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Cubase

Cubase ist eine Musiksoftware für Digital Audio Workstations (DAW) des Unternehmens Steinberg. Es erschien erstmals 1989 als einfacher MIDI-Sequenzer und …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Einsatz
  2. 2. Wichtige Funktionen und Arbeitsweise
  3. 3. MIDI, Audio und Erweiterungen
  4. 4. Entwicklung und Versionen
  5. 5. Varianten, Kompatibilität und Fernsteuerung

Grundidee und Einsatz

Cubase ist eine proprietäre Musiksoftware des Unternehmens Steinberg Media Technologies für Digital Audio Workstations (DAW) und Sequenzer. Die erste Version erschien im April 1989 als einfacher MIDI-Sequenzer. Cubase dient heute meist als zentrale Produktionsumgebung für Musikproduktion und Audioaufnahmen unter macOS und Windows.

Die Software bildet viele Funktionen klassischer Tonstudios virtuell ab, darunter Bandmaschinen, Mischpulte, Effektgeräte und Klangerzeuger. Dadurch kann sie ein Studio unterstützen oder eine vollständige Produktionsumgebung „in the box“ (ITB) bilden. Alle Einstellungen lassen sich automatisch wiederherstellen („Total Recall“).

Cubase ist kein Begleitautomat. Der Schwerpunkt liegt nicht darin, aus wenig musikalischem Input selbstständig vollständige Arrangements zu erzeugen. Stattdessen werden vorhandene musikalische Ideen aufgenommen oder manuell erstellt, bearbeitet, aufbereitet und zu einer Gesamtaufnahme abgemischt. Einzelne Signale sollen verbessert und möglichst hochwertig festgehalten werden; die Software ist jedoch nicht in erster Linie dafür gedacht, musikalische Ideen zu erfinden.

Wichtige Funktionen und Arbeitsweise

Cubase arbeitet projekt- und spurbasiert. Einzelne Audio- und MIDI-Signale werden innerhalb eines Projekts verwaltet, gruppiert, bearbeitet und wiedergegeben. Zu den zentralen Funktionen gehören:

  • ein- oder mehrspurige Aufnahme, detaillierte Bearbeitung und Wiedergabe von Audiosignalen;
  • Aufnahme, Bearbeitung und Wiedergabe von MIDI-Daten;
  • Verwaltung von Tempi, Taktarten und Projektabschnitten zur zeitlichen und musikalischen Gliederung;
  • Betrieb von Software-Instrumenten als VST-Plugins sowie Ansteuerung und Einbindung externer MIDI- und Audiogeräte;
  • Zusammenmischen von Audiosignalen zu Gruppen oder einem Summensignal in einem virtuellen Mischpult;
  • Anwendung von Effekten auf einzelne Audiosignale oder Signalgruppen, in Echtzeit oder offline;
  • Aufbereitung von MIDI-Daten und Ausgabe als Notation;
  • zeitbasierte Automation, also die automatische Änderung von Mischpult- und Signalwerten im Projektverlauf;
  • Synchronisation mit externen Geräten, beispielsweise Bandmaschinen, und Einbindung von Videodateien;
  • Erzeugung von Mono-, Stereo- oder Mehrkanal-Mixdowns bis zum Format 5.1.

Für Audioaufnahmen und -wiedergabe benötigt der Rechner geeignete Schnittstellen und möglichst eine Audio-„Karte“ mit schnellem ASIO-Treiber. Für MIDI-Daten ist ein MIDI-Interface erforderlich. Daran können unter anderem Synthesizer, Keyboards, MIDI-Gitarren und MIDI-Controller angeschlossen werden. Die benötigte Rechnerleistung hängt besonders von der Zahl der Software-Instrumente und Audioeffekte sowie von der gewünschten Latenzzeit ab. Für eine zeitgemäße ITB-Produktion mit aktueller Cubase-Version wird ein Rechner der aktuellen Generation mit überdurchschnittlicher Ausstattung empfohlen.

MIDI, Audio und Erweiterungen

Alle Versionen von Cubase unterstützen MIDI, das zur Kommunikation mit elektronischen Musikinstrumenten dient. MIDI-Daten können aufgenommen, quantisiert und in verschiedenen Editoren nahezu beliebig bearbeitet werden. Zahlreiche MIDI-Plugins ermöglichen Echtzeitmanipulationen. Der spezielle Drum-Editor erleichtert die Bearbeitung von Schlagzeugaufnahmen. Eine genannte Schwäche ist der Umgang mit systemexklusiven MIDI-Daten, die seit Cubase SX innerhalb der Software weitgehend ignoriert werden. Steinberg vertrieb zeitweise MIDI-Interfaces mit „LTB“ zur Verbesserung der Timing-Genauigkeit; diese Geräte werden seit vielen Jahren nicht mehr angeboten, LTB wird jedoch weiterhin unterstützt.

