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Elektronische Popmusik
Als elektronische Popmusik (oft auch Elektropop) wird Popmusik bezeichnet, bei der die Benutzung elektronischer Instrumente wie Synthesizern, Samplern und …
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Definition und zentrale Merkmale
Elektronische Popmusik, oft auch Elektropop genannt, ist Popmusik, bei der elektronische Instrumente wie Synthesizer, Sampler und Drumcomputer im Vordergrund stehen. Ein Synthesizer erzeugt oder verändert Klänge elektronisch, ein Sampler gibt aufgenommene Klänge wieder, und ein Drumcomputer erzeugt programmierte Schlagzeug- und Percussionklänge. Typische weitere Instrumente sind Sequenzer zur Steuerung wiederholter Klangfolgen und Vocoder zur elektronischen Bearbeitung der Stimme.
Die Begriffe Synthiepop und Electro Pop werden teilweise als Überbegriffe für elektronische Stile der Popmusik verwendet. Sie bezeichnen jedoch auch eigenständige Genres innerhalb der elektronischen Popmusik. Da spätestens seit den 1980er Jahren elektronische Technologie im gesamten Spektrum der Popmusik eingesetzt wird, gilt nicht jede elektronisch produzierte Popmusik als elektronische Popmusik. Entscheidend ist, dass die Möglichkeiten der Elektronik im Bereich der Klangsynthese ausgeschöpft werden und elektronische Klänge ein wesentliches, prägendes Element der Musik sind.
Die stilistischen Vorläufer liegen in Pop, Synthpop, New Wave und Disco. Als Pioniere werden unter anderem David Bowie, Gary Numan, Kraftwerk, The Human League und Depeche Mode genannt. Die elektronische Popmusik entwickelte sich später unter anderem zu Eurodance, Techno und Electroclash weiter. Gemeinsam ist den zahlreichen Stilen vor allem ein melodischer, „poppiger“ Charakter; darüber hinaus unterscheiden sie sich deutlich.
Anfänge in den 1970er Jahren
Seit Ende der 1960er Jahre setzten immer mehr Rockbands elektronische Musikinstrumente ein. Zunächst dienten sie vor allem Klangexperimenten und hatten noch wenig mit massenkompatibler Popmusik zu tun. Um 1970 lösten der britische Progrock, etwa Pink Floyd, und der deutsche Krautrock, etwa Tangerine Dream, eine erste größere Welle elektronischer Instrumente in der Rockmusik aus.
Ein frühes Beispiel war 1969 das Lied Popcorn von Gershon Kingsley, in dem eine frühe Version des Moog-Synthesizers verwendet wurde. 1972 wurde Hot Butter mit einem Remake von Popcorn erfolgreich. Anfang 1972 erreichte Chicory Tip mit Son of my father, komponiert von Giorgio Moroder, Platz eins der britischen Singles-Charts; auch hier kam ein Moog-Synthesizer prominent zum Einsatz.
Nachhaltig wirkte besonders die deutsche Gruppe Kraftwerk aus der Krautrock-Tradition. Ab 1974 entwickelte sie, unter anderem mit Autobahn, eine Verbindung aus einfachen Melodien, elektronischen Sounds und einem technologieorientierten Image. Der Stil von Kraftwerk und anderen Gruppen dieser Zeit wurde teilweise als Cosmic Rock oder Space Rock bezeichnet. Gleichzeitig nahmen elektronische Experimente in der New-Age-Bewegung zu.
Jean-Michel Jarres Album Oxygène von 1976 war eines der ersten vollständig elektronisch eingespielten Alben, das ein Massenpublikum erreichte. Wegen seiner rein instrumentalen Arrangements und der bewussten Abkehr von klassischen Pop-Songstrukturen werden Jarres frühe Werke sowie die Musik von Tangerine Dream und Klaus Schulze normalerweise nicht zum Synthiepop gezählt.
Der von Giorgio Moroder produzierte Disco-Hit I Feel Love von Donna Summer aus dem Jahr 1977 gilt wegen seiner mit Synthesizern erzeugten, treibenden Sequenzer-Basslinie als Pionierstück der elektronischen Tanzmusik und als bedeutender Vorläufer von House- und Techno-Musik.
Durchbruch in den 1980er Jahren
Die späten 1970er und frühen 1980er Jahre waren ein Wendepunkt. In den 1970er Jahren waren Synthesizer wegen ihres hohen Preises nur für wenige Spitzenverdiener unter den Musikern erschwinglich. Nun kamen relativ preiswerte und kompaktere Instrumente auf den Markt, unter anderem von ARP Instruments, Korg, Moog, Oberheim, Roland und Yamaha.
Dadurch entstand ein Boom von Synthesizer-Bands, die ihre Musik zunächst häufig auf neu gegründeten Independent-Labels veröffentlichten. Viele beriefen sich auf Kraftwerk, entwickelten aber kompaktere, eingängigere und tanzbare Songs. Synthesizer wurden zunehmend als eigenständige Klangquellen eingesetzt. So entstand ein breites Spektrum: vom traditionellen Pop nahestehenden Elektropop bis zu alternativen Formen wie Minimal Electro und Electro Wave.
