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Nordhalbkugel
Bei den vier astronomischen Jahreszeiten bestimmen die Äquinoktien (Tagundnachtgleichen) und Solstitien (Sonnenwenden) jeweils das Datum von Beginn und Ende.
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Definition und Bedeutung
Die Nordhalbkugel oder Nordhemisphäre ist die Hälfte der Erde, die nördlich des Äquators liegt. Ihr Gegenstück ist die Südhalbkugel. Bei Angaben der geographischen Breite wird sie mit dem Buchstaben N oder einem positiven Vorzeichen gekennzeichnet.
Auf der Nordhalbkugel leben etwa 90 % der Weltbevölkerung.
Land, Wasser und Kontinente
Die Nordhalbkugel besteht zu etwa 39 % aus Landfläche und zu etwa 61 % aus Wasserfläche. Sie besitzt damit weniger Land als Wasser, aber wesentlich mehr Landfläche als die Südhalbkugel. Ihre Landfläche ist jedoch kleiner als die der sogenannten Landhemisphäre.
Zu den wichtigsten Landmassen gehören Europa, Asien als größter Kontinent der Erde und Nordamerika. Außerdem liegen der größere Teil Afrikas, ein Teil Südamerikas und Grönland, die mit Abstand größte Insel der Erde, auf der Nordhalbkugel.
Die vorherrschenden Weltmeere sind der Arktische Ozean, jeweils ungefähr die Hälfte des Pazifischen und des Atlantischen Ozeans sowie ein kleiner Teil des Indischen Ozeans.
Atmosphäre und Polarregion
Durch die Corioliskraft werden bewegte Luftmassen auf der rotierenden Erde abgelenkt. Deshalb drehen sich Tiefdruckgebiete und beispielsweise Hurrikane auf der Nordhalbkugel gemäß dem barischen Windgesetz gegen den Uhrzeigersinn.
Im Zentrum des Nordpolargebiets liegt der geographische Nordpol. Er ist der nördliche Schnittpunkt der Erdachse mit der Erdoberfläche. Der nördliche Magnetpol ist davon zu unterscheiden und wandert derzeit innerhalb des südlichen Polarkreises. Das Polarlicht der Nordhalbkugel heißt Aurora borealis oder Nordlicht.
Jahreszeiten und Sonnenstand
Die Jahreszeiten der Nordhalbkugel sind gegenüber denen der Südhalbkugel um ein halbes Jahr verschoben: Herrscht auf der Nordhalbkugel Sommer, ist auf der Südhalbkugel Winter.
Beginn und Ende der vier astronomischen Jahreszeiten werden durch Äquinoktien, also Tagundnachtgleichen, und Solstitien, also Sonnenwenden, bestimmt. Diese Zeitpunkte beruhen auf dem Umlauf der Erde um die Sonne und gelten auf der ganzen Erde gleichzeitig. Wenn die Sonne den Frühlingspunkt passiert, beginnt auf der Nordhalbkugel der Frühling und gleichzeitig auf der Südhalbkugel der Herbst.
Am Äquator und in den angrenzenden Tropen zwischen dem nördlichen und dem südlichen Wendekreis kann die Sonne im Jahresverlauf im Zenit stehen, also genau senkrecht über einem Ort. In den höheren Breiten der gemäßigten und polaren Gebiete geschieht dies nie. Nördlich des nördlichen Wendekreises steht die Sonne mittags im Süden; auf der Südhalbkugel steht sie jenseits der Wendekreise mittags im Norden. Überall auf der Erde geht die Sonne infolge der Erdrotation im Osten auf und im Westen unter.
Mond und Sternhimmel
Auch der Mond geht grundsätzlich im Osten auf und im Westen unter. Seine Lichtgestalt ist von beiden Erdhalbkugeln aus im Grunde gleich: Vollmond und Mondphase sind jeweils dieselben. Bezogen auf den Horizont erscheint die Darstellung jedoch umgekehrt. Deshalb wirken die Sicheln des zunehmenden und des abnehmenden Mondes auf Nord- und Südhalbkugel wie spiegelverkehrte Bilder.
Der Himmelsäquator entsteht durch die Projektion des Erdäquators auf die gedachte Himmelskugel. Er trennt den Nördlichen vom Südlichen Sternhimmel. Die verlängerte Erdachse durchstößt die Himmelskugel derzeit im Nordhimmel nahe dem Polarstern und im Südhimmel im Sternbild Oktant. Um diese Achse scheint sich der Sternenhimmel zu drehen.