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Provence-Alpes-Côte d’Azur
Provence-Alpes-Côte d'Azur [pʀɔˌvɑ̃sˌalpkotdaˈzy(ː)ʀ] (PACA) ist eine Region an der Mittelmeerküste im Südosten Frankreichs.
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Überblick und Lage
Provence-Alpes-Côte d’Azur, abgekürzt PACA, ist eine Region an der Mittelmeerküste im Südosten Frankreichs. Sie umfasst die Départements Alpes-de-Haute-Provence, Alpes-Maritimes, Bouches-du-Rhône, Hautes-Alpes, Var und Vaucluse. Die Hauptstadt ist Marseille. Die Region hat eine Fläche von 31.688,83 km² und 5.218.960 Einwohnerinnen und Einwohner (1. Januar 2023); die Bevölkerungsdichte beträgt 165 Einwohner je km².
Die Region grenzt im Uhrzeigersinn an Okzitanien, Auvergne-Rhône-Alpes, Italien und Monaco. Seit 2018 tritt sie nach außen unter der Marke Région Sud auf, obwohl der offizielle Name Provence-Alpes-Côte d’Azur unverändert blieb. Damit soll der lange Name und die als unbeliebt beschriebene Abkürzung „PACA“ vermieden werden.
Landschaft und Wappen
Die Region wird im Süden vom Mittelmeer und Monaco, im Osten von Italien und im Westen vom Tal beziehungsweise Mündungsdelta der Rhône begrenzt. Im Norden grenzt sie an Auvergne-Rhône-Alpes; beide Regionen teilen sich die französischen Alpen ungefähr zur Hälfte.
Die Landschaft besteht neben den Alpen vor allem aus der Provence und der Küstenzone. Diese Küste ist als Côte d’Azur oder Französische Riviera bekannt.
Das Wappen zeigt drei historische Symbole der Region: vier rote Pfähle auf goldenem Grund, einen blauen Delfin und einen roten Adler. Sie verweisen auf die Herrschaft der Grafen von Barcelona im 12. und 13. Jahrhundert, auf die Eingliederung der südöstlichen Dauphiné im Département Hautes-Alpes und auf die spätere Wiedereingliederung der Grafschaft Nizza im Département Alpes-Maritimes.
Geschichte und Bevölkerung
Die heutige Region entstand im Zusammenhang mit der Einrichtung der französischen Regionen im Jahr 1960. Zunächst hieß sie Provence-Alpes-Côte d’Azur-Corse. Nach der Abtrennung Korsikas wurde sie 1970 in Provence-Alpes-Côte d’Azur umbenannt.
1972 erhielt die Region den Status eines Établissements public unter Leitung eines Regionalpräfekten. Durch die Dezentralisierungsgesetze von 1982 wurden die Regionen zu Collectivités territoriales, also Gebietskörperschaften. Diesen Status hatten zuvor nur Gemeinden und Départements. 1986 wurden die Regionalräte erstmals direkt gewählt. Seitdem wurden die Befugnisse der Region gegenüber der Zentralregierung in Paris schrittweise erweitert.
Die Bevölkerung wuchs deutlich: von 2.818.992 Einwohnern im Jahr 1962 auf 5.021.928 im Jahr 2016. Für den 1. Januar 2023 nennt der Artikel 5.218.960 Einwohner.
Städte und Verwaltung
Die bevölkerungsreichste Stadt der Region ist Marseille mit 886.040 Einwohnern im Jahr 2023. Danach folgen Nizza mit 357.737, Toulon mit 179.116, Aix-en-Provence mit 149.695 und Avignon mit 92.188 Einwohnern. Weitere größere Städte sind Antibes, Cannes, La Seyne-sur-Mer, Fréjus, Hyères, Arles und Grasse.
Politisch ist Provence-Alpes-Côte d’Azur in sechs Départements gegliedert. Insgesamt umfasst die Region 18 Arrondissements, 52 Gemeindeverbände, 126 Kantone und 946 Gemeinden. Das größte Département nach Bevölkerung ist Bouches-du-Rhône mit 2.087.658 Einwohnern und einer Dichte von 410 Einwohnern je km². Danach folgen Alpes-Maritimes mit 1.128.418 Einwohnern und Var mit 1.119.307 Einwohnern. Die geringsten Bevölkerungszahlen haben Hautes-Alpes mit 143.467 und Alpes-de-Haute-Provence mit 168.054 Einwohnern.
Regionalpolitik und Wirtschaft
Präsident des Regionalrats ist Renaud Muselier von Les Républicains (LR). Bei der Wahl des Regionalrats vom 27. Juni 2021, dem zweiten Wahlgang, wurde er mit 57,30 Prozent beziehungsweise 704.431 Stimmen gewählt. Thierry Mariani unterlag mit 42,70 Prozent beziehungsweise 524.882 Stimmen. Der Regionalrat hat insgesamt 124 Sitze; die größten Gruppen in der aufgeführten Sitzverteilung sind RN mit 33 Sitzen, LR mit 32 Sitzen und DVD mit 25 Sitzen.
Bei der Wahl vom 13. Dezember 2015 erreichte die Liste von Christian Estrosi, einer Union de la Droite aus LR, UDI und MoDem, 54,78 Prozent beziehungsweise 1.073.516 Stimmen und 81 Sitze. Die Liste von Marion Maréchal-Le Pen vom FN erreichte 45,22 Prozent beziehungsweise 886.177 Stimmen und 42 Sitze. Um einen Sieg des Front National, heute Rassemblement National, zu verhindern, zog die Sozialistische Partei ihre Liste nach dem ersten Wahlgang zurück und rief zur Wahl der Liste von Christian Estrosi auf. 2017 folgte Renaud Muselier seinem Parteikollegen Christian Estrosi.
Wirtschaftlich lag die Region 2006 im Vergleich zur Europäischen Union bei einem Bruttoinlandsprodukt-Index von 104,6, wobei EU-27 = 100 gilt und der Wert in Kaufkraftstandards ausgedrückt ist. Die Arbeitslosenquote betrug 2016 10,2 Prozent.