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Paronym
Als Paronyme bezeichnet man verwechselbar ähnliche Wörter innerhalb einer Sprache. Zurückgehend auf einen Vorschlag von Jean Bertrand wird ein Paronym in …
Begriff und Bedeutung
Paronyme sind innerhalb einer Sprache Wörter, die einander so ähnlich sind, dass sie leicht verwechselt werden können. Nach einem Vorschlag von Jean Bertrand heißen sie – in Analogie zum „falschen Freund“ zwischen Fremdsprachen – auch „falsche Brüder“.
Sie führen zu geläufigen Missverständnissen, die regelmäßig wiederkehren, lange bestehen bleiben oder nur punktuell auftreten können. Außerdem können sie das Lernen einer Sprache erschweren. Welche Wörter als ähnlich empfunden werden, ist unter anderem vom Ausbildungsstand sowie vom sozialen, regionalen und sprachlichen Umfeld der Sprecher abhängig. Die Sprachwissenschaft verwendet mehrere Definitionen und Zugänge; Paronymie ist noch ungenügend erforscht.
Paronyme eignen sich für Witze und Wortspiele: Zunächst wird einem ähnlich klingenden oder aussehenden Wort eine Bedeutung aus dem Zusammenhang zugeschrieben, die sich später überraschend als unpassend erweist. Eine Unterklasse der Paronyme sind Homophone, die auch „Teekesselchen“ genannt werden.
Deutsche Beispiele
Paronyme können verschiedene Wortarten betreffen. Bei Adjektiven gehören dazu etwa „anscheinend – scheinbar“, „effektiv – effizient“, „geistig – geistlich“, „komplex – kompliziert“, „konkav – konvex“, „real – reell“, „sakral – säkular“ und „sensibel – sensitiv“.
Auch Präfixe können verwechselt werden, zum Beispiel „Hypo- – Hyper-“ sowie „Makro-/makro- – Mikro-/mikro-“.
Bei Substantiven finden sich unter anderem „Absorption – Adsorption“, „Amnesie – Amnestie“, „Astrologie – Astronomie“, „Effekt – Affekt“, „Emigrant – Immigrant“, „Emission – Immission“, „Internet – Intranet“, „Koma – Komma“, „Komplement – Kompliment“, „Mandat – Mandant“, „Ökologie – Ökonomie – Ökumene“, „Rezeption – Rezension – Rezession“, „Stalaktit – Stalagmit – Stalagnat“ und „Zäsur – Zensur“.
Beispiele für Verben sind „adoptieren – adaptieren“, „fingieren – fungieren“, „haken – hacken“, „kollabieren – kollaborieren – kollidieren“, „singen – sinken“, „spuken – spucken“, „verbieten – verbitten“ und „zehren – zerren“.
Beispiele in anderen Sprachen
Paronyme kommen auch in anderen Sprachen vor. Englische Beispiele sind „Australia – Austria“, „night – knight“, „precedent – president“, „quiet – quite“, „than – then“ und „their – there“. Außerdem stehen „the kings“ und „The Kinks“, eine englische Band, einander gegenüber.
Im Französischen nennt der Artikel beispielsweise „antiseptique – aseptique“, „amoral – immoral“, „je veux – cheveux“, „t’as – ta“, „j’irai – j’irais“ und „c’est – (il) s’est“.
Weitere Beispiele sind litauisch „Farmacija – formacija“ und „Kompanija – kampanija“, polnisch „adaptować – adoptować“, bulgarisch „Австралия – Австрия“ sowie „указвам – оказвам“, russisch „Австралия – Австрия“ sowie „указывать – оказывать“ und ungarisch „ateista – autista“, „adaptál – adoptál“ sowie „allegória – filagória“.