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Mad (Magazin)
Mad ist ein US-amerikanisches Satiremagazin, das auch in zahlreichen Länderausgaben erscheint. MAD. Beschreibung, Satiremagazin. Sprache, Englisch.
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Satiremagazin mit internationaler Verbreitung
MAD ist ein US-amerikanisches Satiremagazin in englischer Sprache, das auch in zahlreichen Länderausgaben erscheint. Herausgeber ist DC Comics; der Hauptsitz liegt in New York City. Die Erstausgabe erschien im August 1952. Gegründet wurde das Magazin von Harvey Kurtzman und William Maxwell Gaines. Die Infobox nennt als Erscheinungsweise zweimonatlich; für die USA wird außerdem berichtet, dass die Erscheinungsfrequenz 2009 von monatlich auf vierteljährlich geändert wurde.
MAD nutzt Parodie und Satire, um Politik, Gesellschaft, Filme und Fernsehen humorvoll zu kommentieren. Parodie bedeutet dabei die übertreibende oder nachahmende Bearbeitung bekannter Vorlagen. Das Magazin entwickelte sich aus einer zunächst auf klassische Superhelden-Comics ausgerichteten Idee zu einem festen Bestandteil der amerikanischen Populärkultur.
Entstehung und prägende Figuren
Im Sommer 1952 veröffentlichten Kurtzman und Gaines die erste Ausgabe unter dem Titel Tales Calculated To Drive You Mad. 1956 erschien erstmals das bis heute typische Titelgesicht: Alfred E. Neumann, ein grinsender Junge mit Segelohren, Sommersprossen und Zahnlücke. Gezeichnet wurde dieses Titelbild von Norman Mingo und Frank Kelly Freas. Alfred wurde zum Coverboy und war seitdem auf fast jeder Ausgabe zu sehen. Die Figur beziehungsweise das Bild des Jungen ist älter und wurde bereits im 19. Jahrhundert auf Postkarten veröffentlicht.
Bedeutend wurde MAD auch durch charakteristische Zeichner, Figuren und Rubriken. Zu den im Artikel hervorgehobenen Namen gehören Don Martin, Dave Berg, Al Jaffee, Sergio Aragonés sowie Spion & Spion. Al Jaffees Faltbild und Mort Druckers satirisch überdrehte Parodien aktueller Kinofilme und Fernsehserien prägten das Magazin besonders. Im Juni 2009 erschien in den USA die 500. Ausgabe. Im Juli 2019 deutete sich eine weitgehende Einstellung an, als ein Autor bestätigte, dass keine neuen Original-Inhalte mehr produziert würden.
Das deutsche MAD
Die erste deutsche Ausgabe erschien im September 1967 beim Williams-Verlag. Sie kostete 1,50 Deutsche Mark und gewann rasch an Auflage. Nach 32 Ausgaben wurde Herbert Feuerstein Chefredakteur. Gemeinsam mit dem textenden Zeichner Ivica Astalos prägte Feuerstein den Stil des Magazins. Er förderte außerdem deutsche Autoren und Zeichner wie I. Astalos, Dieter Stein, Nils Fliegner, Rolf Trautmann und Gunther Baars. In dieser Zeit erschienen auch MAD-Taschenbücher, beispielsweise Die grosse MAD Lebensfibel.
Feuersteins sogenannte Inflektive, lautmalerische Ausdrücke wie „lechz“ und „würg“, wurden Teil der Jugendsprache. Die Auflage stieg zunächst von 15.000 auf 400.000 Exemplare. 1992 verließ Feuerstein das Magazin zugunsten seiner TV-Karriere. Anfang der 1990er Jahre sank die Auflage von 300.000 auf 30.000 Exemplare. Verleger Klaus Recht führte das Heft noch drei Jahre weiter; 1995 wurde es nach 300 Ausgaben eingestellt. Die für die 1990er Jahre angegebene verkaufte Auflage beträgt 30.000 Exemplare.
Am 7. Oktober 1998 startete der Stuttgarter Dino-Verlag eine neue deutsche Ausgabe. Sie erschien bis Dezember 2009 monatlich und ab Februar 2010 alle zwei Monate. Anders als die frühere Ausgabe enthielt sie Werbung und war vollständig farbig. Ab dem 31. Dezember 2002 wurde sie von der Panini Verlags GmbH herausgegeben, die den Dino-Verlag übernommen hatte. Zuständige Redakteure waren Mathias Ulinski und Jo Löffler.
