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Länderkunde
Die Länderkunde ist eine Fachrichtung der Geographie. Sie stellt die idiographische Richtung der Regionalen Geographie dar, in der jeweils ein bestimmter Erd- …
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Gegenstand und Bedeutung
Länderkunde ist eine Fachrichtung der Geographie und gehört zur Regionalen Geographie. Sie untersucht jeweils einen bestimmten Erd- oder Landschaftsraum für sich. Damit vertritt sie die idiographische Richtung: Im Mittelpunkt steht der einzelne, besondere Raum und nicht ein allgemeiner Raumtyp.
Wesentlich ist die Betonung der Einmaligkeit eines Landes oder Gebietes. Norbert Krebs unterschied die Länderkunde von der Landschaftskunde: Diese befasse sich mit Landschaften als „mehrfach wiederkehrenden Typen“, während die Länderkunde ein Land als „Individuum“ untersucht. Carl Troll verstand unter einem solchen Land einen Staat, ein politisch begrenztes Territorium oder auch das Wohngebiet eines Volkes.
Entwicklung der Fachrichtung
Beschreibende Darstellungen von Ländern reichen in Europa bis in die Antike und in China bis in das alte China zurück. Zu den bedeutenden Länderkundlern der Antike zählen Strabon und Ptolemäus.
Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde Geographie weitgehend mit Länderkunde gleichgesetzt. Die Geographie sei „seit alters in erster Linie Länderkunde gewesen.“ Bis in die 1960er Jahre galt Länderkunde im deutschsprachigen Raum als Kerngebiet oder „Krone“ der geographischen Wissenschaften.
Auf dem Kieler Geographentag von 1969 wurde sie jedoch als wissenschaftstheoretisch unfundiert, holistisch und naturalistisch kritisiert. Danach verlor sie stark an Bedeutung. Seit den 1970er Jahren ist sie vor allem in der Form der Problemorientierten Länderkunde verbreitet.
Feste Reihenfolge der Landesdarstellung
Das länderkundliche Schema wird seit dem 19. Jahrhundert verwendet, um den Aufbau einer Länderkunde zu vereinheitlichen. Nach Alfred Hettner heißt es auch Hettnersches Länderkundliches Schema oder Hettnersches Schema. Bei der Darstellung regionalgeographischer Sachverhalte soll eine feste Reihenfolge eingehalten werden:
- Lage, Gestalt und Größe
- Geologie und Oberflächenformen
- Klima
- Gewässer
- Pflanzenkleid
- Tierwelt
- Mensch
- Siedlungen
- Wirtschaft
- Verkehr
- sprachliche, religiöse und staatliche Verhältnisse
Das Schema ordnet damit zunächst natürliche Merkmale eines Raums und danach menschliche, wirtschaftliche sowie politische Verhältnisse.
Dynamische und problemorientierte Ansätze
Hans Spethmann entwickelte die Dynamische Länderkunde in den 1920er Jahren. Ihr Ziel ist, das Wesen eines Landes bereits auf den ersten Seiten zu vermitteln. Dafür werden die dominierenden Geofaktoren, also die prägenden Faktoren eines Raums, herausgestellt.
Eine Darstellung nach dieser Methode ist meist eingehender und spezifischer als eine Darstellung nach dem länderkundlichen Schema. Nachteile sind, dass Länder dadurch schwerer miteinander vergleichbar sind und die Darstellung stark subjektiv gefärbt sein kann.
Die Problemorientierte Länderkunde entwickelt diesen Ansatz weiter. Nicht eine feste vollständige Abfolge von Merkmalen steht im Mittelpunkt, sondern einzelne Probleme und Problemkreise. Sie bilden den roten Faden der Darstellung.