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Raumanalyse
Die Raumanalyse ist eine geographische Methode, die der Analyse eines Raumes (der Erdoberfläche) dient. Die Methode findet ihre Anwendung besonders im …
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Grundidee und Ziel
Die Raumanalyse ist eine geographische Methode zur Untersuchung eines Raumes, also eines Ausschnitts der Erdoberfläche. Sie wird besonders im Erdkundeunterricht an Schulen, in universitären Forschungsarbeiten und in vereinfachter Form auch in Kindertagesstätten eingesetzt.
Ihr Ziel ist es, das Verständnis des Begriffs „Raum“ zu erweitern. Dabei sollen nicht nur die zeitliche Erstreckung von Dingen und Prozessen, sondern auch deren räumliche Wirkungen verstanden werden. Untersucht wird, wie sich Dinge und Prozesse in meridionaler und longitudinaler Erstreckung auswirken; teilweise wird auch die Erstreckung in der Höhenachse einbezogen.
Unabhängig vom gewählten Ansatz wird zunächst ein bestimmter Raum abgegrenzt und beschrieben. Danach werden je nach Fragestellung und Methode unterschiedliche Geofaktoren betrachtet und ausgewertet. Geofaktoren sind die für einen Raum relevanten natürlichen oder vom Menschen beeinflussten Aspekte. Abschließend entsteht eine kriterienorientierte Untersuchung, die auch die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Aspekten des Raumes berücksichtigt. Das Ergebnis wird beispielsweise als Vortrag, häufiger jedoch als schriftlicher Aufsatz präsentiert.
Wichtige Ansätze
Es lassen sich mehrere Formen der Raumanalyse unterscheiden:
- die fragengeleitete oder problemorientierte Raumanalyse,
- die synoptische Raumanalyse nach dem Ansatz der „Vier Blicke“ auf einen Raum,
- die länderkundliche Raumanalyse, die eher quantitativ ausgerichtet ist,
- die visuelle Raumanalyse.
Bei der fragengeleiteten Raumanalyse bildet eine Leitfrage den roten Faden der gesamten Untersuchung. Sie sollte problematisierend formuliert sein, also auf ein zu untersuchendes Problem oder eine offene Frage hinweisen. Die Leitfrage kann aus der Beschreibung des Raumes entwickelt werden. Außerdem kann das eigene Interesse der bearbeitenden Person an bestimmten Problemen dieses Raumes in die Formulierung einfließen.
Die länderkundliche Analyse orientiert sich am geographischen Ansatz der Länderkunde, der besonders bis in die 1960er Jahre praktiziert wurde. Sie ist eher quantitativer Natur. Im Mittelpunkt stehen die Verteilung verschiedener Objekte im Raum und die Nutzung von Flächen. Raumanalysen nach dieser Variante können daher große Ausmaße annehmen.
Der „Vier Blicke“-Ansatz
Der „Vier-Blicke“-Ansatz untersucht einen Raum aus unterschiedlichen Perspektiven. Grundlage ist die Erkenntnis, dass Menschen Räume unterschiedlich wahrnehmen und dass diese Wahrnehmungen stark von der realistischen Struktur eines Raumes abweichen können. Besonders im schulischen Unterricht wird deshalb in manchen Schulbüchern die „Vier-Blicke-Methode“ vorgeschlagen.
Die vier Perspektiven bestehen aus zwei objektiven und zwei subjektiven Blicken:
- Objektiver Blick: der absolute Raum, auch Realraum oder „Raum als Container“ bezeichnet. Der Raum wird dabei als Behälter betrachtet.
- Objektiver Blick: die Strukturen der Wechselbeziehungen zwischen Dingen innerhalb des Raumes und dem Umfeld des Raumes.
- Subjektiver Blick: die Wahrnehmung des Raumes durch einzelne Menschen.
- Subjektiver Blick: die Darstellung des Raumes in den Medien.
Eine Raumanalyse anhand der „vier Blicke“ ist in der Regel auch didaktischer Natur. In unterschiedlichen Informationsträgern können teilweise widersprüchliche Aussagen vorkommen. Diese Widersprüche können zum Anlass für quellenkritisches und wissenschaftliches Arbeiten genommen werden.
Typische Anwendungen
Die auf dem deutsch-französischen Fernsehsender arte ausgestrahlte Sendereihe „Mit offenen Karten“ zeigt häufig leitfragenorientierte Raumanalysen zu verschiedenen Räumen der Erde. Genannt werden unter anderem die Folgen „Mosambik – Aufstieg zur Energiemacht?“ mit der Erstausstrahlung am 14. Januar 2017 und „Der Nordkaukasus – Russlands Achillesferse“ mit der Erstausstrahlung am 28. Januar 2017.
Auch in vier- bis sechsstündigen Abiturprüfungen im Fach Erdkunde, beispielsweise im Zentralabitur, werden häufig Raumanalysen durchgeführt.