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Humides Klima
Konkret gibt es verschiedene Methoden zur Feststellung und Klassifizierung von Feuchtklimaten beziehungsweise der Feuchteverhältnisse einer Region, deren …
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Begriff und Grundprinzip
Humides Klima oder Feuchtklima bezeichnet feuchte bis nasse Klimate. Nach einer häufig verwendeten Definition ist dabei die Summe der jährlichen Niederschläge im 30-jährigen Mittel größer als die gesamte mögliche Verdunstung über unbelebte Flächen und Pflanzenoberflächen. Diese mögliche Gesamtverdunstung heißt Evapotranspiration. Humide Bedingungen erhöhen die Luft- und Bodenfeuchte; das Gegenteil ist das aride, also trockene Klima.
Zur Abgrenzung wird ein Ariditäts- oder Trockenheitsindex verwendet. Als grobe Faustregel gilt ein Monat als humid, wenn der Monatsniederschlag in Millimetern mehr als doppelt so groß ist wie die Monatsmitteltemperatur in Grad Celsius.
Ein Klima ist vollhumid, wenn es ganzjährig auf der feuchten Seite der klimatischen Trockengrenze liegt. An dieser Grenze sind Verdunstungs- und Niederschlagsmenge gleich groß. Werden regelmäßig zeitweise höhere Verdunstungsraten als Niederschlagsmengen erreicht, spricht man von einem semihumiden Klima. Da verschiedene Klassifikationsmethoden unterschiedliche Grenzwerte verwenden, können sie vor allem in Grenzbereichen zu verschiedenen Ergebnissen kommen.
Bei Frostklimaten werden humide Klimate in einen phreatischen Typ mit flüssigem Grundwasser und einen polaren Typ mit Bodengefrornis unterteilt.
Humiditätsindex der UNEP
Das United Nations Environment Programme (UNEP) beschreibt die klimatische Feuchte mit dem Humiditätsindex HI. Er ist der Quotient aus dem jährlichen Niederschlag und der jährlichen potenziellen Evapotranspiration:
HI = jährlicher Niederschlag ÷ jährliche potenzielle Evapotranspiration.
Derselbe Wert ist für Trockengebiete vor allem als Ariditätsindex bekannt. Die Grenze der ariden Klimaregionen liegt bei einem HI unter 0,65. Die Aridität wird gewöhnlich in hyperarid, arid, semiarid und dry subhumid eingeteilt. Für humide Gebiete bestehen dagegen je nach Autor und Untersuchungsgebiet unterschiedliche Grenzwerte.
Boschetto et al. bezeichnen einen HI von 0,65 bis 0,75 als humid und Werte über 0,75 als hyper-humid; ihre Einteilung bezieht sich auf Belutschistan in Pakistan. Tabari und Talaee verwenden für das Gediz-Becken in der Türkei die Klassen humid sub-humid von 0,65 bis 1,0, humid von 1,0 bis 2,0 und hyper-humid über 2,0. Uribe et al. unterscheiden für Chile humid sub-humid von 0,65 bis 1,0, semi-humid von 1,0 bis 2,0, humid von 2,0 bis 10 und hyper-humid über 10. Die globale Klassifizierung nach Lobo et al. (2022/23) nennt Werte von 0,65 bis 1,0 humid sub-humid, von 1,0 bis 1,5 humid, von 1,5 bis 2,0 very humid und über 2,0 hyper-humid. Diese Abweichungen zeigen, dass es für die Stärke der Humidität keine einheitliche Klasseneinteilung gibt.
Auswertung im Klimadiagramm
In einem Klimadiagramm nach Walter und Lieth sind humide Monate vereinfacht daran zu erkennen, dass die Niederschlagskurve oberhalb der Temperaturkurve liegt. Das bedeutet, dass der Niederschlag größer als die Verdunstung ist.
Ein semihumides Klima besitzt 6 bis 9 Monate im Jahr, in denen der Niederschlag die Verdunstung übersteigt. Bei einem vollhumiden oder panhumiden Klima gilt dies für mehr als 9 Monate.
Der Unterschied lässt sich mit einem halbvollen Eimer Wasser veranschaulichen: In einem ariden Klima wird er durch Verdunstung bald leer, während er in einem humiden Klima durch den Niederschlagsüberschuss schließlich überläuft. Europa gilt nach dieser Betrachtung mit Ausnahme des semiariden bis semihumiden Mittelmeerraums als humid.
Effektive Klimaklassifikation
In der effektiven Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist der vollhumide Klimatyp eine Spezifizierung verschiedener Grundklimate. Solche Regenklimate tragen an zweiter Stelle den Buchstaben f. Nicht vollhumide Typen werden nach sommertrocken (s) und wintertrocken (w) unterschieden; zusätzlich wird das tropische Monsunklima mit m gekennzeichnet.
Im vollhumiden Typ sind alle Monate feucht. Für ein A-Klima, also ein tropisches Regenklima, gilt zusätzlich: Selbst der trockenste Monat erreicht mindestens 60 mm Niederschlag.
Fast ganz Europa gehört nach diesem Schema zu vollhumiden Typen: Cfb im Westen, Dfb im Osten, Dfc im Norden und Dfa im äußersten Osten. Der Mittelmeerraum bildet die Ausnahme und wird wegen seiner trockenen Sommer als Csa oder Csb klassifiziert.
Ökophysiologische Einteilung
Die ökophysiologische Klimaklassifikation bestimmt Humidität und Aridität anhand der Dauer der hygrischen Vegetationszeit. Damit ist die in Monaten gemessene Zeit gemeint, in der die Feuchtebedingungen Pflanzenwachstum ermöglichen.
Lauer und Frankenberg unterscheiden drei Klassen nach der Zahl humider Monate:
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subhumid: 5 bis 6 humide Monate
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humid: 7 bis 9 humide Monate
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perhumid: 10 bis 12 humide Monate
Regenfaktor nach Lang
Richard Lang führte 1915 den Regenfaktor ein. Er setzt die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge zur Durchschnittstemperatur in Beziehung und dient als Indikator für die Aridität oder Humidität einer Region sowie für deren Wirkung auf die Bodenbildung.
Lang unterschied folgende Bereiche:
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semihumid: Regenfaktor 60 bis 100; bei einer Jahresmitteltemperatur von 15 °C entspricht dies beispielsweise 900 bis 1500 mm Niederschlag im Jahr
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humid: Regenfaktor 100 bis 160; bei 10 °C entspricht dies beispielsweise 1000 bis 1600 mm Niederschlag im Jahr
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perhumid: Regenfaktor über 160; bei 20 °C entspricht dies beispielsweise einem Jahresniederschlag von mehr als 3200 mm