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Partikel (japanisch)
Mit dieser zweiten Art von Partikeln werden Fragen und die verschiedenen Arten von Nebensätzen (Relativsatz, Konditionalsatz, Temporalsatz usw.) ... Tarō kann …
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Grundfunktion und Einteilung
Japanische Partikeln heißen joshi (助詞, „Hilfswörter“) oder nach den vier häufigsten Partikeln tenioha (てにをは). Sie haben eine grundlegende grammatische Funktion und stehen grundsätzlich als Postpositionen hinter dem Wort oder Satzglied, dessen Funktion sie genauer bestimmen.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Satzgliedpartikeln und Finalpartikeln. Satzgliedpartikeln kennzeichnen unter anderem Subjekt, direktes Objekt, Bewegungsziel und Besitz. Sie übernehmen damit Aufgaben, für die deutsche Sprachen vor allem Kasus und Präpositionen verwenden. Finalpartikeln stehen dagegen nach dem Prädikat am Ende eines Haupt- oder Nebensatzes. Sie markieren beispielsweise Fragen sowie Relativ-, Konditional- und Temporalsätze und entsprechen damit teilweise Konjunktionen. Dieser Artikel behandelt ausschließlich Satzgliedpartikeln.
Eine Partikel kann je nach Verwendung unterschiedliche Bedeutungen haben. Im Satz 朝の七時に何をしたの。 (asa no shichi-ji ni nani o shita no, „Was hast du morgens um sieben gemacht?“) ist の no einmal eine besitzanzeigende beziehungsweise genitivische Partikel: „morgens“ bestimmt „7 Uhr“ näher. Am Satzende ist の no dagegen eine umgangssprachliche Fragepartikel.
Aufzählung, Kasus und Modalität
Die wichtigsten Aufzählungspartikeln sind:
- と to verbindet die Glieder einer vollständigen Aufzählung.
- や ya kennzeichnet eine unvollständige Aufzählung.
- か ka bedeutet „oder“.
- など nado wird an das letzte Glied einer unvollständigen Aufzählung angehängt und bedeutet „beispielsweise“ oder „und so weiter“.
Kasuspartikeln und Postpositionen folgen direkt dem Nomen. Die wichtigsten Funktionen sind:
- は wa markiert das Thema eines Satzes, nicht grundsätzlich sein Subjekt.
- が ga markiert das Subjekt, besonders das Subjekt eines Nebensatzes oder ein zuvor noch nicht erwähntes Subjekt.
- の no bezeichnet Besitz beziehungsweise den Genitiv und kann außerdem das Subjekt eines Attributivsatzes markieren, alternativ zu が ga.
- に ni bezeichnet den Empfänger, das Agens im Passiv und bei Verben des Erhaltens, das Bewegungsziel, bei einigen Verben den Ort, einen Zeitpunkt sowie die Adverbialisierung.
- を o markiert das Akkusativobjekt.
- で de bezeichnet bei den meisten Verben den Ort, außerdem das Instrument („womit?“) und den Grund („weswegen?“).
- と to bezeichnet den Komitativ („mit wem?“), wenn es um Personen geht.
- へ e bezeichnet die Bewegungsrichtung.
- から kara bezeichnet den Startpunkt, also „ab wann/wo?“.
- まで made bezeichnet den Zielpunkt, also „bis wann/wohin?“.
- より yori bezeichnet den Vergleichspartner.
Modalpartikeln folgen den Kasuspartikeln oder Postpositionen. Die Kasuspartikel が ga entfällt dabei immer; を o bleibt nur selten vor も mo erhalten. は wa und も mo schließen einander aus. は wa kennzeichnet das Thema oder dient der Kontrastierung, während も mo „auch“ bedeutet.
Thema, Subjekt und Fokus
Die genaue Unterscheidung zwischen は wa und が ga ist komplex und in der Sprachwissenschaft umstritten. Als erste Orientierung gilt: は wa ist die Themapartikel und lenkt die Betonung auf die Handlung beziehungsweise das Prädikat; が ga ist die Subjektpartikel und lenkt das Augenmerk auf das Subjekt.
