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Neue Volksmusik
Das Musik-Genre Neue Volksmusik (manchmal auch Volxmusik oder Tradimix) bezeichnet eine Verbindung von Elementen der Volksmusik mit Jazz, Folk, Elektropop, …
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Definition und Bedeutung
Neue Volksmusik, manchmal auch Volxmusik oder Tradimix genannt, ist ein Musikgenre, das Elemente regionaler Volksmusik mit Jazz, Folk, Elektropop, Rock und weiteren Musikstilen verbindet. Sie gilt als Subgenre der Weltmusik und als Form des Crossover, also der Verbindung verschiedener musikalischer Stilrichtungen.
Das Genre ist von volkstümlicher Musik und volkstümlichem Schlager zu unterscheiden. Programme entsprechender Festivals können neben Neuer Volksmusik auch traditionelle Volksmusik, Folk und Weltmusik enthalten. Der zugrunde liegende Artikel weist darauf hin, dass mehrere Angaben nicht hinreichend belegt sind und der Text grundsätzlich überarbeitet werden muss.
Musikalische Merkmale
Die Neue Volksmusik entstand vor allem durch jüngere Musikerinnen und Musiker, die sowohl mit der traditionellen Musik ihrer Region als auch mit zeitgenössischen Richtungen wie Pop, Rock, elektronischer Musik und Weltmusik aufgewachsen waren. Daraus entwickelten sich unterschiedliche Möglichkeiten, meist angloamerikanisch geprägte Rock- und Popstile mit regionalen Traditionen zu verbinden.
Im Mittelpunkt steht nicht nur, überliefertes Repertoire zu erhalten oder neu zu interpretieren. Traditionelle musikalische Formen werden vielmehr weiterentwickelt und mit neuen Ausdrucksmitteln verbunden. Auch die Texte ahmen ältere Volkspoesie nicht einfach nach: Sie verwenden einen authentischen, häufig regional oder mundartlich geprägten Wortschatz, behandeln aber neue Inhalte und erweitern die sprachlichen Ausdrucksformen.
Die Umwelt-, Anti-Atomkraft- und Friedensbewegung der 1970er und 1980er Jahre beeinflusste Teile dieser Entwicklung. Ein weiteres gemeinsames Merkmal war die bewusste Abgrenzung von volkstümlicher Musik und volkstümlichem Schlager.
Entwicklung seit den 1970er Jahren
Frühe Wegbereiter kamen in den 1970er Jahren besonders aus dem südlichen deutschen Sprachraum. Ihre Musik wurde teilweise unter dem Begriff Alpenrock zusammengefasst. Zu ihnen gehörten der Tiroler Komponist Werner Pirchner, der seit 1973 in diesem Zusammenhang wirkte, der Liedermacher Fredl Fesl und die seit 1976 bestehende Biermösl Blosn.
Haindling gehörte zu den ersten Gruppen, die mit bairischen Texten und einer Mischung aus Volksmusik und Pop ein großes Publikum erreichten. Willy Michl verband Blues mit bayrischen Songtexten. Joy Fleming sang Jazz und Blues in Mannheimer Mundart, während Christine Lauterburg den Jodelgesang in einen Crossover-Zusammenhang stellte.
In Österreich gilt Gerhard Bronners Lied „Wie a Glock’n“ von 1970 als Initialzündung für den Austropop und die österreichische Dialektwelle der 1970er Jahre. Hans Salomon komponierte die Musik, die zugleich als Titelmelodie von Bronners satirischer Fernsehsendung „Die große Glocke“ diente. Bronner schrieb den Text für Marianne Mendt, die mit ihrer Interpretation den künstlerischen Durchbruch erreichte.
Die experimentelle Gruppe Attwenger wurde 1992 bekannt. Im selben Jahr begann der kommerzielle Erfolg von Hubert von Goisern und seinen Alpinkatzen, wodurch auch die Neue Volksmusik insgesamt an Popularität gewann. 1993 wurde in München erstmals das Schräg-Dahoam-Festival veranstaltet, 1995 folgte das Gratwanderung-Festival in Piesendorf im Pinzgau im österreichischen Bundesland Salzburg. Vergleichbare Ansätze entstanden auch in Nachbarländern wie der Slowakei; genannt werden dort Vladimír Merta, Iva Bittová und Zuzana Lapčíková.
Stilistische Vielfalt und Beispiele
Die Neue Volksmusik ist kein einheitlicher Stil. Die im Artikel aufgeführten Interpretinnen, Interpreten und Gruppen zeigen zahlreiche unterschiedliche Verbindungen:
- Attwenger steht für einen experimentellen Ansatz, während Hubert von Goisern Rock und Ethno und Haindling Pop und Ethno verbindet.
- Die Biermösl Blosn kombiniert klassische Volksmusik und Gstanzl, also gereimte und gesungene Strophen, mit kabarettistischen und meist politischen Texten.
- Die Cuba Boarischen verbinden bayerische Volksmusik mit kubanischen Salsa-Rhythmen.
- Kellerkommando kombiniert fränkische Volksmusik und Rap; LaBrassBanda verbindet Blasmusik mit Einflüssen des Balkan-Punk.
- Django 3000 wird dem Sinti-Swing zugeordnet, Broadlahn dem Bereich Jazz und Ethno und Bluatschink dem Pop-Rock.
- Global Kryner interpretiert Welthits im Stil der Oberkrainer; Powerkryner verbindet Pop, Oberkrainer Folklore, Ska und Dancefloor.
- Stimmhorn arbeitet mit Alphorn und Obertongesang. Christina Zurbrügg verbindet Ethno, Pop und Jodeln.
- Die Wiener Tschuschenkapelle steht für südosteuropäische Musik und Weltmusik, Zabine für eine Mischung aus Pop, Electro, Rap und Reggae.
Weitere genannte Beispiele reichen von traditionell bis ethnisch ausgerichteten Gruppen wie Aniada a Noar über das Herbert Pixner Projekt, Kofelgschroa und die Wellküren bis zu Formationen aus Südtirol, der Schweiz, dem Erzgebirge und verschiedenen Regionen Österreichs und Deutschlands. Dadurch wird deutlich, dass regionale Instrumente, Dialekte und Gesangsformen sehr verschieden mit modernen Genres kombiniert werden können.
Festivals
Festivals bieten der Neuen Volksmusik gemeinsam mit verwandten Formen wie traditioneller Volksmusik, Folk und Weltmusik eine Bühne. Als Auswahl nennt der Artikel „wean hean“, „aufhOHRchen“ in Niederösterreich, „drumherum“ in Regen, den „Antistadl“ in Bamberg, das Heiden Festival in Heiden AR sowie „Stubete am See“ in Zürich beziehungsweise Sils-Maria.