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Metropolisierung

Metropolisierung ist Zustand und Vorgang zugleich. Sie ist gegeben, wenn in einem Staat eine einzige Stadt alle anderen Städte hinsichtlich ihrer Größe und …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Bedeutung
  2. 2. Funktionale und demografische Primatstellung
  3. 3. Ursachen der Metropolisierung
  4. 4. Mögliche Folgen und Probleme

Begriff und Bedeutung

Metropolisierung bezeichnet sowohl einen Zustand als auch einen Vorgang. Ein Zustand der Metropolisierung liegt vor, wenn in einem Staat eine einzige Stadt alle anderen Städte hinsichtlich ihrer Größe und Bedeutung überragt. Als Vorgang beschreibt Metropolisierung die Vergrößerung des Abstands zwischen der Metropole und dem ländlichen Raum.

Die Urbanisierung, also die Verstädterung, wirkt sich dabei nicht gleichmäßig auf alle Städte eines Staates aus. Während eine oder wenige Städte ein enormes Wachstum verzeichnen und zu beherrschenden Metropolen werden, entwickeln sich besonders Kleinstädte und ländliche Gebiete kaum weiter. Metropolisierung ist besonders in Entwicklungsländern stark ausgeprägt.

Der Metropolisierungsgrad gibt an, wie groß der Anteil der Bevölkerung ist, der in einer Metropole lebt. Die Metropolisierungsquote ist der Anteil der in den Metropolen lebenden Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung. Die Metropolisierungsrate beschreibt dagegen die Zunahme dieses Anteils der metropolitanen Bevölkerung.

Funktionale und demografische Primatstellung

Metropolisierung kann nach ihrer funktionalen und ihrer demografischen Bedeutung unterteilt werden.

Bei der funktionalen Primatstellung (functional primacy) konzentrieren sich wichtige Einrichtungen und Funktionen in einer Metropole. Dazu gehören viele politische Institutionen, Banken, Versicherungen und Wirtschaftsunternehmen. Außerdem entstehen dort Handels-, Finanz- und Kulturzentren. Die Metropole ist häufig auch ein bedeutendes Verkehrszentrum, zum Beispiel durch einen Eisenbahnknotenpunkt oder Ringverkehr um die Metropole herum.

Die demografische Primatstellung (demographic primacy) bezeichnet das bevölkerungsmäßige Übergewicht einer Metropole. Zur Beschreibung dieses Übergewichts kann auch der Index of Primacy herangezogen werden.

Ursachen der Metropolisierung

Eine wichtige Ursache ist das allgemeine Bevölkerungswachstum. In vielen Entwicklungsländern sinkt die Sterberate; dieser Zusammenhang wird im Rahmen des demografischen Übergangs betrachtet. In den westlichen Industriestaaten entsteht Bevölkerungswachstum vor allem durch Zuwanderung. In Asien wird es allerdings durch starke Geburtendefizite ausgeglichen.

Wirtschaftliche Verbesserungen fördern die Zuwanderung, besonders in Europa. Menschen ziehen in Städte, weil sie dort bessere Chancen auf Arbeitsplätze erwarten; teilweise herrscht in den Städten Arbeitskräftemangel.

Auch soziale Faktoren spielen eine Rolle. Soziales Elend auf dem Land treibt Menschen in die Städte. Sie hoffen dort auf eine Verbesserung ihrer Lebensqualität. Diese Abwanderung vom Land in die Stadt wird als Landflucht bezeichnet.

Eine historische Ursache ist außerdem eine einseitige Kolonialpolitik. Durch die Schaffung weniger urbaner Zentren wurde die Entwicklung auf wenige Städte konzentriert, beispielsweise in Lateinamerika.

Mögliche Folgen und Probleme

Metropolisierung kann Vorteile haben. Für die Bevölkerung entstehen kürzere Wege, wodurch die Daseinsgrundfunktionen – grundlegende Funktionen und Versorgung des täglichen Lebens – besser erfüllt werden können. Durch die räumliche Verdichtung kann außerdem eine Effizienzsteigerung erreicht werden. Wegen der kürzeren Wege kann im Vergleich zum ländlichen Raum auch die Umweltbelastung durch Verkehr geringer sein.

Zu schnelles Wachstum führt jedoch häufig zu Problemen. Für Zuwanderer stehen dann nicht genügend Unterkünfte zur Verfügung. Dadurch wachsen illegale oder informelle Marginalsiedlungen schnell. In diesen Siedlungen sind oft sogar die Grundversorgung mit Wasser und Strom sowie Schulen, hygienische und medizinische Versorgung mangelhaft. Gleichzeitig kann die Obdachlosigkeit zunehmen. Die Stadt dehnt sich außerdem dauerhaft in die Fläche aus.

Mit dem starken Wachstum können sich Krankheiten schneller ausbreiten; auch Kriminalität und Gewalt können zunehmen. Die Infrastruktur und der Naturraum werden stärker beansprucht. Beispiele sind die intensivere Nutzung örtlicher Wasservorräte sowie eine unzureichende Abwasser- und Müllentsorgung.

Weitere Folgen sind soziale Polarisierung und Segregation, also die räumliche Trennung sozialer Gruppen. Mittel- und Oberschichten ziehen sich in eigens abgegrenzte Viertel zurück, sogenannte Gated Communities. Diese liegen meist in Vororten oder außerhalb der Stadt, während ärmere Menschen in Slums verbleiben.

Bei der Gentrifizierung werden einkommensschwächere Bewohner in auf dem Wohnungsmarkt begehrten Vierteln allmählich durch Gruppen mit höheren Einkommen verdrängt.

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