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Punktierung (Musik)
Die Punktierung ist ein Symbol in der musikalischen Notation: Ein Punkt hinter der Note erhöht den Notenwert um die Hälfte, das heißt, der Ton wird um die …
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Grundprinzip der Punktierung
Die Punktierung ist ein Symbol der musikalischen Notation. Ein Punkt hinter einer Note verlängert ihren Notenwert um die Hälfte des ursprünglichen Werts. Eine punktierte Note dauert deshalb eineinhalb Mal so lange wie die entsprechende unpunktierte Note. Dasselbe gilt für Pausen: Auch ein Pausenzeichen kann punktiert werden und wird dadurch um die Hälfte verlängert.
Eine punktierte Note entspricht außerdem dem dreifachen Wert der nächstkürzeren Notenwertstufe. Eine punktierte Viertelnote hat beispielsweise den Wert von drei Achtelnoten, eine punktierte Achtelnote den Wert von drei Sechzehntelnoten. Die Punktierung beschreibt daher nicht nur ein Zeichen, sondern auch eine rhythmische Dreiteiligkeit.
Der Begriff „punktiert“ kann auch verwendet werden, wenn ein Ton unabhängig von seiner konkreten grafischen Darstellung die Länge von eineinhalb Standardnotenlängen besitzt. In einem schnellen Dreiertakt werden etwa in einem 6/8-Takt häufig nicht sechs einzelne Achtel gezählt, sondern zwei Schläge. Jeder dieser Schläge umfasst drei Achtel und kann deshalb als punktierte Viertel bezeichnet werden. Auch regelmäßige Folgen aus einer punktierten Note und der nächstkleineren unpunktierten Note heißen punktierte Rhythmen, zum Beispiel punktiertes Achtel – Sechzehntel – punktiertes Achtel – Sechzehntel.
Einfache Punktierung und ihre Notation
Bei der einfachen Punktierung steht ein einzelner Punkt rechts neben der Note oder Pause. Da Noten von links nach rechts gelesen werden, zeigt diese Stellung an, dass die Verlängerung an das Ende des ursprünglichen Notenwerts angehängt wird. Liegt der Notenkopf auf einer Notenlinie, steht der Punkt in der Regel im nächsthöheren Zwischenraum. Bei mehreren Stimmen in einem Notensystem kann er teilweise auch im darunterliegenden Zwischenraum stehen.
Der Verlängerungspunkt darf nicht mit Punkten ober- oder unterhalb des Notenkopfs verwechselt werden. Solche Punkte können das Staccato bezeichnen, also eine Form der Artikulation. In der Zeit der Wiener Klassik konnten sie gelegentlich auch als Akzente verwendet werden.
Die Schreibweise mit einem Punkt ist nur sinnvoll, wenn die rhythmische Lage der Note innerhalb des metrischen Rasters dazu passt. Der Punkt symbolisiert eine hinten angehängte Note mit halber Dauer. Beginnt eine punktierte Viertelnote im 3/4-Takt genau zwischen zwei Zählzeiten und nicht auf einer Zählzeit, wäre die Schreibweise als Viertelnote mit Punkt nicht korrekt. In diesem Fall muss sie als Achtelnote notiert werden, an die durch einen Haltebogen eine Viertelnote angeschlossen wird.
Die verlängerten Noten werden mit dem Adjektiv „punktiert“ bezeichnet, zum Beispiel „punktierte Halbe“ oder „punktierte Viertel“. Bezeichnungen wie „Dreiviertelnote“ oder „Dreiachtelnote“ kommen heute seltener vor. Die Punktierung kann also eine vereinfachte Schreibweise ermöglichen, ersetzt aber nicht in jeder rhythmischen Lage die genaue Aufteilung in mehrere Notenwerte mit Haltebogen.
Mehrfache Punktierung und Berechnung
An eine bereits punktierte Note kann ein weiterer Punkt angehängt werden. Der zweite Punkt verlängert die Note um die Hälfte der durch den ersten Punkt dargestellten Verlängerung. Eine doppelt punktierte Halbe hat daher den Wert einer halben Note plus einer Viertelnote plus einer Achtelnote.
Bei einer dreifachen Punktierung verlängert der dritte Punkt die Note nochmals um die Hälfte der Verlängerung, die durch den zweiten Punkt dargestellt wird. Die Verlängerungen bilden somit eine Folge immer kleinerer Notenwerte: ursprünglicher Wert, Hälfte davon, Viertel davon, Achtel davon und so weiter.
Die Länge einer Note mit n Punkten beträgt im Verhältnis zum ursprünglichen Notenwert den Faktor
1 + 1/2 + 1/4 + ⋯ + 1/2ⁿ = 2 − 1/2ⁿ.
Durch das Anhängen von Punkten kann eine Note deshalb ihren ursprünglichen Wert allein durch Punktierung niemals genau verdoppeln. Sie kann sich dem doppelten Wert jedoch beliebig weit annähern. Eine beliebig oft punktierte Viertelnote bleibt somit immer kürzer als eine Halbe.
Dreifache Punktierungen waren in der Musik des Barock und der Klassik praktisch unbekannt. Gelegentlich finden sie sich in der Musik der Romantik und Spätromantik, etwa bei Frédéric Chopin; bei Richard Wagner und Anton Bruckner kommen sie regelmäßig vor. Theoretisch lässt sich die Zahl der Punkte beliebig fortsetzen. In der Praxis gibt es höchstens vierfache Punktierungen, und auch diese sind extrem selten.
Punktierte Rhythmen in der Barockmusik
Die Notation entwickelte sich erst allmählich zu einem festen System. Noch 1752 schrieb der Flötist Johann Joachim Quantz, dass man „die Zeit der kurzen Note nach dem Puncte eigentlich nicht recht genau bestimmen kann“. Quantz scheint außerdem der Erste gewesen zu sein, von dem die Verwendung der Doppelpunktierung überliefert ist.
Im Barock waren ausgehaltene Töne auf den Zählzeiten beliebt, denen unmittelbar vor der nächsten Zählzeit ein kurzer Ton oder ein schneller Lauf folgte. Dieser Rhythmus ist besonders charakteristisch für den Anfangsteil der französischen Ouvertüre. Die damalige Notation war dabei bis zu einem gewissen Grad unpräzise und konnte Schreibweisen enthalten, die nach heutigen Maßstäben als unkorrekt gelten würden. In modernen Ausgaben werden solche Stellen meist nach heutigen Notationsstandards korrigiert.
Eine solche Korrektur ist jedoch nicht eindeutig. Nach den Grundsätzen der historischen Aufführungspraxis soll sich die ausführende Person über die damalige Notations- und Spielpraxis informieren und anschließend selbst entscheiden, wie der Rhythmus gespielt wird. Deshalb können Kopien der Originalnoten zum Vergleich wichtig sein.
Johann Sebastian Bach übernahm ab 1722 aus der französischen Musik einen Rhythmus aus einer punktierten Achtel und drei auftaktigen Zweiunddreißigsteln. Zunächst notierte er ihn ungefähr als punktierte Achtel plus drei 32tel. Später finden sich auch eine Achtel mit angehängter 32tel plus drei 32tel sowie eine punktierte Achtel mit angehängter 64tel plus drei 64tel. Es ist umstritten, ob Bach damit lediglich die Zählzeiten genauer korrigierte oder unterschiedliche Ausführungen verlangte. Möglich ist auch, dass der Rhythmus in diesem Zusammenhang ohnehin immer überpunktiert, also mit einer stärker verlängerten ersten Note, ausgeführt wurde.
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