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Liste militärischer Abkürzungen
AT = Österreich · CH = Schweiz · DD = Deutsche Demokratische Republik · DE = Bundesrepublik Deutschland · DR = Deutsches Reich.
Inhalt5 Abschnitte
Gegenstand und Einordnung
Die Liste militärischer Abkürzungen sammelt deutschsprachige Abkürzungen aus dem militärischen Bereich des deutschsprachigen Raums. Sie bezieht sich auf Österreich (AT), die Schweiz (CH), die Bundesrepublik Deutschland (DE), die Deutsche Demokratische Republik (DD) und das Deutsche Reich (DR). Die Kürzel in Klammern kennzeichnen in der Regel diese Herkunft.
Die Liste ist alphabetisch von 0–9 sowie A bis Z geordnet. Sie ist kein einheitliches, zeitloses System: Ein Kürzel kann je nach Staat, Epoche, Teilstreitkraft oder Zusammenhang verschiedene Bedeutungen haben. Umgekehrt werden gleiche Begriffe oft unterschiedlich abgekürzt. Beispiele sind „Btl“ und „Batl“ für Bataillon, „Rgt“ und „Rgt.“ für Regiment oder „aD“, „a D“ und „a. D.“ für „außer Dienst“ beziehungsweise „ausser Dienst“.
Englischsprachige militärische Abkürzungen stehen in einer eigenen Liste. Begriffe aus der Luftfahrt, einschließlich der Militärluftfahrt, werden in der Liste „Abkürzungen/Luftfahrt“ behandelt.
Führung, Stäbe und Dienstgrade
Viele Abkürzungen bezeichnen Führungsaufgaben, Stabsbereiche und Dienststellungen. Besonders systematisch sind die Nummernfolgen: Bei Luftwaffe und Marine stehen A 1 für Personalwesen, A 2 für Militärisches Nachrichtenwesen, A 3 für Führung, Organisation und Ausbildung, A 4 für Logistik und A 6 bei der Luftwaffe für Fernmeldewesen und Elektronik. Im Heer werden vergleichbar G 1 für Personalangelegenheiten, G 2 für militärische Sicherheit und Nachrichtenwesen, G 3 für Führung, Organisation und Ausbildung sowie G 4 für Logistik und Versorgung verwendet.
Die historischen Kürzel Ia, Ib und Ic bezeichnen im Deutschen Reich den ersten Generalstabsoffizier für die Führungsabteilung, den zweiten Generalstabsoffizier für die Versorgung und den dritten Generalstabsoffizier für Nachrichtengewinnung und -auswertung. Ergänzend stehen etwa IIa und IIb für Divisionsadjutant und dessen Vertreter; IVa, IVb, IVc und IVd bezeichnen Divisionsintendant, Divisionsarzt, Divisionsveterinär sowie katholischen und evangelischen Pfarrer.
Häufige Organisationsbezeichnungen sind Kdo für Kommando, Stab, GefStd oder GS für Gefechtsstand, Kp für Kompanie, Btl für Bataillon, Rgt für Regiment, Br beziehungsweise Brig für Brigade, Div für Division und AK für Armeekorps. Dabei bestehen regionale Unterschiede: „B“ kann unter anderem Bataillon, Befehlshaber, Beobachtung oder Bereitschaftsstufe bedeuten; „D“ steht beispielsweise für Dienst oder Division; „K“ für Krieg, Kurs, Kanone oder Kommandeur.
Die Liste enthält außerdem zahlreiche Dienstgrade und Funktionen, darunter Lt für Leutnant, Hptm für Hauptmann, Oblt oder OLt für Oberleutnant, Maj für Major, Gen für General, Gefr beziehungsweise Gfr für Gefreiter, Uffz oder UO für Unteroffizier, Fw für Feldwebel beziehungsweise Feldweibel sowie Kdr für Kommandeur und Kdt für Kommandant. Dienstformen werden etwa mit d.R. oder dRes für „der Reserve“, i.R. für „im Ruhestand“, SaZ für Soldat auf Zeit und FWD für Freiwilliger Wehrdienst abgekürzt.
Einsatz, Führung und militärische Verfahren
Ein großer Teil der Einträge betrifft Führung im Einsatz, Aufklärung, Nachrichtenwesen und Feuerunterstützung. Aufklärung wird unter anderem mit Aufkl, Akl, EloAufkl für elektronische Aufklärung, FMAufkl für Fernmeldeaufklärung und LBAkl für Luftbildaufklärung bezeichnet. Nachrichten- und Führungsbereiche umfassen Na für Nachrichten, Fm für Fernmelde-, Fu für Funk, Fü für Führung, FIS für Führungs- und Informationssystem sowie FüSys für Führungssystem.
Feuer und Zielzuweisung erscheinen in Begriffen wie FSt für Feuerstellung, FLSt für Feuerleitstelle, FLO für Feuerleitoffizier, FLS für Feuerleitsystem, ZF für zusammengefasstes Feuer, AZF für aufeinanderfolgendes zusammengefasstes Feuer und AZP beziehungsweise AZS für Aufklärungs- und Zielzuweisungsposten oder -station. In der Schweizer Terminologie stehen etwa Fauftr für Feuerauftrag, Fbf für Feuerbefehl und FEG für Feuererlaubnisgrad.
ABC bezeichnet „atomar, biologisch, chemisch“. ABCAbw bedeutet die Abwehr gegen die Wirkung von Atomsprengköpfen sowie gegen biologische und chemische Kampfstoffe und -mittel. Dazu gehören beispielsweise ABCAbwKp für ABC-Abwehrkompanie, ABCAbwBat für ABC-Abwehrbataillon, ABCAbwTr für ABC-Abwehrtruppe und ABCAbwZ für ABC-Abwehrzentrum. Verwandte Kürzel sind Ch für chemisch, B für biologisch beziehungsweise bakteriell und KCA für Kernstrahlungs- und chemische Aufklärung.
