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Oskar Garvens
November 1951 in Berlin) war ein deutscher Bildhauer, Zeichner und Karikaturist, der seit den 1920er Jahren im Kladderadatsch antisemitische sowie fremden- und …
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Einordnung
Oskar Garvens, auch Oscar Garvens geschrieben, wurde am 20. November 1874 in Hannover geboren und starb am 18. November 1951 in Berlin. Er war ein deutscher Bildhauer, Zeichner und Karikaturist. Besonders wichtig für die Einordnung ist, dass er seit den 1920er Jahren im Karikaturenblatt Kladderadatsch politische Karikaturen veröffentlichte, die antisemitische sowie fremden- und menschenfeindliche Inhalte im Sinne des Nationalsozialismus verbreiteten.
Familie
Garvens war das zweitälteste von vier Kindern. Sein Vater war der Kaufmann Franz Garvens, geboren am 13. Februar 1846 in Hannover und gestorben am 18. August 1921 ebenda. Seine Mutter war Helene Garvens, geborene Lameyer, geboren am 25. Mai 1851 in Hannover und gestorben am 29. Juli 1879 ebenda.
Vor 1912 heiratete Oskar Garvens Margarete Unger. Mit ihr hatte er zwei Kinder: Klaus, geboren am 9. September 1912 in Berlin und gestorben 1949 in Falkenstein im Taunus, sowie Ursula, geboren 1914 in Berlin und gestorben 1965 in München.
Bildhauerische Arbeit
Garvens machte eine Ausbildung zum Bildhauer. Am Anfang seiner Laufbahn schuf er vor allem monumentale Genre-Plastiken. Mit Genre-Plastiken sind bildhauerische Darstellungen gemeint, die Szenen oder Figuren aus bestimmten Lebensbereichen zeigen.
Für das Neue Rathaus in Hannover, seiner Geburtsstadt, gestaltete er unter anderem Reliefs für die Innenausstattung. Ein Relief ist ein plastisches Bildwerk, bei dem Figuren oder Formen aus einer Fläche hervortreten. Außerdem schuf er eine Fürstenfigur an der Südseite des Rathauses zum Maschpark hin. Für die Einweihung des Gebäudes im Jahr 1913 lieferte er zudem die Vorlage für eine Erinnerungsmedaille.
Politische Karikaturen
Ab 1919 wandte sich Garvens fast ausschließlich politischen Karikaturen zu. 1924 wurde er ständiger Mitarbeiter des Karikaturenblatts Kladderadatsch. Eine Karikatur ist eine überzeichnete Darstellung, die Personen, Gruppen oder politische Positionen lächerlich machen oder kritisieren soll.
Seine Zeichnungen waren meist flächig, plakativ und klar gegliedert. Inhaltlich vermittelten sie gegenüber Nicht-Deutschen eine deutschnational-chauvinistische Weltsicht. Sie richteten sich gegen die Moderne und griffen moderne Künstler, Kunstvermittler und Publikum an. Besonders Juden sowie politische Gegner des Nationalsozialismus, etwa Sozialdemokraten, wurden verzerrt dargestellt und bildhaft herabgesetzt. Gleichzeitig kommentierte Garvens die Kunstpolitik der Nationalsozialisten wohlwollend.
Beispiel und nationalsozialistische Anerkennung
Die Gedenkstätte Yad Vashem entwickelte für die Internationale Schule für Holocaust-Studien einen Unterrichtsplan für die Klassen 9 bis 12, der besonders die Analyse einer vierteiligen Karikatur von Oskar Garvens aus dem Jahr 1933 vorsieht. Die Bildfolge trägt den Titel „Der Bildhauer Deutschlands“.
Darin wird Adolf Hitler gezeigt. Ein stereotyp jüdisch gezeichneter kleiner und demütig wirkender Künstler mit Brille auf der großen Nase bietet ihm eine Skulptur an, die aus vielen kleinen, miteinander kämpfenden Menschen besteht. Hitler zerschlägt diese Skulptur und formt aus der Masse einen übergroßen, starken, nackten Mann: den von der nationalsozialistischen Propaganda bevorzugten „Arier“ und „Herrenmenschen“, der mit heroischem Gestus in die Ferne blickt.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde Garvens im Juli 1940 bei einer Würdigung als einer der „politisch besten Karikaturisten“ im Sinne der Nationalsozialisten bezeichnet. Gemeinsam mit Andreas Paul Weber, Schweitzer-Mjölnir, Erich Köhler und Gerhard Brinkmann erhielt er 1.000 Reichsmark als Gratifikation.