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Pileolus

Mit der Verwendung der jüdischen Kippa hat der Pileolus nichts zu tun. Er gleicht ihr in der Form und der Tatsache, dass es sich jeweils um Bekleidung …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Funktion
  2. 2. Materialien und Farben
  3. 3. Abnehmen als Zeichen der Verehrung
  4. 4. Historische Entwicklung

Begriff und Funktion

Der Pileolus ist ein kleines Scheitelkäppchen und Bestandteil der kirchlichen Kleidung der römisch-katholischen Kirche. Getragen wird er vor allem von Äbten, Bischöfen, Kardinälen und dem Papst. Innerhalb der Liturgie gehört er zur jeweiligen liturgischen Kleidung und wird unter oder anstelle der Mitra beziehungsweise des Biretts getragen. Außerhalb der Liturgie wird er zur Soutane getragen. Weitere Bezeichnungen sind Zucchetto, Soli Deo, Subbirettum, Submitrale und Scheitelkäppchen.

Die Bezeichnung „Soli Deo“ bedeutet „Nur vor Gott“. Sie verweist darauf, dass der Pileolus in bestimmten Situationen abgenommen wird und seine Träger ihn normalerweise nur vor Gott ziehen.

Materialien und Farben

Der Papst, die Kardinäle und die Apostolischen Nuntii tragen Pileoli aus Moiré. Die Pileoli der anderen Würdenträger bestehen aus einfacher Seide. Auch Ordensmänner kennen ein ähnliches Scheitelkäppchen. Es bedeckte ursprünglich die Tonsur und hat die Farbe der jeweiligen Ordenskleidung; heute wird es häufig nur noch von Äbten getragen.

Die Farben richten sich nach dem kirchlichen Farbgebrauch:

  • Weiß trägt der Papst.
  • Scharlachrot tragen die Kardinäle. Seit 1854 gilt diese Farbe außerdem als Sonderprivileg für den Erzbischof von Salzburg als Primas Germaniae und „geborenen Legaten“ des Papstes.
  • Violett tragen die Bischöfe. Mit päpstlicher Erlaubnis können es auch Domherren einzelner Domkapitel tragen. Violett kommt außerdem bei Äbten von Territorialabteien vor, etwa im Kloster Einsiedeln OSB oder in der Abtei Mehrerau OCist, sowie bei besonderen Verleihungen.
  • Bei Äbten hängt die Farbe von den Ordensfarben ab. Benediktineräbte dürfen einen schwarzseidenen Pileolus tragen. Bei Prämonstratenseräbten kann er weiß sein; bei Zisterzienseräbten weiß, schwarz oder gegebenenfalls violett. In Anwesenheit des Papstes tragen Äbte den weißen Pileolus nicht.

Außerhalb der Liturgie dürfen ohne Sondererlaubnis alle anderen Kleriker und Mönche ein nichtseidenes schwarzes Scheitelkäppchen tragen. Ordensmänner der Bettelorden mit braunem Habit, beispielsweise Karmeliten, Franziskaner und Kapuziner, tragen ein braunes Käppchen.

Abnehmen als Zeichen der Verehrung

Beim Hochgebet der Heiligen Messe und bei der Aussetzung des Allerheiligsten wird der Pileolus abgenommen. Dies ist ein Zeichen der Verehrung des Allerheiligsten und erklärt die Bezeichnung „Soli Deo“: Der Hut wird nur vor Gott gezogen. Da der Papst in der katholischen Kirche als Stellvertreter Christi gilt, besteht außerdem der Brauch, den Pileolus bei seiner Begrüßung abzunehmen.

Mit der jüdischen Kippa besteht kein Zusammenhang. Beide Kopfbedeckungen ähneln sich in der Form und darin, dass sie aus religiösen Gründen getragen werden. Sowohl das Tragen der Kippa im Judentum als auch das Tragen des Pileolus durch römisch-katholische Kleriker wurde in der frühen Neuzeit üblich.

Historische Entwicklung

In der Antike bezeichnete Pileus eine einfache Kappe, die unter anderem Seeleute, Handarbeiter und freigelassene Sklaven trugen. Pileolus ist die Verkleinerungsform dieser Bezeichnung. Im Mittelalter war der Pileolus ein kleines Käppchen, das Hinterkopf und Ohren bedeckte. Seit der Barockzeit im 16. und 17. Jahrhundert wurde er zu dem kleineren Scheitelkäppchen reduziert, das heute gebräuchlich ist.

Bischöfe und andere Kleriker, die zum Gebrauch der Pontifikalien berechtigt sind, tragen den Pileolus häufig unter der Mitra. Daher stammt auch der Name Submitrale. Dieser Brauch ist erstmals im Laufe des 14. Jahrhunderts belegt: Auf dem Grabmal Clemens’ VI. in La Chaise-Dieu ist unter der Tiara bereits eine Kopfbedeckung in Pileolus-Form dargestellt. Im 15. Jahrhundert verbreitete sich die Sitte weiter und wurde im 16. und 17. Jahrhundert unter römisch-katholischen Klerikern allgemein üblich.

Die erstmalige nachweisbare Verleihung des roten Pileolus an Kardinäle, mit Ausnahme von Kardinälen aus Orden mit eigenem Habit, erfolgte 1464 im Pontifikat Pauls II. Zuvor war die Farbe der Kirchenfürsten Purpur; daraus entstand die Formulierung, ein Kleriker bekomme bei seiner Ernennung zum Kardinal „den Purpur verliehen“. Kardinäle aus Orden erhielten den roten Pileolus erstmals 1591 durch Gregor XIV. Seit 1867 dürfen aufgrund einer auf Pius IX. zurückgehenden Verfügung auch Bischöfe violette Pileoli tragen. Sie hatten zuvor grüne Pileoli getragen; die violette Farbe setzte sich anschließend schnell allgemein durch.

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