Für Bereitschaft und Zeitabläufe verwendet die Liste unter anderem B-1, B-2 und B-3 als Bereitschaftsstufen eins bis drei im diensthabenden System der Luftverteidigung der DDR. T bezeichnet den Tag des Beginns einer Operation; „im Verlauf T-2“ verweist auf den entsprechenden Zeitbezug. x steht für die x-Zeit, also die Zeit des Beginns der Handlungen; angegeben ist beispielsweise „ab x+01.20; bis x - 4 h“. Weitere Verfahrensbegriffe sind Ü für Übung, LVE für Lagevortrag zur Entscheidung, LVU für Lagevortrag zur Unterrichtung und Op für Operation beziehungsweise operativ.
Waffen, Fahrzeuge und Truppengattungen
Die Abkürzungen erfassen nahezu alle militärischen Bereiche: Landstreitkräfte, Luftstreitkräfte, Marine, Sanitätsdienst, Logistik, Pionierwesen, Militärpolizei und technische Dienste. Grundbegriffe sind Inf für Infanterie, Pi für Pionier, Art oder Artill. für Artillerie, Fla für Flugabwehr, Pz für Panzer, Jg für Jäger und San für Sanität.
Bei Panzer- und Infanterieverbänden stehen PzBtl für Panzerbataillon, PzDiv für Panzerdivision, PzGren für Panzergrenadier, PzPi für Panzerpionier, SPz für Schützenpanzer, TPz für Transportpanzer und KPz für Kampfpanzer. Panzerabwehr wird mit PA, PAbw oder PzAbw bezeichnet; Pak bedeutet Panzerabwehrkanone, PAL Panzerabwehrlenkwaffe und PAZ Panzerabwehrzug.
Im Bereich der Flugabwehr finden sich Flak beziehungsweise FlAK für Flugabwehrkanone, FlaRak für Flugabwehrrakete, FlaRakGrp für Flugabwehrraketengruppe, FlAR für Fliegerabwehrregiment und FAL für Fliegerabwehrlenkwaffe. Luft- und Seestreitkräfte werden unter anderem mit Lw für Luftwaffe, LSK/LV für Luftstreitkräfte/Luftverteidigung, LT für Lufttransport, MHG für Marinehubschraubergeschwader, TSB für Torpedoschnellboot und U-Boot beziehungsweise UB für Unterseeboot bezeichnet.
Pionier- und Unterstützungsverbände erscheinen in Reihen wie PiB, PiK und PiZ für Pionierbataillon, Pionierkompanie und Pionierzug sowie PoB, PoK und PoZ für Pontonbataillon, Pontonkompanie und Pontonzug. Für Instandsetzung stehen Inst beziehungsweise IZ, für Nachschub Nsch und für Logistik Log. Der Sanitätsbereich umfasst SanB, SanK, SanP, SanTZ und SanZg für Sanitätsbataillon, Sanitätskompanie, Sanitätsposten, Sanitätstransportzug und Sanitätszug.
Staatliche, historische und technische Besonderheiten
Die Herkunftsangaben sind für die Deutung entscheidend. Zahlreiche Einträge stammen aus der DDR und beziehen sich auf die Nationale Volksarmee (NVA), die Volksmarine oder besondere Strukturen der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung. Beispiele sind NVA für Nationale Volksarmee, MfNV für Ministerium für Nationale Verteidigung, KVP für Kasernierte Volkspolizei und GSSD für Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland. Aus dem Deutschen Reich stammen unter anderem AOK für Armeeoberkommando, OKH für Oberkommando des Heeres, OKL für Oberkommando der Luftwaffe, OKM für Oberkommando der Kriegsmarine und OKW für Oberkommando der Wehrmacht.
Einige Einträge dokumentieren zeitliche Änderungen. EBMat bezeichnete die Verfahrensvorschriften für die Entwicklung und Beschaffung von Wehrmaterial und wurde ab 2001 durch CPM ersetzt. ANBw war das Amt für Nachrichtenwesen der Bundeswehr und wurde nach 2002 als ZNBw bezeichnet. Der Flugmelde- und Leitdienst wurde später Radarführungsdienst und heißt heute Einsatzführungsdienst der Luftwaffe. Die Flugüberwachungszone FlugÜZ hieß bis 1963 Luftabwehr- und Erkennungszone.
Technische und messbezogene Kürzel sind etwa EMP für elektromagnetischer Impuls, EDV für elektronische Datenverarbeitung, RadarFüDst für Radarführungsdienst, LEM für Laser-Entfernungsmesser, NSG für Nachtsichtgerät, Zf für Zielfernrohr und ZZR für Zielzuweisungsradar. QFE bezeichnet Platzdruck beziehungsweise Tagesdruck, QNH Platzdruck auf Meeresspiegelniveau. Bei Geschützen kennzeichnet L/** die Längenangabe für Geschütze und Rohrwaffen im Verhältnis zum Kaliber.
Besonders zu beachten sind Mehrdeutigkeiten und historische Bezüge: V1 steht für Vergeltungswaffe 1, auch Fieseler Fi 103, V3 für die Kanone V3 beziehungsweise Vergeltungswaffe 3. W + Zahl bezeichnet einen Wehrpflichtigen für x Monate, beispielsweise W6 einen Grundwehrdienstleistenden 2011. Insgesamt dient die Liste daher vor allem als Nachschlagewerk: Ein Kürzel sollte immer zusammen mit Schreibweise, Zusammenhang, Staat und Zeitraum gelesen werden.