Im Audiobereich arbeitet Cubase seit den ersten VST-Versionen spur- beziehungsweise kanalbasiert. Ein komplexer Mixer verarbeitet Signale mit Equalizern, Insert- und Send-Effekten sowie in aktuellen Versionen mit einem vollständigen Channel-Strip pro Spur. Signale können zu Untergruppen oder Ausgangskanälen zusammengemischt und ihre Werte automatisiert verändert werden. Im Vergleich zu Konkurrenzprodukten fehlt eine Echtzeit-Objektorientierung für einzelne Audio-Clips.

Ein besonderes Merkmal der großen Cubase-Versionen ist der „Control Room“. Dieses Bus-System ermöglicht verschiedene Abhörsituationen, etwa individuelle Kopfhörermischungen für mehrere Musiker bei gleichzeitiger Wiedergabe des Summenmixes über den zentralen Abhörweg. Ab Cubase 5 bietet „Variaudio“ Funktionen zur Korrektur von Tonhöhe und Timing monophoner Audioaufnahmen.

1996 führte Steinberg die Audio-Stream-Input/Output-Architektur (ASIO) ein. Zusammen mit ASIO-kompatibler Audiohardware ermöglicht sie eine schnelle Übertragung und geringe Latenz, sodass VST-Instrumente nahezu in Echtzeit gespielt werden können. Moderne Soundkarten erreichen wenige Millisekunden statt mehrerer hundert Millisekunden Verzögerung. Für preiswerte Karten ohne eigenen ASIO-Treiber gibt es den Drittanbieter-Treiber ASIO4ALL. Die Leistung hängt von Rechner, Konfiguration, Audiohardware und ASIO-Treiber ab.

Die 1996 mit Cubase VST eingeführte Virtual Studio Technology (VST) ist eine offene Plug-in-Schnittstelle für virtuelle Effekte. VST 2 folgte 1999, VST 3 im Jahr 2006; die im Artikel genannte aktuelle Schnittstellenversion ist 3.6.0. VST-Plugins können als Audioeffekte, virtuelle Instrumente oder MIDI-Effekte eingesetzt werden. Steinberg stellt Entwicklungspakete bereit, sodass auch gewerbliche und private Entwickler Plugins erstellen können. VST wurde zum Standard vieler Audioprogramme für Macintosh und Windows, obwohl unter neueren macOS-Versionen auch AU oder AAX/TDM verwendet werden. Steinberg-Produkte unterstützen VST unter macOS weiterhin. Mit VST-Instrumenten und -Effekten können vollständige Produktionen ohne externe Hardware entstehen.

Entwicklung und Versionen

Cubase entstand aus Steinbergs früheren MIDI-Sequenzern Pro-16 und Pro-24. 1989 wurde zunächst Cubit veröffentlicht; aus markenrechtlichen Gründen wurde der Name schließlich zu Cubase geändert. Cubase 1.0 für Atari erschien im April 1989 und führte die grafische Arrangement-Seite mit vertikaler Spurliste und horizontaler Timeline ein. Dieses Prinzip erleichterte die Bearbeitung gegenüber Parameterlisten und wurde später von vielen ähnlichen Produkten übernommen.

1990 erschien Cubase für Apple Macintosh, 1991 ermöglichte Cubase Audio die Aufzeichnung von Audiodaten, 1992 folgte die Windows-Version. Der entscheidende Verbreitungsschub kam 1996 mit Cubase VST und der Einbindung von Echtzeit-Plugins; 1997 war VST auch für den PC verfügbar. 1999 kamen mit VST 2.0 und VSTi virtuelle Instrumente hinzu. ASIO 2.0 ermöglichte dabei das Spielen dieser Instrumente mit niedriger Latenz. Im Jahr 2000 hatten Macintosh- und PC-Version erstmals denselben Funktionsumfang.

2002 wurde Cubase SX als neue, auf der Engine von Nuendo V1.0 basierende Codebasis veröffentlicht; Cubase SL war die Einsteigerversion. Die ersten SX-Versionen waren funktional zunächst deutlich eingeschränkter als Cubase VST 5.1. Cubase SX 2.0 führte unter anderem Timewarp und vollständige Plugin Delay Compensation (PDC) ein. PDC gleicht unterschiedliche Plugin-Latenzen durch Verzögerungspuffer aus, damit alle Audiokanäle synchron bleiben. Cubase SX 3.0 ergänzte Audiowarp, mit dem Audiospuren Tempoänderungen folgen konnten; im Musikmodus bestand jedoch ein Fehler bei Projekten mit variablem Tempo.

2006 endeten die Bezeichnungen SX, SL und SE: Daraus wurden Cubase 4, Cubase Studio 4 und Cubase Essentials 4. Cubase 4 führte VST 3 ein und ersetzte das ältere Preset-System durch die Media Bay. Danach erschienen unter anderem Cubase 5 am 27. Januar 2009, Cubase 6 am 17. Januar 2011, Cubase 7 am 5. Dezember 2012, Cubase Pro 8 am 3. Dezember 2014, Cubase Pro 9 am 7. Dezember 2016, Cubase Pro 10 am 15. November 2018, Cubase 11 am 11. November 2020, Cubase 12 am 2. März 2022, Cubase 13 am 2. November 2023, Cubase 14 am 2. November 2024 und Cubase 15 am 05.11.2025.

