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Pariser Friedensforum
Das Pariser Friedensforum wurde im Jahr 2018 auf Initiative des französischen Präsidenten Emmanuel Macron ins Leben gerufen. Anlass war der 100.
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Aufgabe und Arbeitsweise
Das Pariser Friedensforum (englisch: Paris Peace Forum; französisch: Forum de Paris sur la Paix) ist eine 2018 gegründete internationale Organisation mit Sitz in Paris. Es fördert multilaterale Zusammenarbeit, also die Zusammenarbeit mehrerer Staaten und anderer Akteure, sowie globale Governance, das gemeinsame Regeln und Steuern weltweiter Aufgaben meint. Jährlich findet in Paris eine mehrtägige Veranstaltung statt. Dort kommen Staats- und Regierungschefs, internationale Organisationen, Unternehmen und Akteure der Zivilgesellschaft zusammen, um Lösungsansätze für globale Herausforderungen zu entwickeln und konkrete Projekte voranzubringen.
Ziel des Forums ist es, Projekte zur Lösung globaler Probleme zu finden, zu fördern und international zu vernetzen. Schwerpunkte sind Sicherheit, Entwicklung, Umwelt- und Klimaschutz sowie digitale Governance. Die Arbeitsweise ist projektorientiert: Aus hunderten Bewerbungen werden jedes Jahr innovative Projekte ausgewählt. Sie erhalten Sichtbarkeit, Zugang zu Finanzierungspartnern und Unterstützung bei der internationalen Skalierung, also bei der Ausweitung auf weitere Länder oder größere Anwendungsbereiche.
Zugleich ist das Forum eine Plattform für politischen Dialog auf höchster Ebene. Offizielle Reden und Panels werden durch informelle Treffen ergänzt, die Vertrauen schaffen und Konflikten vorbeugen sollen. Beteiligt sein sollen unter anderem Regierungen, internationale Organisationen, lokale Regierungen, Nichtregierungsorganisationen, Stiftungen, Unternehmen, Medien, Gewerkschaften, religiöse Gruppen und Bürger. Dazu gibt es Debatten und Vorträge, Podiumsdiskussionen, Rundtischgespräche, Workshops und Projektpräsentationen.
Entstehung und erste Veranstaltung
Das Forum wurde 2018 auf Initiative des französischen Präsidenten Emmanuel Macron gegründet. Anlass war der 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkriegs, der in Paris mit internationalen Gedenkveranstaltungen begangen wurde. Nach der Erklärung von Justin Vaïsse, damals Präsident des Forums, beruhte seine Entstehung auf dem Grundsatz: „eine schlecht regierte Welt schnell zu einer Welt im Krieg werden würde“.
Auf dem Botschaftertreffen am 29. August 2017 betonte Macron, Frieden sei keine Selbstverständlichkeit. Als Beispiele nannte er den syrischen Bürgerkrieg und den russisch-ukrainischen Krieg. Er forderte deshalb konkrete Schritte zur Stärkung des Multilateralismus und zur Wahrung des Friedens.
Die erste Ausgabe fand vom 11. bis 13. November 2018 während der Gedenkfeiern zum 100. Jahrestag des Waffenstillstands statt. Es wurden 120 Projekte zur globalen Governance vorgestellt und rund 6.000 Besucher empfangen. Reden hielten die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, UN-Generalsekretär António Guterres und Emmanuel Macron; mehr als 60 Staats- und Regierungschefs nahmen teil. Neben Frieden ging es um Klimawandel und Herausforderungen durch populistische Bewegungen. Merkel erklärte, Nationalismus und Populismus bedrohten den Frieden in Europa. In den Folgejahren wurde das Forum Teil der internationalen Konferenzlandschaft. Während der COVID-19-Pandemie kamen digitale Formate hinzu; diskutiert wurden beispielsweise Initiativen zur globalen Impfstoffverteilung.
Trägerschaft und Leitung
Das Forum ist ein nach französischem Recht („loi 1901“) organisierter und als gemeinnützig anerkannter Verein. Finanziert wird es weltweit durch öffentliche und private Mittel, etwa von Regierungen, internationalen Organisationen, Stiftungen und Unternehmen. Präsident ist José Ángel Gurría, Generaldirektor Justin Vaïsse.
Drei internationale Gremien leiten den Verein:
- Die Generalversammlung legt rechtliche und haushaltspolitische Leitlinien fest, genehmigt den Jahresabschluss und kann die Satzung ändern. 2026 gehörten dazu unter anderem Vertreter der Europäischen Kommission, des Aga Khan Development Network, des Auswärtigen Amts, des spanischen und französischen Außenministeriums, von Microsoft, der Mo Ibrahim Foundation und der Open Society Foundation.
- Das Exekutivkomitee entscheidet über die Aktivitäten des Vereins und insbesondere über die jährliche Veranstaltung. Es gestaltet das Programm, genehmigt Partnerschaftsvereinbarungen und entscheidet über neue Mitgliedschaften. Seine Zusammensetzung überschneidet sich teilweise mit der Generalversammlung.
- Der internationale Lenkungsausschuss empfiehlt dem Exekutivkomitee strategische Ausrichtungen. Er umfasst etwa fünfzehn für drei Jahre ernannte Persönlichkeiten aus Politik, internationalen Organisationen und Zivilgesellschaft.
Zusätzlich vereint der Kreis der Partner öffentliche und private Förderer, internationale Organisationen und Medienpartner. Er unterstützt das Forum und gibt strategische Empfehlungen. Zu den institutionellen Partnern zählen beispielsweise die Gates Foundation, die Rockefeller Foundation, die International Crisis Group, die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, OpenAI, der Europarat, die OECD, UNESCO, ILO, Weltbank, UNDP sowie CNN und AFP.
Jährliche Treffen
Das Haupttreffen findet im Winter statt; außerdem gibt es jeweils ein kleineres Treffen im Frühling. Die bisherigen Haupttreffen waren:
- 11.–13. November 2018, Grande Halle de La Villette: „Better Governance for a World at Peace“.
- 11.–13. November 2019, Grande Halle de La Villette: „Supporting Multilateralism“.
- 11.–13. November 2020, virtuell: „Bouncing Back to a Better Planet“.
- 11.–13. November 2021, Grande Halle de La Villette: „Mind the Gaps: Improving Global Governance in the Times of Covid-19“.
- 11.–12. November 2022, Grande Halle de La Villette: „Riding out the Multicrisis“.
- 10.–11. November 2023, Grande Halle de La Villette: „Seeking Common Ground in a World of Rivalry“.
- 11.–12. November 2024, Palais de Chaillot: „Wanted: a Functioning World Order“.
- 29.–30. Oktober 2025, Palais de Chaillot: „New Coalitions for Peace, People and the Planet“.
Kritik
Kritik richtete sich gegen die Finanzierung der Veranstaltung, zu der unter anderem Technologiegiganten wie Google und Microsoft beitrugen. Außerdem wurde beanstandet, die Diskussionen seien einseitig und auf Eliten beschränkt, die bereits einer Meinung seien. Kritiker vermissten die Einbeziehung von Personen, die dem Multilateralismus ablehnend gegenüberstehen. Beim Debüt des Forums war US-Präsident Donald Trump nicht anwesend, obwohl er am Morgen des 11. November an einer Gedenkfeier am Arc de Triomphe teilgenommen hatte.