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Quellen zur Geschichte der Täufer

Quellen zur Geschichte der Täufer (abgekürzt: QGT) ist der Titel einer umfangreichen Sammlung von Dokumenten der reformatorischen Täuferbewegung.

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Zweck und Aufbau der Quellensammlungen
  2. 2. Entstehung und Entwicklung
  3. 3. Erschienene Bände und regionale Schwerpunkte

Zweck und Aufbau der Quellensammlungen

„Quellen zur Geschichte der Täufer“ (QGT) ist eine umfangreiche, noch nicht abgeschlossene Edition von Dokumenten zur reformatorischen Täuferbewegung. Sie erscheint im Auftrag des Vereins für Reformationsgeschichte; ihre Anfänge reichen bis 1919 zurück. Bis einschließlich Band III, der 1938 erschien, hieß die Reihe „Quellen zur Geschichte der Wiedertäufer“ (QGWT).

Die Sammlung macht historische Dokumente für die Erforschung der Täuferbewegung zugänglich. Zunächst wurden die Quellen vor allem territorial, also nach Ländern und Regionen, geordnet. Neben regionalen Akten enthält die Reihe aber auch Ausgaben von Schriften einzelner Täufer sowie Bibliographien. Der Namenswechsel von QGWT zu QGT sollte berücksichtigen, dass „Wiedertäufer“ eine polemisch entstandene Bezeichnung ist.

Die ursprünglich vorgesehene Aufnahme schweizerischer Dokumente in die QGT wurde infolge des Zweiten Weltkriegs aufgegeben. Stattdessen entstand die eigenständige, ebenfalls unvollendete Reihe „Quellen zur Geschichte der Täufer in der Schweiz“ (QGTS). Ihr erster Band erschien 1952 in Zürich und wurde von Leonhard von Muralt und Walter Schmid herausgegeben.

Entstehung und Entwicklung

Vor der Gesamtedition war Quellenmaterial zur Täufergeschichte bereits in verschiedenen Regionen Deutschlands unterschiedlich systematisch gesammelt worden. Der Verein für Reformationsgeschichte beschloss deshalb eine langfristige und möglichst umfassende Edition. Eine eigene Kommission sollte den sachlichen und zeitlichen Umfang bestimmen, die Arbeit territorial gliedern und Bearbeiter gewinnen. Unterstützung kam vom Mennonitischen Geschichtsverein sowie von den mennonitischen Kirchenhistorikern Christian Hege und Christian Neff. Zu den frühen Bearbeitern gehörten Gustav Bossert, sen., Leonhard von Muralt und Johann Loserth; Loserth veröffentlichte 1929 Quellen zur Geschichte der oberdeutschen Täufer im 16. Jahrhundert.

Wegen wirtschaftlicher Probleme der 1920er Jahre erschien der erste Band erst 1930 in Leipzig. Er enthielt Täuferakten des Herzogtums Württemberg und wurde von Gustav Bossert, jun. herausgegeben. Bis zum Zweiten Weltkrieg folgten zwei weitere Bände: zum Markgraftum Brandenburg beziehungsweise Bayern, Abteilung I, sowie „Glaubenszeugnisse oberdeutscher Taufgesinnter I“.

Nach dem Krieg erschien 1951 in Gütersloh ein Band mit badischen und pfälzischen Quellen; noch im selben Jahr folgten Akten der Freien Reichsstädte Regensburg, Kaufbeuren, Rothenburg ob der Tauber, Nördlingen, Schweinfurt und Weißenburg. Weitere regionale Bände betreffen das Elsass und Österreich. Die territoriale Ordnung wurde ab 1955 ergänzt: Drei Teilbände veröffentlichten Bibliographie sowie religiöse und exegetische Schriften Hans Dencks. „Exegetisch“ bedeutet hier: auf die Auslegung biblischer Texte bezogen. Band IX von 1962 enthält die gesammelten Schriften des Täufermärtyrers Balthasar Hubmaier, Band X eine Bibliographie zur Geschichte des Täufertums von 1520 bis 1630.

Band XVII veröffentlicht das „Kunstbuch“ des Jörg Probst Rotenfelder, genannt Maler: eine frühe Sammlung täuferischer Briefe und Schriften aus den Jahren 1527 bis 1555. Heinold Fast hatte die Handschrift 1955 in der Berner Burgerbibliothek unter der Signatur Cod. 464 entdeckt. Band XVIII von 2011 beschreibt 462 hutterische Handschriften, Drucke und Druckwerke aus ehemaligem Besitz der hutterischen Brüder in Europa; nordamerikanische Bestände sind nicht enthalten.

Erschienene Bände und regionale Schwerpunkte

Die QGWT umfasst Band I, „Herzogtum Württemberg“ (Leipzig 1930), und Band II, „Markgraftum Brandenburg (Bayern Abt. I)“ (Leipzig 1934). Unter dem Namen QGT erschienen die Bände III bis XVIII. Ihre Schwerpunkte sind oberdeutsche Glaubenszeugnisse, Baden und Pfalz, bayerische Reichsstädte, die Schriften Hans Dencks und Balthasar Hubmaiers, eine Bibliographie für 1520–1630, Elsass I–IV, Österreich I–III, das „Kunstbuch“ sowie der Katalog hutterischer Bestände. Band XVIII besteht aus zwei Bänden und erschien 2011.

Die QGTS begann mit Band I „Zürich“ (1952; zweite Auflage 1974) und Band II „Ostschweiz“ (1972). Band III behandelt Aargau, Bern und Solothurn (2008), Band IV enthält „Drei Täufergespräche“ (1974). Die Reihenfolge der Veröffentlichungen entspricht dabei nicht immer der Bandnummer.

Zum 500-jährigen Gedenken an die Entstehung der Täuferbewegung erschienen 2025 die Bände V und VI der QGTS. Band V behandelt den Kanton Zürich von 1530 bis 1609 und umfasst XVIII/970 Seiten. Band VI behandelt denselben Kanton von 1610 bis 1636 und umfasst XIX/1020 Seiten. Beide publizieren einschlägige Unterlagen aus dem Staatsarchiv Zürich und der Zentralbibliothek Zürich und sind jeweils als gebundene Ausgabe sowie Open Access verfügbar.

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