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Gleichnis vom Fischnetz

Das biblische Gleichnis vom Fischnetz ist ein Gleichnis Jesu, das den Umgang von Fischern mit „schlechten“ und „guten“ Fischen auf die endzeitliche …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Kernaussage und Einordnung
  2. 2. Bild und Ablauf des Gleichnisses
  3. 3. Auslegung

Kernaussage und Einordnung

Das Gleichnis vom Fischnetz ist ein Gleichnis Jesu. Es überträgt den Umgang von Fischern mit „guten“ und „schlechten“ Fischen auf die endzeitliche Scheidung von „Bösen“ und „Gerechten“. Es steht nur im Evangelium nach Matthäus (Mt 13,47–50 EU) und gehört deshalb zum matthäischen Sondergut, also zu den Texten, die nur bei Matthäus überliefert sind.

Bild und Ablauf des Gleichnisses

Das Himmelreich wird mit einem ins Meer geworfenen Netz verglichen, das Fische aller Art fängt. Sobald das Netz voll ist, ziehen die Fischer es ans Ufer, setzen sich und sortieren den Fang: Die guten Fische sammeln sie in Gefäße, die schlechten werfen sie weg. Der Wortlaut der Einheitsübersetzung schließt mit der Deutung: „So wird es auch am Ende der Welt gehen: Die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten scheiden“ und sie „in den Feuerofen werfen“; dort werde „Heulen und Zähneklappern“ sein (Mt 13,47–50 EU).

Auslegung

Die meisten Ausleger verstehen das Gleichnis als verkürzte Wiedergabe des Gleichnisses vom Unkraut unter dem Weizen oder als Kommentarschema zu dieser Parabel. Eberhard Jüngel hebt die Differenz zwischen Sammlung und Scheidung hervor: Der Fischfang steht für die Sammlung, das anschließende Sortieren für die Scheidung. Diese Differenz ist eschatologisch, also auf die letzten Dinge und das Ende der Welt bezogen, zu verstehen und beschreibt nach Jüngel das Wesen der Gottesherrschaft.

Die bedrohliche Schlussformel vom „Heulen und Zähneklappern“ unterstreicht den Strafaspekt des Jüngsten Gerichts. Sie gilt vermutlich als redaktionelle Ergänzung durch Matthäus. Auch der Sprachgebrauch weist auf das matthäische Sondergut hin: Die griechischen Ausdrücke οὗτος ἔσται, ἡ συντέλεια τῶν αἰῶνος und ἀφορίζειν sowie weitere Formulierungen finden sich ausschließlich beim Evangelisten Matthäus.

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