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MusikFabrik
Das Ensemble Musikfabrik ist das Landes-Ensemble Nordrhein-Westfalens für zeitgenössische Musik. Thomas Fichter ist der Intendant des Ensembles.
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Aufgabe und Bedeutung
Das Ensemble Musikfabrik ist das Landes-Ensemble Nordrhein-Westfalens für zeitgenössische Musik und gehört zu den bekanntesten Ensembles der Neuen Musik in Deutschland und weltweit. Neue Musik bezeichnet hier aktuelle, künstlerisch neuartige Musik. Das internationale Solistenensemble hat seinen Sitz in Köln und wird vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützt. Intendant ist Thomas Fichter.
Im Mittelpunkt steht die künstlerische Innovation. Das Ensemble fördert neuartige, unbekannte und in ihrer medialen Form ungewöhnliche Werke. Viele Stücke werden eigens in Auftrag gegeben und in enger Zusammenarbeit mit den Komponisten entwickelt. Jährlich tritt das Ensemble in etwa 80 bis 100 Konzerten im In- und Ausland sowie auf Festivals auf. Hinzu kommen die eigene Uraufführungsreihe „Musikfabrik im WDR“ und regelmäßige Audioproduktionen für den Rundfunk und den CD-Markt.
Entwicklung des Ensembles
Die Musiker schlossen sich Ende 1990 zusammen. Bernhard Wambach, Nicolaus A. Huber, Gerhard Stäbler sowie der vorgesehene künstlerische Leiter und Dirigent Johannes Kalitzke stellten damals knapp 20 Musikern die Idee eines ganzjährig arbeitenden professionellen Ensembles für aktuelle Musik vor. Die Programme sollten möglichst eng mit den Komponisten entwickelt werden.
Seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte das damalige „Ensemble Neue Musik Nordrhein-Westfalen“ am 28. April 1991 bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik. Seit 1997 ist das Ensemble basisdemokratisch organisiert: Es verwaltet sich selbst und trifft wichtige, besonders künstlerische Entscheidungen innerhalb der eigenen Reihen. Dadurch erweiterte sich der anfängliche Schwerpunkt auf Werke nordrhein-westfälischer Komponisten zunehmend zu einer internationalen Ausrichtung. Das Ensemble etablierte sich als eines der weltweit führenden Ensembles für Neue Musik.
2003 zog das Ensemble von Düsseldorf nach Köln. Mit Unterstützung der Kunststiftung NRW, des WDR und der KölnMusik entstand dort die Uraufführungsreihe „musikFabrik im WDR“. Seit Sommer 2008 probt und entwickelt das Ensemble seine Programme in Räumen des KOMED-Gebäudes im Kölner Mediapark.
Künstlerische Arbeitsweise
Das Ensemble arbeitet mit jüngeren und bereits renommierten Dirigenten, Komponisten, Regisseuren und Choreographen zusammen. Zu seinen Partnern gehörten unter anderem Péter Eötvös, Heiner Goebbels, Georg Friedrich Haas, Helmut Lachenmann, Enno Poppe, Wolfgang Rihm, Rebecca Saunders, Karlheinz Stockhausen, Sasha Waltz und Hans Zender.
Ein zentrales Anliegen ist die Beschäftigung mit modernen Kommunikationsformen und experimentellen Ausdrucksmöglichkeiten in Musik und Performance. Interdisziplinäre Projekte verbinden Musik beispielsweise mit Live-Elektronik, Tanz, Theater, Film, Literatur oder bildender Kunst. Neben dem klassischen dirigierten Ensemblekonzert nutzt die Musikfabrik Kammermusik, formal offene Werke und Improvisationen. Gesprächskonzerte und neue Konzertformate sollen außerdem das Publikum stärker einbeziehen.
Bedeutende Projekte
2010 führte das Ensemble bei der MusikTriennale Köln erstmals den „Zyklus Klang, die 24 Stunden des Tages“ von Karlheinz Stockhausen auf. 2011 folgte an der Oper Köln die szenische Uraufführung von Stockhausens Oper „SONNTAG aus LICHT“.
2013 baute das Ensemble das gesamte Instrumentarium des US-amerikanischen Komponisten Harry Partch nach. Damit brachte es dessen Bühnenwerk „Delusion of the Fury“ bei der Ruhrtriennale 2013 unter der Leitung von Heiner Goebbels zur europäischen Erstaufführung.
Besetzung und Leitung
Die genannte Besetzung umfasst Helen Bledsoe (Flöte), Carl Rosman (Klarinette), Peter Veale (Oboe), Christine Chapman (Horn), Marco Blaauw (Trompete), Bruce Collings (Posaune), Maxime Morel (Tuba), Benjamin Kobler und Ulrich Löffler (Klavier), Dirk Rothbrust (Schlagzeug), Hannah Weirich und Sara Cubarsi (Violine), Axel Porath (Viola), Dirk Wietheger (Violoncello) sowie Florentin Ginot (Kontrabass).
Als Vorstandsmitglieder werden Marco Blaauw, Helen Bledsoe und Hannah Weirich genannt. Ulrich Löffler, der in der Mitgliederliste noch aufgeführt ist, starb Ende August 2022.