Wichtige neuere Entwicklungen waren unter anderem Note Expression in Cubase 6, MixConsole und Akkordspur in Cubase 7, VCA-Fader und Rendern an Ort und Stelle in Cubase 8, Lower Zone und Sampler Track in Cubase 9, VariAudio 3 und ARA-Unterstützung in Cubase 10, Skalen-Assistent und erweiterter Audioexport in Cubase 11, MIDI Remote Integration und Audio-zu-MIDI-Akkorde in Cubase 12, eine neu gestaltete MixConsole in Cubase 13 sowie Drum-Track, Pattern Sequencer, Modulatoren, DAWProject und ein 64-Bit-Dateiformat in Cubase 14. Cubase 15 ergänzt unter anderem Quick Audio Export, KI-gestützte Stem Separation, überarbeitete Expression Maps, UltraShaper, PitchShifter, Omnivocal und neue Modulatoren. Die Angaben zur Aktualität sind im Artikel nicht vollständig einheitlich: In den Basisdaten wird Version 14.0.32 vom 20. Juni 2025 genannt, während die Versionsübersicht Cubase 15 mit Aktualisierung 15.0.20 vom 01. April 2026 als aktuell ausweist.

Varianten, Kompatibilität und Fernsteuerung

Neben dem Vollprogramm gibt es funktionsreduzierte Varianten mit weniger Plugins, Sample-Inhalten oder Spuren: Cubase Artist und Cubase Elements sind aktuell in Version 15 genannt, Cubase LE und Cubase AI in Version 14. LE wird nur als Beigabe zu Hardwareprodukten oder Zeitschriften angeboten; AI ist nur zusammen mit Steinberg-/Yamaha-Hardware erhältlich. Historische Namen kleinerer Varianten sind Cubasis, Cubasis VST, Cubase SE, Cubase Lite, Cubase SL, Cubase Studio und Cubase Essential.

Cubasis wurde Ende 2012 als Sequencer-App für iPads wiederverwendet. Cubasis 2 erschien 2016 als kostenloses Update und bot unter anderem Echtzeit-Time-Stretching, Pitch-Shifting, eine Channel-Strip-Effekt-Suite sowie neue Plugins und Sounds. Cubasis 3 folgte Ende 2019, unterstützte auch iPhones und enthielt unter anderem Gruppenspuren, eine Master-Strip-Effekt-Suite und eine überarbeitete MediaBay. Mitte 2020 erschien Cubasis 3 für Android-Tablets und -Smartphones.

Nuendo stammt ebenfalls von Steinberg und umfasst seit Version 10 alle Funktionen von Cubase. Nuendo und Cubase sind in der Bedienung praktisch identisch; Cubase-Projektdateien können in Nuendo geöffnet und weiterbearbeitet werden. Nuendo bietet zusätzlich Funktionen für die Video-Nachvertonung und Postproduktion.

Projektdateien sind grundsätzlich aufwärtskompatibel: Projekte aus kleineren oder älteren Cubase-Versionen lassen sich in größeren beziehungsweise aktuellen Versionen öffnen, umgekehrt gilt dies meist nicht. Seit Cubase 4 können ältere VST-Dateiformate und deren Vorläufer nicht mehr direkt geöffnet werden. Für den Import wurde deshalb eine ältere Cubase-SX/SL/SE-3-Version bereitgestellt, wodurch auch sehr alte Projekte mittelbar weiterverwendbar sind.

Bis zur Programmhauptversion 11 beziehungsweise bis März 2022 benötigten Cubase Pro und Artist zum Kopierschutz einen erkannten Dongle. Cubase konnte auf mehreren Rechnern installiert sein, startete aber nur mit angeschlossenem Dongle. Frühere LPT-Dongles wurden ab 2003 durch USB-Dongles ergänzt. Der Schutz stammte zunächst von Syncrosoft und wurde 2008 als eLicenser von Steinberg übernommen. Kleinere Versionen verwendeten Soft-eLicenser, der an die Installationshardware gebunden war; eine Lizenz konnte auf einen USB-eLicenser übertragen werden, wobei diese Übertragung nicht umkehrbar war. Cubase 12 führte ein neues Lizenzsystem ohne physischen Dongle ein.

Für die Fernsteuerung gibt es Cubase iC für iOS und Cubase iC Pro für iOS und Android. Beide funktionieren nur mit den zwei größten Cubase-Versionen. Cubase iC steuert wichtige Transportfunktionen und kann Arranger-Events namentlich anspringen. iC Pro bietet zusätzlich erweiterte Navigation und Mixersteuerung, etwa für Cue-Mixes; das Anspringen von Arranger-Events ist dort nicht möglich. Die Android-Version von iC Pro wurde Anfang 2016 eingestellt.

Lernvideos zu Cubase

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