Der neuartige Sound, originelle Arrangements und die gute Tanzbarkeit führten bei vielen Synthiepop-Bands zu kommerziellem Erfolg. Ab etwa 1983/84 entwickelten sich daraus tanzflächenorientierte und kommerzialisierte Stile wie Italo Disco und Euro Disco. Italo Disco wird beispielsweise mit Gazebo, Righeira und Savage verbunden; Euro Disco unter anderem mit Fancy, Bad Boys Blue und C. C. Catch.
In Deutschland entstand die Neue Deutsche Welle, eine deutschsprachige Variante des New Wave, die vor allem von Punk und Avantgarde beeinflusst war. Elektronische Instrumente wurden dort häufig eingesetzt, etwa bei DAF, Der Plan und Die Krupps. Obwohl die Musikpresse elektronische Musik anfangs teilweise ablehnte, wurde sie rasch stilprägend. Auch Interpreten der traditionellen Popmusik, darunter Madonna und zeitweise Paul McCartney, verwendeten analoge Synthesizerklänge.
Anfangs waren Synthesizer meist monophon, konnten also nur eine Note gleichzeitig spielen, und analog. Mitte der 1980er Jahre verbreiteten sich zunehmend polyphone Geräte und Sampler. Einige Elektronikbands veränderten daraufhin ihren Sound; Depeche Mode übernahm beispielsweise bei der Verwendung von Samplern eine Vorreiterrolle. Andere Bands verschwanden von der Bildfläche. Ab 1985 war elektronische Musik endgültig auf breiter Ebene etabliert. Gruppen wie Modern Talking, die Pet Shop Boys, Bananarama und The Art of Noise wurden jedoch eher Euro Disco oder anderen elektronischen Genres als dem Synthiepop zugerechnet.
Entwicklungen seit den 1990er Jahren
Ab etwa 1988/1989 rückten Einflüsse von Techno und House in den Vordergrund. Es entstand die sogenannte Dance-Musik. Sie verband im Wesentlichen traditionelle Popmusik mit House-Beats und bezog zusätzlich neuere Elemente wie Rap ein. Auch Trance wurde um 1993 „verpoppt“, also mit gesungenen Melodien versehen. Daraus entstand der sogenannte Eurobeat.
Ab 1996 wandte sich die Szene wieder stärker den Wurzeln der elektronischen Popmusik zu, besonders dem britischen Synthpop. Zahlreiche Bands versuchten, den ursprünglichen Pop-Stil der 1980er Jahre fortzuführen. Den Höhepunkt dieser Rückbesinnung bildete die Electroclash-Welle um 2001. Electroclash verband dabei Elemente aus Punkrock und Electro mit dem Synthpop.
Wichtige Stilgruppen
Die elektronische Popmusik umfasst heute viele Stilrichtungen. Ihre Einordnung richtet sich vor allem danach, welche Rolle elektronische Klänge, traditionelle Songformen, Underground-Ästhetik sowie House- und Techno-Rhythmen spielen.
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Nahe an der traditionellen Popmusik: Beim Synthiepop spielt der Synthesizer eine besonders große Rolle als Klangerzeuger, beispielsweise bei Depeche Mode. Im Elektropop ist der Synthesizer stärker eines von mehreren Instrumenten. Italo Disco ist langsamer als Euro Disco; die meisten Interpreten stammen aus Italien, etwa Gazebo. Hi-NRG ist eine schnellere Weiterentwicklung der Euro Disco und leitete den Übergang zur Dance-Musik ein.
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Industrial- und Wave-Kultur: Bereits Mitte der 1970er Jahre wurden Synthesizer im Underground, besonders im Industrial-Umfeld, eingesetzt. Sie erzeugten oder verstärkten Stimmungen, etwa durch Flächensounds oder Lärm. In Verbindung mit New Wave stand in den 1980er Jahren die Tanzbarkeit stärker im Mittelpunkt. Zu dieser Gruppe gehören Minimal Electro, Electro Wave und Electronic Body Music.
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House- und Techno-Einfluss: Diese vor allem auf Tanzbarkeit ausgerichteten Stile entstanden ab Ende der 1980er Jahre, besonders aber in den 1990er Jahren. New Beat ist eine aus Belgien stammende frühe Form der Dance-Musik mit Einflüssen aus Electronic Body Music und Acid, beispielsweise bei Technotronic. Eurodance beziehungsweise Euro-Dancefloor kombiniert Hip House, Euro Disco und Techno-Elemente, etwa bei SNAP!. US-Dancefloor ist eine härtere Variante des Eurodance, zum Beispiel bei Reel 2 Real. Dreamhouse verbindet Dancefloor und Trance, etwa bei Robert Miles. Happy Hardcore ist eine schnelle, von Techno und Trance beeinflusste Weiterentwicklung von Eurodance, beispielsweise bei Mark’Oh. Future Pop mischt Eurobeat, Trance und modernen Electropop, etwa bei VNV Nation.
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Retro-Stile um die Jahrtausendwende: Ab 1996/97 wuchs das Interesse am Sound der Frühzeit der elektronischen Popmusik, besonders an der Zeit um 1980. Dieser Klang wurde mit neuen Elementen verbunden. Electroclash ist ein um Punk- und Techno-Elemente erweiterter, „härterer“ Stil des Synthpop; seine besondere Bedeutung erreichte die Stilrichtung in der Welle um 2001.