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Liste der Gleichnisse Jesu
Diese Liste der Gleichnisse Jesu orientiert sich im Umfang am Gleichniskompendium von Ruben Zimmermann. Dieser bildet den aktuellen Forschungskonsens ab, …
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Begriff und Aufbau der Liste
Die Liste sammelt Gleichnisse Jesu aus den kanonischen Evangelien und aus dem Thomasevangelium. Ihr Umfang orientiert sich am Gleichniskompendium von Ruben Zimmermann. Dieses gibt einen aktuellen Forschungskonsens wieder: Statt der auf Adolf Jülicher zurückgehenden Trennung in Gleichnisse, Parabeln, Beispielerzählungen und Bildworte werden die Texte in einer gemeinsamen Kategorie erfasst. Diese Kategorie heißt, in Anlehnung an den griechischen Text, „Parabel“.
Die Nachweise geben die Fundstellen in den Evangelien nach Matthäus (Mt), Markus (Mk), Lukas (Lk) und Johannes (Joh) an. Dadurch wird sichtbar, ob ein Gleichnis in mehreren Evangelien überliefert ist oder nur in einem vorkommt.
Überlieferung in Matthäus, Markus und Lukas
Die synoptischen Evangelien enthalten viele parallele Gleichnisse. Zu den in allen drei Evangelien nachgewiesenen gehören etwa das Gleichnis vom Licht unter dem Scheffel (Mt 5,14–15; Mk 4,21–22; Lk 8,16; 11,33), vom Bräutigam beziehungsweise die Fastenfrage (Mt 9,14–17; Mk 2,18–20; Lk 5,38–39), von den neuen Flicken auf dem alten Kleid und vom neuen Wein in alten Schläuchen. Ebenfalls dreifach belegt sind das vierfache Ackerfeld (Mt 13,18–23; Mk 4,13–20; Lk 8,11–15), das Senfkorn, die bösen Weingärtner, das Kamel und das Nadelöhr, der Feigenbaum sowie Gleichnisse zur Wachsamkeit.
Weitere Texte stehen bei Matthäus und Lukas, aber nicht bei Markus, beispielsweise vom Splitter und Balken, vom engen Tor, vom Baum und seinen Früchten, vom Haus auf Felsen und Sand, vom bittenden Kind, vom Sauerteig und vom verlorenen Schaf. Matthäus bietet außerdem unter anderem das Unkraut unter dem Weizen, den Schatz im Acker, die kostbare Perle, das Fischnetz, die Arbeiter im Weinberg, die ungleichen Söhne, die klugen und törichten Jungfrauen sowie das Weltgericht.
Markus enthält einige nur dort aufgeführte Gleichnisse, darunter vom Starken (Mk 3,27), vom Maß (Mk 4,24), von der selbstwachsenden Saat (Mk 4,26–29), von Reinheit und Unreinheit (Mk 7,14–23) und von Kindern und Hunden (Mk 7,27–28). Bei Lukas allein stehen unter anderem der barmherzige Samariter (Lk 10,25–37), der bittende Freund (11,5–13), der reiche Kornbauer (12,16–21), der Feigenbaum ohne Früchte (13,6–9), der verlorene Groschen (15,8–10), der verlorene Sohn (15,11–32), der ungerechte Haushalter (16,1–8), der reiche Mann und der arme Lazarus (16,19–31), der ungerechte Richter (18,2–5) sowie der Pharisäer und der Zöllner (18,9–14).
Johannes und das Thomasevangelium
Auch das Johannesevangelium wird mit bildhaften Aussagen und Gleichnissen erfasst. Dazu gehören Jesus als der neue Tempel (Joh 2,19), Geburt von oben (3,3–7), der wehende Wind (3,8), das lebendige Wasser (4,13–14), die nahe Ernte (4,35–38), das Brot des Lebens (6,32–40.48–51), der Hirte und die Schafe (10,1–5), die Tür (10,7–10), das Weizenkorn (12,24), die Wohnung im Vaterhaus (14,1–4), der Weinstock, der Winzer und die Reben (15,1–8) sowie die gebärende Frau (16,21–22).
Das gnostisch geprägte Thomasevangelium (EvThom) ist eine apokryphe, also nicht zum kanonischen Neuen Testament gehörende, Sammlung von 114 Sprichworten. Diese sind als Logien, also Aussprüche, und kurze Dialoge dargelegt. Neben Gleichnissen, die den synoptischen Evangelien ähnlich sind oder mit ihnen übereinstimmen, enthält es eigenständige Niederschriften. Genannt werden etwa Löwe-Mensch-Löwe (EvThom 7), der wählerische Fischer (EvThom 8), Knechte beziehungsweise Kinder auf dem Feld (EvThom 21,1–4), Stillkinder (EvThom 22), der leere Krug (EvThom 97), der Attentäter (EvThom 98) und der Hund in der Futterkrippe (EvThom 102).