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Radhasoami

Der Glaube an Radhasoami, der aus Indien stammt, ist monotheistisch und steht in der Bhakti-Tradition. Durch seine Nähe zu den Lehren von Kabir Sahib, Guru …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Einordnung
  2. 2. Seele, Gott und Wirklichkeit
  3. 3. Meditation und innerer Weg
  4. 4. Satgurus und Zweige
  5. 5. Lebensweise
  6. 6. Gurinder Singh Dhillon

Grundidee und Einordnung

Radhasoami, gesprochen etwa Radha-Swami, ist der Name Gottes in einer bestimmten Ausprägung der Sant-Mat-Bewegung, die auch als „Pfad der Meister“ bezeichnet wird. Die Anhängerinnen und Anhänger dieser Religion heißen meist Radhasoami-Satsangis.

Der aus Indien stammende Glaube ist monotheistisch, geht also von einem einzigen Gott aus, und steht in der Bhakti-Tradition, einer religiösen Richtung, die die hingebungsvolle Beziehung zu Gott betont. Wegen der Nähe zu den Lehren von Kabir Sahib, Guru Nanak und anderen besteht auch eine Verwandtschaft zum Sikhismus. Die Anhänger berufen sich auf Shiv Dayal Singh, genannt Soami Ji Maharaj (1818–1878). Die Religion wurde 1861 gegründet und zerfiel später in mehrere Zweige. Weltweit werden etwa 3 Millionen Mitglieder genannt; zugleich gibt der Zweig Beas für sich allein weltweit 4 Millionen Mitglieder an.

Seele, Gott und Wirklichkeit

Zu den Glaubenslehren von Radhasoami gehören die Existenz Gottes, die Einheit der Essenz Gottes mit der Seele des Menschen und der Glaube an ein Leben nach dem Tod. Der Mensch besteht nach dieser Lehre aus Körper, Geist und Seele. Körper und Geist sind sterblich, die Seele ist unsterblich.

Die Essenz der menschlichen Seele, Atman, gilt als gleich mit der Essenz Gottes, Param Atman. Deshalb wird der Mensch als mikrokosmische Abbildung der gesamten Schöpfung verstanden. Wichtig ist dabei die Vorstellung, dass nicht der Körper eine Seele hat, sondern die Seele einen Körper. Die jenseitige, spirituelle Realität gilt als die eigentliche Wirklichkeit.

Nach dieser Lehre ist die Seele bereits im Himmel, dem Sat Lok, und befindet sich außerhalb von Raum und Zeit. Der Mensch ist sich dessen jedoch nicht bewusst und hält die physische Welt für real.

Meditation und innerer Weg

Menschen haben nach Radhasoami-Vorstellung schon zu Lebzeiten Zugang zur spirituellen Realität. Die Seele besitzt demnach die Fähigkeit, spirituell „nach innen“ zu sehen und zu hören.

Unter Anleitung eines Meisters, der die notwendige Technik beherrscht und weitergeben kann, soll jeder Mensch durch Meditation eine „Bewusstseinsreise nach innen“ erlernen können. Dabei geht es darum, das „innere Licht“ zu sehen und den „inneren Klang“ zu hören. Beide gelten als Zeichen des „inneren Lebens- und Energiestromes“.

Diese Meditationstechnik heißt Surat Shabd Yoga, also „Vereinigung mit Gott“. Sie ist ein zentraler Weg der religiösen Praxis.

Satgurus und Zweige

Grundlegend für die religiöse Praxis ist die Verehrung des Gurus und die Gemeinschaft mit einem spirituellen Lehrer im Satsang. Ein Satsang ist eine religiöse Gemeinschaft oder Versammlung um spirituelle Lehre. Die Radhasoami-Tradition glaubt, dass Gott, Radhasoami, von Zeit zu Zeit heilige und erleuchtete Seelen auf die Erde sendet, um Menschen geistlich zu unterweisen. Als Beispiele werden Buddha, Jesus, Meister Eckhart und Guru Nanak genannt.

Solche „lebenden Meister“ werden Satguru genannt, wörtlich „wahrer Lehrer“. Häufig wird auch die Bezeichnung Sant Satguru verwendet; Sant bedeutet etwa „Heiliger“. Die Gurus der eigenen Religion gelten ebenfalls als gottgesandte erleuchtete Lehrer.

Der Gründer Shiv Dayal Singh wird als Inkarnation Radhasoamis angesehen. Das unterscheidet diese Lehre vom Sikhismus und von Guru Nanaks Lehre, nach der sich die höchste Gottheit niemals in Raum und Zeit inkarniert. Als Shiv Dayal Singh 1878 starb, hatte er mehrere Tausend Anhänger, aber keinen bestimmten Nachfolger. Mehrere seiner Schüler traten als Nachfolger hervor; sechs davon führten die Religion erfolgreich in getrennten Zweigen weiter.

In jedem Zweig gibt es normalerweise nur einen Satguru. Nach dessen Tod erkennt die Gemeinschaft einen Nachfolger als neuen Satguru an. Wenn darüber Uneinigkeit entsteht, können neue Zweige entstehen. Der heute größte Zweig geht auf Baba Jaimal Singh Ji Maharaj zurück, auch Babaji Maharaj genannt, der seinen Satsang in Beas im Punjab gründete: Radha Soami Satsang Beas. Ein anderer Zweig beruht auf Raj Saligram und behielt sein Zentrum in Agra.

Lebensweise

Radhasoami-Satsangis leben streng lacto-vegetarisch. Das bedeutet, dass sie vegetarisch leben, aber Milchprodukte erlauben. Fleisch und Eier werden abgelehnt. Außerdem verzichten sie auf Alkohol und alle Rauschmittel.

Als Hauptziel des Menschen gilt die spirituelle Entwicklung. Weltlicher Besitz soll auf das Notwendige beschränkt werden, damit er nicht von diesem Ziel ablenkt. Es gibt Aschrams, also religiöse Wohn- und Gemeinschaftsorte, in denen Satsangis in der Nähe ihres Satgurus leben können.

„Radhasoami“ wird unter Angehörigen der Religion auch als Grußformel verwendet. Inder benutzen dabei häufig die in Indien allgemein übliche Grußgeste Namaste.

Gurinder Singh Dhillon

Der Abschnitt über Gurinder Singh Dhillon ist im Artikel ausdrücklich als nicht hinreichend belegt gekennzeichnet. Die Angaben sollten daher vorsichtig verwendet werden.

Gurinder Singh Dhillon, geboren 1954 in Punjab, wird als derzeitiger lebender Meister des Zweiges Beas genannt. Bevor er religiöser Meister wurde, war er als Geschäftsmann in Spanien tätig. Seine Familie Dhillon wird als eine der reichsten Familien Indiens beschrieben und an 400. Stelle eingeordnet.

Der Artikel berichtet außerdem, Gurinder Singh rufe zur Lebendorganspende auf. Seine Söhne seien CEOs in Unternehmen, die unter anderem mit Organspenden Geld verdienen, wie Logos oder Religare. Kritiker werfen ihm laut Artikel vor, seinen Einfluss zu nutzen, um seinen eigenen Reichtum und den seiner Familie zu vermehren.

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