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Machu Picchu
Tourismus. Bearbeiten. Bahnstrecke im Urubambatal. Machu Picchu ist eine der größten Touristenattraktionen in Südamerika. 2017 besuchten über 1.411.000 …
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Überblick und Lage
Machu Picchu ist eine gut erhaltene Ruinenstadt der Inka in Peru und eine der bedeutendsten archäologischen Stätten Südamerikas. Sie liegt in der Region Cusco auf einem Bergrücken der Anden, 2430 Meter über dem Meeresspiegel und 75 Kilometer nordwestlich der Stadt Cusco. Die Anlage befindet sich über dem Urubambatal zwischen den Gipfeln Machu Picchu („alter Berg“) und Huayna Picchu („junger Berg“).
Die Inka errichteten die terrassenförmige Stadt im 15. Jahrhundert. Sie war durch Inka-Pfade mit Cusco, der damaligen Hauptstadt des Inkareiches, sowie mit der etwa 15 Kilometer entfernten Inkastadt Llactapata verbunden. Ein schmaler Bergpfad führt zu einer kleinen Anlage auf dem Huayna Picchu.
Der ursprüngliche Name der Stadt ist nicht sicher bekannt. Neuere Erkenntnisse aus dem Jahr 2021 deuten darauf hin, dass sie ursprünglich „Huayna Picchu“ oder nur „Picchu“ hieß. Heute trägt sie den Namen eines der benachbarten Berge.
Aufbau und Versorgung
Machu Picchu wurde einer Theorie zufolge um 1450 auf Befehl des Inka-Herrschers Pachacútec Yupanqui erbaut, der von 1438 bis 1471 regierte. Er legte die Grundlagen für die Ausdehnung des Inkareiches und führte den Kult um den Sonnengott Inti ein.
Die Stadt bestand aus 216 steinernen Bauten auf Terrassen, die durch ungefähr 3000 Stufen miteinander verbunden waren. Erhalten sind unter anderem Tempelmauern, teilweise mehrgeschossige Wohnbauten und landwirtschaftlich genutzte Terrassen. Kleine Öffnungen in deren Mauern dienten dem Ablauf von Regenwasser. Ein größtenteils unter den Terrassen verborgenes Entwässerungssystem schützte die Anlage zusätzlich.
Eine Leitung führte Wasser von einer Quelle außerhalb der Stadt zu mehreren kaskadenförmig angeordneten Brunnenbecken. Diese Wasserversorgung ist noch heute funktionsfähig. Teile der Anlage wurden in den vergangenen Jahren schrittweise in inkatypischer Bauweise rekonstruiert. In ihrer Blütezeit konnte die Stadt nach heutiger Einschätzung bis zu 1000 Menschen beherbergen und versorgen.
Zweck der Stadt
Über die genaue Funktion Machu Picchus gibt es keine sicheren Überlieferungen. Die verschiedenen Erklärungen beruhen daher auf archäologischen Funden und bleiben unterschiedlich gut begründete Vermutungen.
Bei frühen Untersuchungen wurden mehr als 50 Gräber mit über 100 Skeletten gefunden. Zunächst hielt man mehr als 80 Prozent der Bestatteten für weiblich; neuere Untersuchungen ergaben dagegen eine gleichmäßige Verteilung der Geschlechter. Auf Grundlage der älteren Einschätzung entstand die Theorie, Machu Picchu sei eine königlich-religiöse Zufluchtsstätte gewesen, in der ein Herrscher, sogenannte Jungfrauen der Sonne und weitere Bedienstete lebten. Nach dem Ausbruch eines Bürgerkriegs unter Huayna Cápac soll kein Inkakönig mehr die Anlage besucht haben; die Bediensteten hätten sie später aufgegeben.
Eine andere Theorie besagt, dass die Stadt während der spanischen Eroberung noch gebaut und danach verlassen wurde. Der archäologische Befund bestätigt jedoch keine insgesamt unfertige Stadt: Machu Picchu war weitgehend ausgebaut, voll funktionsfähig und über längere Zeit bewohnt; nur einzelne Bereiche befanden sich noch im Bau. R. Burger und L. Salazar deuten die Anlage als zeitweilige Herrscherresidenz und zweiten Wohnsitz zur Erholung von der Hauptresidenz in Cusco.