は wa kann im Diskurs ein neues Thema setzen. Das Thema ist das, worauf sich der Satz und auch folgende Sätze beziehen. Die Konstruktion AはBだ darf dabei nicht immer einfach als „A ist B“ übersetzt werden. 僕は鰻だ (boku wa unagi da) bedeutet beim Bestellen im Restaurant sinngemäß „Was mich angeht, ich nehme den Aal“, vergleichbar mit „Ich bin die Currywurst, und er ist die Pommes.“
Bei Nebensatzkonstruktionen ist die Unterscheidung besonders wichtig: は wa markiert das Subjekt des Hauptsatzes, während Subjekte in Nebensätzen mit が ga stehen. 私は探した財布を盗んだ (watashi wa sagashita saifu o nusunda) bedeutet „Ich habe die gesuchte Brieftasche gestohlen“. 私が探した財布を盗んだ (watashi ga sagashita saifu o nusunda) bedeutet „(Er) hat die von mir gesuchte Brieftasche gestohlen“. Im zweiten Satz ist 私が das Subjekt des Nebensatzes „von mir gesucht“; das Subjekt des Hauptsatzes, der Dieb, bleibt unausgedrückt und wird aus dem Gesprächszusammenhang ergänzt.
Bei が ga steht die Beziehung zwischen Prädikat und Subjekt im Vordergrund. Das Subjekt wird dabei von anderen möglichen Gesprächsgegenständen abgegrenzt; die Aussage bezieht sich in dieser Konnotation ausschließlich auf dieses Subjekt. 桃子がピザを注文した (Momoko ga piza o chūmon shita) bedeutet „Momoko hat (die) Pizza bestellt“, mit der möglichen Hervorhebung, dass es Momoko und nicht eine andere anwesende Person war.
Bei intransitiven Verben kann が ga ein Objekt markieren. Bei 太郎はフランス語が出来る (Tarō wa furansu-go ga dekiru) bedeutet dies „Tarō kann französisch“. Die Verwendung von を o ist hier rein umgangssprachlich.
Fragen, Kontrast und Ortsangaben
Fragen mit Fragewörtern können unterschiedlich fokussiert werden. Bleibt das Thema unbestimmt, steht が ga hinter dem Fragewort: 誰がこのケーキを食べましたか (dare ga kono kēki o tabemashita ka?) bedeutet „Wer hat diesen Kuchen gegessen?“; hervorgehoben wird, dass der Schuldige gesucht wird. Wird dagegen ein Thema gesetzt, steht es mit は wa vor dem Fragewort: このケーキは誰が食べましたか (kono kēki wa dare ga tabemashita ka?). Hier liegt die Betonung darauf, dass es genau um diesen Kuchen und nicht um einen anderen geht. Dasselbe Muster gilt für Aussagen, die nicht genau angeben, um wen es geht, etwa „irgendwer“.
Eine weitere Verwendung von は wa ist die Kontrastierung zweier Themen. レモンはすっぱい,オレンジは甘い (remon wa suppai, orenji wa amai) bedeutet „Zitronen sind sauer, Orangen (dagegen) sind süß“. Thematisches und kontrastives は wa unterscheiden sich oft nur durch Nuancen; mehrere は wa in einem Satz weisen häufig auf einen Kontrast hin.
Der Satz 僕が知っている人は誰も来なかった (boku ga shitte iru hito wa daremo konakatta) kann unterschiedlich verstanden werden: „Von den Leuten, die ich kenne, ist keiner gekommen“ oder „(Es waren zwar viele Leute da, aber) niemand dabei, den ich kenne“. In der ersten Lesart ist „Leute, die ich kenne“ das Thema. In der zweiten Lesart stellt は wa einen Gegenpunkt zu der Aussage oder Annahme her, dass viele Menschen gekommen sind.
Für Ortsangaben wird zwischen に ni und で de unterschieden. に ni steht bei statischen Verben wie iru („sein“), aru („haben, vorhanden sein“) und sumu („wohnen“): Nihon ni sumu bedeutet „Ich wohne in Japan“, Gakkō ni iru „Ich bin in der Schule“. で de steht bei Handlungsverben wie suru („tun“): Daidokoro de ryōri o tsukuru bedeutet „Ich koche in der Küche“.
Aussprache und Schreibung
Seit 1946 werden japanische Partikeln im modernen Japanisch mit Hiragana geschrieben; zuvor wurden besonders in offiziellen Texten Katakana verwendet. Einige Partikeln besitzen außerdem Kanji-Schreibungen, die heute nur noch in anspruchsvoller Fachliteratur vorkommen.
Bei を, へ und は ist eine historische Schreibung erhalten geblieben. Diese Zeichen werden heute nicht wo, he und ha, sondern o, e und wa ausgesprochen. Die Umschrift folgt deshalb der Aussprache und dem Standard des Hepburn-Systems.