Im Dezember 2006 erschien zur 100. Ausgabe ein Spezialheft mit doppeltem Seitenumfang. Im Januar 2007 folgte das dreizehnte Spezialmagazin mit dem Besten aus 100 Ausgaben. Als Kernzielgruppe nannte der Verlag 13- bis 18-jährige Jungen. Die verkaufte Quartalsauflage lag im zweiten Quartal 2012 laut IVW II/2012 bei knapp unter 22.000 Exemplaren und war rückläufig; seit dem 3. Quartal 2012 wurden die Verkaufszahlen nicht mehr der IVW gemeldet. Die Wiederauflage von 1998 bis zur letzten regulären Ausgabe 01/2019 im Dezember 2018 umfasste 185 Ausgaben.
Konkurrenz und Vermarktung
Im deutschsprachigen Raum entstanden mehrere Konkurrenzprodukte. Der Condor Verlag veröffentlichte von 1975 bis 1982 KAPUTT – Das Mazagin für unterdrückte Lebensfreude. Aufmachung und Inhalt waren als direkte Konkurrenz zu MAD gestaltet; als Vorlage dienten die US-Ausgaben des CRACKED Magazine. Der Hamburger Verlag Interpart brachte Anfang der 1980er Jahre die Hefte Stupid und Panic heraus. Besonders Panic ähnelte dem deutschen MAD stark. Der Zeichner Amro veröffentlichte dort eine Comicserie, die den Geschichten von Don Martin ähnelte.
In den 1970er und 1980er Jahren erschienen Spiele, die den Humor und die Gestaltung von MAD übernahmen. Das MAD-Spiel und Spion & Spion waren Brettspiele. Das MAD-Kartenspiel folgte dem Spielprinzip von Uno beziehungsweise Mau-Mau. Von 1995 bis 2008 lief im US-amerikanischen Fernsehen MADtv, eine an MAD angelehnte Comedy-Sendung mit Sketchen und Parodien, die auch im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Von 2010 bis 2013 wurde außerdem eine auf MAD beruhende Fernsehserie für Cartoon Network produziert. 1988 veröffentlichte der Münchner Journalist Hans Gamber mit Müd eine einmalige Parodie auf MAD.
Auszeichnungen, kulturelle Bezüge und Mitwirkende
Das Deutsche MAD führte ab 1972 den Anti-Preis Alfred des Monats ein, auch Der güldene Alfred genannt. Er wurde an Prominente verliehen, die durch besonders dumme Aktionen aufgefallen waren.
MAD wird auch in anderen Medien aufgegriffen. In François Truffauts Film Fahrenheit 451 von 1966 ist in einer Szene, in der Bücher verbrannt werden, neben Klassikern der Weltliteratur das MAD-Taschenbuch We’re Still Using That Greasy MAD Stuff zu sehen. In mehreren Episoden der Zeichentrickserie Die Simpsons erscheinen MAD-Hefte oder direkte Anspielungen. In Marge wird verhaftet erinnert ein Rücken-Tattoo an die Faltbilder auf der letzten MAD-Seite. In Homer und New York besucht Bart Simpson das MAD-Verlagshaus in New York und sieht unter anderem Spion & Spion, Dave Berg und Alfred E. Neumann; Alfred scheint dort eine leitende Funktion zu haben. In Die sensationelle Pop-Gruppe zerstört ein wahnsinniger Marine-Leutnant das Verlagshaus.
Der Artikel nennt zahlreiche Autoren und Zeichner aus dem angloamerikanischen und deutschsprachigen Raum. Neben den besonders prägenden US-amerikanischen Künstlern gehören im deutschen MAD unter anderem Ivica Astalos, Marvin Clifford, Martin Frei, Klaus Gehrmann, Matthias Kringe, Ralph Ruthe und Martin Zak zu den aufgeführten Mitwirkenden. Die lange Liste zeigt, dass MAD nicht nur von einzelnen Figuren, sondern von einem umfangreichen Netzwerk aus Autoren und Zeichnern getragen wurde.