2012 wurde er in das Welttanzprogramm aufgenommen. Vor allem ADTV-Tanzschulen, die in ihren ersten Kursstufen nach dem Welttanzprogramm unterrichten, vermitteln ihn in Anfänger-Tanzstunden.
Der Disco-Samba kann als Vorstufe zur anspruchsvolleren Drei-Schritt-Version verstanden werden. Manche Tanzschulen führen die Zwei-Schritt-Variante jedoch auch als eigenständigen Tanz weiter.