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Prädominante

Prädominante (von englisch pre-dominant chord) bezeichnet in der Musiktheorie einen Akkord, der in einer Kadenz der Dominante vorangeht bzw. in diese …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Funktion
  2. 2. Abgrenzung zur Funktionstheorie
  3. 3. Typische Akkorde und Beispiel

Begriff und Funktion

Eine Prädominante ist in der Musiktheorie ein Akkord, der in einer Kadenz der Dominante vorausgeht oder in sie hineinführt. Eine Kadenz ist eine typische harmonische Schluss- oder Fortschreitungsformel; die Dominante ist dabei eine wichtige harmonische Funktion, die meist Spannung erzeugt und zur Tonika führt.

Der Begriff kommt von englisch „pre-dominant chord“. Er ist in der angelsächsischen Musiktheorie verbreitet und hat sich seit Beginn des 21. Jahrhunderts auch in der deutschsprachigen Musiktheorie etabliert.

Abgrenzung zur Funktionstheorie

William Caplin spricht von „pre-dominant function“ als einer „harmonischen Funktion“, die neben Tonika und Dominante steht. Die Prädominante fasst also Akkorde zusammen, die vor der Dominante stehen und auf sie hinführen.

Damit unterscheidet sich der Begriff von der Funktionstheorie nach Hugo Riemann. Dort würden solche Akkorde etwa als Variante der Subdominante oder als Doppeldominante gelten. Bei der Prädominante wird „Funktion“ nicht durch Klangverwandtschaft bestimmt, sondern durch die Position und Rolle eines Akkords im formalen Ablauf.

Typische Akkorde und Beispiel

Zu den Akkorden, die als Prädominanten verstanden werden können, gehören Akkorde der II. Stufe in der Verbindung II-V-I, der Neapolitanische Sextakkord und der übermäßige Quintsextakkord.

Das Artikelbeispiel aus Ludwig van Beethovens Klaviersonate in f-Moll op. 57, 2. Satz, Anfang, zeigt den Unterschied zwischen gleicher Akkordart und unterschiedlicher Funktion: Die zweite Subdominante wird als Prädominante gedeutet, weil sie zur Dominante hinführt. Die erste Subdominante ist dagegen ein Wechselakkord, der die Tonika prolongiert, also verlängert oder ausdehnt.

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