Entdeckung und Erforschung
1911 gilt häufig als Jahr der Wiederentdeckung, doch Machu Picchu war der Bevölkerung im Urubambatal lange bekannt und erschien bereits früher in Dokumenten und Karten. Ein spanisches Schriftstück von 1568 nennt einen Inka Yupanki als früheren Besitzer von Picho beziehungsweise Picchu und berichtet, dass dort angebaute Erzeugnisse als Opfergaben dienten. Eine Urkunde von 1782 belegt den Verkauf Machu Picchus und des umliegenden Landes für 450 Pesos. Auf Karten von Antonio Raimondi aus dem Jahr 1865 und Herman Göhring aus dem Jahr 1874 war Machu Picchu eingetragen.
Augusto Berns erreichte die Stätte 1867. Augustín Lizárraga führte 1894 Don Luis Bejar Ugarte dorthin und besuchte die Ruinen am 14. Juli 1902 erneut mit Don Enrique Palma und Gavino Sánchez. Damals lebten Menschen im Gebiet und nutzten gepachtete Terrassen.
Am 24. Juli 1911 gelangte eine Expedition der Yale University unter Hiram Bingham zu den überwucherten Ruinen. Bingham suchte eigentlich Vilcabamba, den Zufluchtsort der Inka nach der Einnahme Cuscos durch Pizarro im Jahr 1536, und hielt Machu Picchu irrtümlich dafür. Das tatsächliche Vilcabamba wurde erst in den 1960er Jahren mithilfe von Luftbildern und weiteren Expeditionen gefunden.
Bingham ließ Machu Picchu 1912 und 1913 freilegen. Weltweit bekannt wurde die Stadt durch eine vollständig ihr gewidmete Ausgabe der National Geographic Society vom April 1913. Funde Binghams gelangten an die Yale University. Nach einer Vereinbarung zwischen den USA und Peru von 2008 wurden sie nach Peru zurückgeführt; eine Auswahl wird im Museo Machupicchu Casa Concha in Cusco gezeigt.
Welterbe und Tourismus
Die UNESCO nahm Machu Picchu und das umliegende Schutzgebiet Santuario Histórico de Machupicchu 1983 als Kultur- und Naturerbe in die Welterbeliste auf. Die Stätte erfüllt die Kriterien (i), (iii), (vii) und (ix). 2006 wurde sie außerdem als Historic Civil Engineering Landmark anerkannt. Die Wahl zu einem der „neuen sieben Weltwunder“ am 7. Juli 2007 beruhte dagegen auf einer privaten Initiative ohne wissenschaftliche Kriterien; die UNESCO distanzierte sich davon.
Machu Picchu ist eine der größten Touristenattraktionen Südamerikas. 2017 kamen mehr als 1.411.000 Menschen, durchschnittlich knapp 3900 pro Tag. Eine peruanische Studie von 2011 setzte die jährliche Belastungsgrenze bei zwei Millionen Besuchern an. Ab dem 1. Juli 2017 waren täglich knapp 6000 Personen zugelassen, während die UNESCO höchstens 800 Besucher pro Tag forderte, um das Kulturerbe zu schützen. Seit 2019 erfolgt der Einlass stundenweise zwischen 6:00 und 14:00 Uhr; die gewöhnliche Höchstaufenthaltsdauer beträgt vier bis sieben Stunden.
Die Anreise führt meist mit der Bahn von Cusco nach Aguas Calientes. Von dort gelangt man per Bus über eine gut acht Kilometer lange Serpentinenstraße zur Zitadelle. Alternativ führt ein etwa 1600 Meter langer Fußweg mit mehr als 1600 Stufen ungefähr 400 Höhenmeter hinauf. Der mehrtägige Inka-Pfad erreicht die Anlage über das rund zwei Kilometer entfernte Inti Punku, das „Sonnentor“.
Der wachsende Tourismus belastet Umwelt und Anlage. Die UNESCO lehnt deshalb eine Seilbahn von Aguas Calientes ab, die noch mehr Besucher anziehen und die Erdrutschgefahr erhöhen könnte. Erdrutsche unterbrachen 2004 und 2005 die Bahnverbindung; 2004 starben elf Menschen. Nach Überschwemmungen und Erdrutschen im Jahr 2010 blieb Machu Picchu mehr als zwei Monate geschlossen. Das peruanische Kulturministerium erklärte 2018 eine Seilbahn für nicht durchführbar, weil sie den UNESCO-Vereinbarungen und dem Entwicklungsplan widerspreche. Dennoch legten Kommunalpolitiker 2019 erneut einen Projektplan vor; als Alternativen wurden Tunnel oder Aufzüge untersucht.