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Musikprogrammierung
Dieser Artikel beschreibt einen Vorgang der oft ausschließlich digitalen Komposition von Musik mithilfe technischer Geräte. Programmmusik bezeichnet dagegen ( …
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Definition und Bedeutung
Musikprogrammierung, im musikalischen Kontext häufig nur „programming“ genannt, ist eine Form moderner Musikproduktion und -darbietung mit elektronischen Geräten wie Sequenzern. Solche Geräte erzeugen oder imitieren Instrumentalklänge. Ein einziges Gerät kann viele verschiedene Instrumente gleichzeitig oder nacheinander nachahmen – entweder möglichst originalgetreu oder gezielt verfremdet.
Programming wird seit den 1990er-Jahren in großen Teilen der elektronischen Musik und des Hip-Hop eingesetzt. Es kommt außerdem zunehmend in Pop- und Rockmusik, vereinzelt im Jazz sowie in moderner klassischer Musik wie Filmmusik vor. Im 21. Jahrhundert beruhen auch die Stilrichtungen Crunkcore und Electronicore, die dem Screamo beziehungsweise Metalcore zugeordnet sind, auf Musikprogrammierung.
Basistracks und Arbeitsweise
Steht „programming“ in den Credits eines Albums neben Tätigkeiten wie Songwriting, Komposition, Tontechnik oder Musikproduktion, bezeichnet es meist die Vorbereitung digitaler Basistracks. Ein Basistrack ist eine vorläufige musikalische Grundlage. Er kann beispielsweise nur einen Schlagzeugrhythmus, eine Basslinie, erste Akkordfolgen oder bereits eine Melodie enthalten.
Solche Grundlagen werden meist mit einer Digital Audio Workstation (DAW), einem Drumcomputer, einem Synthesizer oder ähnlichen Mitteln erstellt. Eine DAW ist eine Software- oder Computerumgebung zum Aufnehmen, Bearbeiten und Zusammenstellen von Musik. Basistracks können den späteren Kompositionsprozess anregen und die Kreativität unterstützen. Während der weiteren Arbeit lassen sich einzelne Teile oder der gesamte Track verwerfen und verändern. Digitale Bestandteile können außerdem durch echte Instrumente ersetzt oder mit ihnen ergänzt werden.
Produktion und Kosten
Basistracks erleichtern die Zusammenarbeit im Tonstudio. Dort können mehrere Komponisten, etwa die Mitglieder einer Band, Ideen schnell umsetzen und professionell aufnehmen. Da die Nutzung eines Studios meist teuer ist, ist ein guter Arbeitsablauf wichtig.
Die Programmierung kann deshalb schon Monate vor einem Studiotermin zu Hause oder unterwegs erfolgen. Mit geeigneter Software und Hardware entstehen die vorbereitenden Spuren vergleichsweise bequem und kostengünstig. Dadurch bleibt im Studio mehr Zeit für die gemeinsame Komposition und Aufnahme.
Vollständig digitale Komposition
Musikprogrammierung kann über die Vorbereitung von Basistracks hinausgehen. Fehlt einer Band etwa das Geld für ein großes Orchester und die nötigen Studiogebühren, können einzelne Instrumentalspuren oder vollständige Lieder digital komponiert werden.
Auch bei epischer Filmmusik ist dieses Verfahren nützlich. Es ermöglicht Klänge, die mit realen Musikern schwer oder teuer umzusetzen wären, etwa den Klang besonders seltener Instrumente, übergroßer Orchester mit mehreren hundert Spielern oder absichtlich unnatürlich verzerrter Töne und Instrumente.