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Legende (Karte)

Unter der Legende (von lateinisch legenda ‚die zu Lesende') oder Zeichenerklärung versteht man eine Beschreibung der verwendeten Symbole, Signaturen und …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Aufgabe und Aufbau einer Legende
  2. 2. Punktzeichen für einzelne Objekte
  3. 3. Linien und Flächen für Wege, Relief, Gewässer und Nutzung
  4. 4. Topografische und amtliche Zeichenschlüssel

Aufgabe und Aufbau einer Legende

Eine Legende, auch Zeichenerklärung genannt, beschreibt die Symbole, Signaturen und Farben, die auf einer Karte oder einem Plan verwendet werden. Sie macht verständlich, welche Bedeutung ein Kartenzeichen hat und welche geografischen oder sachlichen Informationen damit dargestellt werden.

Normalerweise befindet sich die Legende am Kartenrand. Sie zeigt jeweils ein Beispiel des verwendeten Zeichens – etwa ein Symbol, eine Linie oder eine rechteckige Fläche – und erklärt es zusätzlich in Textform. Für bestimmte amtliche Anwendungen gibt es vorgeschriebene Zeichenschlüssel. Diese sind in einem Gesetz oder einer Verordnung festgelegt. Werden Karten oder Pläne nach einem solchen Zeichenschlüssel erstellt, wird die Legende auf der Karte selbst häufig weggelassen.

Punktzeichen für einzelne Objekte

Punktzeichen stehen meist für einzelne, klar lokalisierbare Objekte. Zu den in einer Legende erklärten Kartenzeichen gehören unter anderem:

  • Höhle
  • archäologische Fundstätte, dargestellt als Schleifenquadrat
  • Bergwerk mit dem Zeichen für Schlägel und Eisen; auch ein stillgelegtes oder aufgelassenes Bergwerk
  • Schloss oder Burg sowie Schloss- oder Burgruine
  • Kirche, Kapelle oder Kloster sowie Kirchen- oder Klosterruine
  • Moschee, Denkmal, Turm und Funkturm
  • trigonometrischer Punkt
  • Hotel, Flughafen und Campingplatz
  • U-Bahn-Station und Bahnhof
  • Stadion und Touristeninformation

Die verschiedenen Symbole ermöglichen es, solche Einrichtungen, Bauwerke oder besonderen Orte auf der Karte schnell zu erkennen.

Linien und Flächen für Wege, Relief, Gewässer und Nutzung

Linien- und Flächensignaturen stellen vor allem Verkehrswege, Geländeformen, Gewässer und die Bodenbedeckung dar.

Straßen werden typischerweise nach ihrer Bedeutung oder ihrem Ausbauzustand eingeteilt und durch unterschiedliche Strichbreiten gekennzeichnet. Genannt werden Autobahnen, Fernstraßen wie Bundes- und Landesstraßen, Regionalstraßen wie Land- und Kreisstraßen, Verbindungsstraßen, befestigte Wirtschaftswege, unbefestigte Wirtschaftswege beziehungsweise Feldwege sowie Fußwege. In thematischen Karten können zusätzlich beispielsweise Kraftfahrstraßen, Wohnstraßen, Einbahnstraßen und Fußgängerzonen unterschieden werden.

Die Informationen über die Geländeform heißen Relief. Dazu zählen Höhenlinien, deren Äquidistanz – also der Höhenunterschied zwischen benachbarten Höhenlinien – je nach Maßstab und Geländeform ab 0,5 m betragen kann, teilweise ergänzt durch Schummerung. Weitere Reliefzeichen stellen Geländestufen, Felsen, Böschungen, Rampen sowie Gruben und Senken dar. Bei Böschungen wird zwischen Damm und Einschnitt unterschieden; bei großen Maßstäben kann die Höhe durch die Länge von Querstrichen angedeutet werden. Eine Rampe kann so gekennzeichnet sein, dass sie von links nach rechts ansteigt.

Bei Gewässern werden Flüsse, Bäche und Seen dargestellt, gegebenenfalls zusammen mit Gewässerbauwerken wie Buhnen. Zeichen für die Bodenbedeckung unterscheiden unter anderem Wald, teilweise nach Laub-, Nadel- und Mischwald, Agrarflächen wie Ackerbau-, Weide- und Weinanbauflächen, sonstige Grünflächen wie Brachflächen, Gärten, Parks, Sportplätze und Friedhöfe sowie bebaute Gebiete mit Wohnbebauung, Gewerbeflächen und öffentlichen Gebäuden.

Topografische und amtliche Zeichenschlüssel

Eine topografische Karte kann eine eigene Legende enthalten; im Artikel wird als Beispiel die Legende einer Karte von 1933 genannt.

In Österreich existieren vorgeschriebene Zeichenschlüssel für verschiedene amtliche Anwendungen. Für den Katasterplan ist der aktuelle Zeichenschlüssel in der Vermessungsverordnung 2016 festgelegt. Für Flächenwidmungspläne richtet sich der Zeichenschlüssel nach der jeweiligen Verordnung des Bundeslandes. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Österreichische Karte 1:50.000. Solche verbindlichen Zeichenschlüssel legen fest, wie bestimmte Inhalte dargestellt werden, und erklären, warum bei entsprechend erstellten Karten eine zusätzliche Legende häufig nicht auf dem Kartenblatt abgedruckt wird.

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